Wie macht man Schnee aus Eis selber?

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3 Antworten

Schnee macht man nicht aus Eis, sondern aus Wasser.

Dies geschieht in der "Schneekanone", wo das Wasser fein zerstäubt und ggf. noch heruntergekühlt wird.

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Eiskanone
Wasser wird entweder zu Eisblöcken gefroren, die dann zerstoßen werden, oder auf eine rotierende gekühlte Trommel aufgespritzt und abgeschabt. Mittels Druckluft und Schlauchleitung kann der „Schnee“ gezielt verteilt werden. Dies ist das einfachste Prinzip, unabhängig von der Außentemperatur; allerdings besteht der „Schnee“ hier aus Eissplittern, nicht aus Schneeflocken, und eignet sich nur schlecht zum Skifahren. Dieses Verfahren wird hauptsächlich im Event- und Promotion-Bereich bzw. für City Contests verwendet.

Die folgenden Verfahren ahmen die natürliche Entstehung von Schnee nach, bei der kleine Wassertropfen langsam kristallisieren und so die charakteristische Form der Schneekristalle ausbilden können:

Druckluftkanone
Aus einer Düse tritt ein Wasser-Druckluft-Gemisch bei einem Druck von 5–10  bar aus, bei der Ausdehnung unter Normaldruck kühlt das Luft-Wasser-Gemisch ab, so dass die Wassertröpfchen gefrieren können. Gute Schneeleistung im Grenztemperaturbereich (um 0 °C), sehr hoher Energieverbrauch für die Luftkompression zur Kälteerzeugung, geringe Windempfindlichkeit, extrem laut.
Die Druckluftkanone wird fälschlich als Hochdrucksystem bezeichnet.
Propellerkanone
Zentrales Element ist ein Propeller, welcher einen starken Luftstrom erzeugt. Rings um den Rohrausgang befindet sich der Düsenstock mit zumeist mehreren Kränzen. Die äußeren Düsen sind meist als Mischdüsen (Wasser und Druckluft) zur Produktion von Schneekernen, die inneren meist als reine Wasserdüsen ausgeführt. Die Misch- oder Nukleatordüsen produzieren kleine Eiskristalle als Kristallisationskeime, ähnlich dem Prinzip der Druckluftkanone (s. o.).
Die Menge der Wassertropfen muss den äußeren Witterungsbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie der Wurfweite angepasst werden, um optimale Eigenschaften des technischen Schnees zu erreichen. Die im aus der Propellerkanone austretenden Luftstrom enthaltenen Wassertropfen verdunsten in der trockenen Winterluft teilweise, wodurch die Tröpfchen abkühlen. Ist der Gefrierpunkt erreicht, kristallisieren sie an den Kristallisationskeimen. Je trockener die Umgebungsluft ist, desto besser wirkt der Abkühlungsvorgang. So funktioniert dieses Verfahren bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30 % schon bei 1 °C über Null, bei 80 % relativer Luftfeuchtigkeit sind dagegen unter −3 °C erforderlich.
Die Propellerkanone ist das am häufigsten verwendete Prinzip, welches aber einen sehr hohen Stromverbrauch – bedingt durch den Ventilator – sowie ungedämmt einen hohen Geräuschpegel mit sich bringt. Beste Regelbarkeit, Arbeitsdruck ca. 8–40 bar.
Veraltet wird sie auch als Niederdrucksystem bezeichnet.
Schneelanze
An der Spitze eines bis zu 12 Meter langen Aluminiumrohres, das senkrecht bzw. schräg aufgestellt wird, befinden sich Wasser- sowie Luft- bzw. Nukleatordüsen. In das bei Austritt aus der Wasserdüse zerstäubte Wasser wird Luft geblasen. Die vorher komprimierte Luft dehnt sich aus und kühlt dadurch ab, wodurch Eiskeime entstehen, an denen eine Kristallisation des zerstäubten Wassers stattfindet. Durch die Höhe und die langsame Sinkgeschwindigkeit bleibt genügend Zeit für diesen Prozess. Energiesparend, aber im Vergleich zur Propellerkanone kleine Reichweite und Schneeleistung, sowie eine stärkere Windempfindlichkeit.
Vorteile gegenüber Propellerkanone: niedrigere Investitionen (nur Leitungssystem mit Luft- und Wasseranschluss, zentrale Kompressorstation), wesentlich leiser, halber Energieverbrauch pro Schneemenge. Wartungs- und verschleißarm. Regelung grundsätzlich möglich. Arbeitsdruck ab 15–60 bar. Mittlerweile gibt es auch kleine mobile Anlagen für den Heimanwender, die am Gartenanschluss betrieben werden (HomeSnow; Snow at Home).
Kryo-Kanone
Wasser und Druckluft werden mit Flüssigstickstoff (LN) vermischt ausgebracht. LN wird tiefkalt und fast drucklos im Sattelauflieger-Tank geliefert und kühlt die umgebenden Medien Wasser und Luft, indem er siedet und sich dabei "in Luft auflöst". Durch den niedrigen Siedepunkt von Stickstoff lässt sich mit hoher Dosierung auch bei Temperaturen weit oberhalb des Eispunktes Schnee erzeugen. Den hohen Kosten entsprechend wird das Verfahren eher nur punktuell im Event- und Promotionbereich eingesetzt.
Vakuum-Schneeerzeuger
In der „Vacuum Ice Machine“ wird Wasser einem hohen Vakuum ausgesetzt. Dieses Vakuum verdampft einen Teil des Wassers, während das restliche Wasser zu einem Wasser-Eis-Gemisch gefriert, welches aus dem „Freezer“ in einen „Schnee-Separator“ gepumpt wird.
Auf Grund seiner Größe ist der Erzeuger nur mittels eines Tiefladers bewegbar und benötigt eine vergleichsweise hohe Energiemenge. Dafür kann auch bei sommerlichen Temperaturen mit gekühltem Wasser und einer erheblichen Kühlwassermenge 'Frühlingsschnee' produziert werden. Die Eignung für kommerzielle Pistenbeschneiung ist eher zweifelhaft, da bei warmen Außen- bzw. Bodentemperaturen eine brauchbare Schneequalität nicht erreichbar ist, hingegen bei niedrigeren Temperaturen eine weitaus höhere Effizienz durch Propeller- bzw. Lanzensysteme gegeben ist.
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Kommentar von emib5
29.09.2016, 11:27

Toll, Copy & Paste ohne Quellenangabe.

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Der "Schnee" in so einer Halle ist eher ganz feines Eis. Um die typischen Schneekristalle auszubilden, hat er gar keine Zeit.

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