wie löscht man ein "schmerzgedächtnis"?

3 Antworten

Hallo, ich forsche seit einigen Jahren über das Schmerzgedächtnis bzw. chronische Schmerzen. Deren Entstehung aber v.a. auch "Rückbildung".

https://youtube.com/watch?v=6FRKmJJWJ5s

In diesem Video erkläre ich kurz was das Schmerzgedächtnis ist und auch welche Maßnahmen bei chronischen Schmerzen relevant sind. Ist ein Q&A von mir auf besonders häufige Fragen, die ich zum Thema chronische Schmerzen, Schmerzgedächtnis etc bekommen habe.

Ich hoffe das Video ist informativ. Prinzipiell ist es natürlich schwierig Schmerzen und v.a. das Schmerzgedächtnis gut und informativ zu erklären.

Viele Grüße
Dr. T. Weigl

Wenn Du Dein "Schmerzgedächtnis" löschen möchtest, empfehle ich folgendes Vorgehen - aus eigener Erfahrung zusammengebaut und andere mögen anderes bevorzugen, bei mir aber hat es geholfen:

  1. Körperbild Du verschaffst Dir einen Überblick darüber, welche Stellen am Körper Dir weh tun, wo Du überall Schmerzen hast. Bei mir hat es Wochen gedauert, bis ich alle schmerzhaften Punkte zusammengestellt hatte. Ich war in einem Stadium, dass ich Migräne, Allergien, ehemals gebrochenes Handgelenk usw. nicht mehr wahrgenommen habe..

  2. Zusammenführen von Schmerz und Ursache des Schmerzes Nach dem ersten Überblick über Schmerz-Orte, kann die Phase anfangen, den Schmerz-Orten ihre Ursachen hinzuzufügen. - Bei einigen Schmerzen kann dies einfach sein, diese wirst Du selber lösen können, für andere wirst Du (therapeutische) Hilfe benötigen. Die Schmerzen bauen sich in einer Reihenfolge ab, die leichtesten zuerst.. (also nicht, ich will aber jetzt x, sondern Dein innerer Zustand entscheidet, was Du wann wie verkraftest) - Diese Phasen können dauern (hängt ab von dem, was Du erlebt hast und wie "tief" es Dich getroffen hat). Auch kann es sein, dass nach Abbau einiger Schmerzen, neue Schmerzen aufkommen. Wenn Du also "neue" Schmerzen entdeckst, ist dies als Fortschritt zu sehen. In diesem Sinne (sehe ich (heute)) auch eine Migräne oder Niedergeschlagenheit/Depression. Diese sind Indikator eines Schmerzes, dessen Ursache Du finden, Dir bewusst machen und dann lösen musst. -wofür ist es gut?)

  3. Klingt einfach und wie machen? Schmerz-Orte lassen sich einfach finden, wenn sie überdeutlich sind (Migräne :-) - auch bietet sich an, wie bereits geschrieben, Yoga - meine Erfahrung mit Yoga ist wie folgt: Bei meinem ersten Versuch habe ich eine Krise bekommen und kurz darauf den Raum verlassen (Power Yoga), war mir alles zu nervig - heute weiss ich, dass ich so unruhig, nervös und überlastet war, dass schon der Gedanke an einen ruhigen Raum und langsame Bewegungen mich "krank" gemacht hat - mit anderen Worten, ich hatte meine erste Lektion bekommen (aber nicht verstanden)...nach 2 Jahren habe ich meinen nächsten Versuch gestartet. In der Zwischenzeit habe ich viele Schmerz-Orte erfolgreich abgebaut. Dieses Mal war ich ruhig genug, die Übungen mit zu machen und durfte dann entdecken, dass mir viele Schmerz-Orte nicht bekannt/bewusst waren, also durfte ich meine Liste grad wieder erweitern (..) gemerkt habe ich dies dadurch, dass mich einige Übungen aggressiv, andere traurig - wie auch immer "emotional" herausgefordert haben.. anders als der andere Autor bin ich nicht der Ansicht, dass das Gedächtnis durch die Übungen entlastet wird. Ich bin nur der Ansicht, dass die Übungen Dir Indikation liefern, lösen kannst Du nur durch professionelle Hilfe. - Statt Yoga gibt es auch "Achtsamkeitstrainings", ist wohl so ähnlich, habe ich aber nicht ausprobiert.

--- wie machen, Klingt blöd, aber funktioniert: die kontinuierliche und immer wieder wiederholende Frage, "wofür ist dieser Schmerz gut" (Antworten bei mir zwischen wenigen Minuten und fast einer Stunde, wozu? welchen Vorteil hat es? wenn das nicht hilft, dann indiziert dies die Wichtigkeit des Schmerzes und hier ist professionelle Hilfe angezeigt:

google/wiki mal: Traumatologie, Posttraumatische Belastung, Milton Erickson etc - unter diesen Stichworten finden sich Erklärungen und Methoden, - umstritten und nur mit wirklich gut geschulten Coaches/Therapeuten, - aber bei mir geholfen - haben bei mir EMDR, EFT und Hypnotherapie, systemische Aufstellungen - Durch diese Methoden und wirklich professionell ausgebildete Menschen habe ich es geschafft verschiedene, sehr schwere traumatische Erlebnisse, die zu allerschwersten Depressionen geführt haben, zu überwinden -- Heute, kann ich viele Dinge, wie andere Leute, normal tun - Bislang hat der Heilungsprozess 5 Jahre gedauert - Insbesondere, weil ich lange gebraucht habe, zu begreifen und mir alles selber zusammengesucht und ausprobiert habe und (die Bedenken anderer (gesunder) überwinden musste) - alles Gute.

Du kannst lernen, andere Teile des Körpers bewusst zu spüren und als angenehme Empfindung wahrzunehmen. Solange körperliche Wahrnehmung hauptsächlich Schmerz bedeutet, wird dies im Gehirn eine immer größere Repräsentation bekommen. Wenn du aber immer mehr körperliche Wahrnehmungen hast, die angenehm sind, wird die Schmerzrepräsentation weniger. Ich empfehle daher Yoga. Damit lernst du verschiedenste Körperwahrnehmungen, und das Schmerzgedächtnis wird schwächer. Dafür gibt es sogar schon eine Reihe von Studien, die zeigen, dass "klassisches" Yoga bei chronischen Schmerzen sehr hilfreich ist. Auch die Tiefenentspannungstechnik "Bodyscan" hat sich als hilfreich erwiesen. Hier dafür eine mp3 Anleitung: http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/2007/07/13/bodyscan-tiefenentspannung-im-liegen-15-minuten-fur-vollstandige-regeneration/

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