Wie mache ich beim Transponieren aus einem Akkord einen einzelnen Ton?

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4 Antworten

Deine Frage lässt sich leider nicht allgemein beantworten, denn sie bezieht sich allgemein auf das Arrangement. 

Generell wirst Du hinsichtlich der Harmonik nicht viel falsch machen, wenn Du im Zweifel immer den Grundton des Akkordes für das Blechblasinstrument (ich nehme an, es ist eine Trompete) nimmst. Trotzdem kann das Ergebnis sonderbar klingen...
Dieser überwiegend harmonischen Denkweise, die tendenziell eigentlich eher für Bassinstrumente gilt, stehen nämlich noch zwei weitere Ansätze gegenüber, nämlich der erste und eigentlich wichtigste der führenden Melodiestimme und der letzte, der sich auf untergeordnete Stimmen bezieht:

Die Herangehensweise für mittlere und höhere Melodieinstrumente, die ich Dir auch als die primäre empfehlen würde, wäre die der führenden Melodiestimme: Spiele das Stück auf dem Klavier vor und versuche es mit der Stimme nachzusingen. Die Töne, die Du dabei singst, kannst Du für Dein Melodieinstrument verwenden. Vor allem, wenn Dein Arrangement z.B: für eine führende Trompetenstimme und Begleitung gedacht ist, wäre dieser Ansatz besonders zu empfehlen. Der führende Melodieton im Stück ist sehr oft der höchste. In Popmusik liegt die Melodie gelegentlich auch in der zweiten (Lead-) Stimme von oben. Diese Lage der führenden Stimme wird meist durch das ganze Stück hindurch beibehalten, aber einzelne Wechsel kann es geben. Wenn Du Dir im Einzelfall unsicher bist, singe Dir die Melodie selbst vor und verwende den Ton, den Du intuitiv singst. Erlaubt ist im Prinzip alles, nur, wenn der Akkord-Quintton zum tiefsten klingenden Ton wird, ist es bei einem klassischen Musikstück in den meisten Fällen nicht erlaubt und klingt i.d.R. auch schlechter als jede andere Lösung.

Wenn Du für Bassinstrument schreibst, hast Du eine Begleitstimme, die sich am Akkordgrundton orientiert. Generell gelten hier die Tonsatzregeln für Basslinien, bei denen Du als ganz allgemeine Faustregeln verwenden kannst: Erlaubt ist immer der Grundton und in den meisten Fällen auch der Akkord-Terzton, sofern er keinen schon erklingenden Leitton verdoppelt. Akkord-Quinttöne sind fast immer unerlaubt, außer als Wechselbass-Töne bei gleichbleibenden Akkorden (z.B. in der volkstümlichen Blasmusik). Akkordseptimen im Bass empfehlen sich nur, wenn der Bass eine wirkliche Melodie spielt. Dann muss die gespielte Septime nach unten fortschreiten. Optimalerweise bewegt sich der Bass zwischen Grund- und Terztönen und bildet eine Melodie, die gegensätzlich zur Hauptmelodie ist.

Wenn Du für ein mittleres Instrument schreibst, dass eher nur Begleitfunktion hat, bewegst Du Dich meist in mittlerer Lage, weder im Bass noch in der Melodie. Dann solltest Du sie vor allem nicht zu sehr überladen und in erster Linie als Füllstimme verwenden, die die Harmonie vervollständigt.

Auf jeden Fall den Grundton! Auf dem wird der Akkord aufgebaut. Bspw die quinte wird ja ohnehin gerne mal weggelassen aber du wirst selten erleben dass bei einem Akkord der Grundton weggelassen wird, denn auf dem basiert ja der ganze Akkord. Auf C wird ein C Dur gebildet, net auf E bspw. . Die Terz bzw quinte kannst du weglassen aber der Grundton ist ausschlaggebend für die harmonik in diesem Falle.

Johannes888 29.06.2017, 08:42

Würde ich genau so machen. Es sei denn du spielst zu einem anderen Instrument, das die Akkorde spielt. Dann könntest du auch mehrere Töne (der angegebenen) während eines gespielten Akkords spielen.

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L2345 29.06.2017, 10:12
@Johannes888

Ja das stimmt natürlich :) wobei es selbst da stark von der harmonik abhängig ist und halt welches Instrument welche Töne trägt so. Theoretisch könnte man sogar den Akkord im Arpeggio spielen das ist halt schwer zu beurteilen wenn man das Stück und die Verschiedenen stimmen net kennt...

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Hi EchtSo!

Wenn aus einer mehrstimmigen Stimmführung  Einzelstimmen erzeugt werden sollen, bleibt man bei der Aufteilung immer jeweils in der Stimmlage, ein Beispiel "Tri tra trallala":

g c e e e . . .  (wird dann zur ersten Stimme)

e g c c c  . . . (wird dann zur zweiten Stimme)

c e g g g  . . . (wirdt dann zur dritten Stimme)


Hier entscheidest du dich dann einfach für eine der drei Stimmen. Wenn genau die Melodie erkennbar sein soll, musst du hier die erste Stimme nehmen.

Da die Melodie fast immer der ersten Stimme entspricht, kannst du das bei deinen Noten jeweils als Erstes ausprobieren. (Das funktioniert dann sogar, wenn die Stimmführung in deinem Lied zum Beispiel mal dreistiimig, mal zweistimmig oder noch anders ist)

Mit dem Transponieren verfährst du anschließend so, wie du es schon beschrieben hast.


Also viel Spaß dabei

Thomas Weber




Hallo EchtSo!

In der Regel wirst Du doch die Melodie nehmen, oder nicht? Das ist in einem Klaviersatz eher die Oberstimme. Wenn Du allerdings Tuba spielst, willst Du vielleicht die Basslinie nehmen.

Gruß Friedemann

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