Wie liese sich gegen die künftige Arbeitslosigkeit vorgehen?

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9 Antworten

Die menschliche Arbeitskraft wird auch weiterhin benötigt. In einigen Bereichen werden Arbeitsplätze durch Automatisierung wegfallen, in anderen Bereichen werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Wie viele Menschen waren vor 50 Jahren in der Computerbranche tätig? Im Pflegebereich? Im Bereich der erneuerbaren Energien? Es wird auch weiter neue Branchen geben, die neue Arbeitsplätze schaffen. Das Thema der Rückgewinnung von Rohstoffen wird eines dieser Felder sein, in denen massenhaft neue Jobs entstehen werden.

Zu denken, ein Bedingungsloses Grundeinkommen würde ein solches Problem lösen, falls es je auftreten würde, ist ein Trugschluss. Ein solches Einkommen müsste, bevor man es auszahlen kann, erst mal erarbeitet werden. Sprich, was der Eine bekommt, muss ein Anderer aufbringen. Unterm Strich ist das ein Nullsummenspiel, bei dem derjenige gewinnt, der nicht arbeitet, während derjenige verliert, der arbeitet.

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Kommentar von FindTheReality
08.06.2016, 23:48

Sehr geehrter Interessierter,

wenn man sich die bisherigen Kommentare angesehen hätte würden sich Argumente hinsichtlich des "Bedingungsloses Grundeinkommen" und "das auch in Zukunft Arbeitskräfte benötigt werden" erübrigen.....

GARANTIERT werden künftig neue Jobs entstehen, Arbeitsbereiche die wir uns heute wohl möglich nicht mal vorstellen können, aber der Weckfall von Arbeitsplätze wird ein derartiges Ausmaß annehmen der zu keinem Verhältnis steht. 

AUßERDEM ist es bedingt ein persönlicher Bedenken, viel mehr beruht sich dies auf einem Bericht des OECD

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Kommentar von OlliBjoern
09.06.2016, 00:50

Ja, ich stimme insofern zu, als dass auch weiterhin Arbeitsplätze benötigt werden (Dienstleistungen, Ärzte, Pflegepersonal, Piloten, Taxifahrer, Verwaltung usw.).

Aber mal ein fiktives Beispiel: sagen wir mal ein Staat hatte mal mit 1 Million Arbeitsplätzen eine Wertschöpfung X erbracht. Nun kann er mit nur 500 000 Arbeitsplätzen dieselbe Wertschöpfung X erbringen (wegen Automatisierung usw.).

Nun ist also die Hälfte der Leute arbeitslos, obwohl die Wertschöpfung keineswegs kleiner geworden ist. Nun gibt es freilich die Möglichkeit, zu sagen, ok, dann produzieren wir halt für den Export. Aber eine Nachfrage braucht es dennoch (wie viele High-Tec-Produkte werden produziert, für die händeringend Abnehmer gesucht werden?).

Oder man könnte sagen, ok, wir teilen die Sache auf, was dann zu mehr Teilzeitjobs führen würde. Das ist dann eine gute Lösung, wenn der Teilzeitjob wie früher der Vollzeitjob bezahlt werden würde (wie realistisch ist das?).

Ich sehe auch, dass ein "bedingungsloses Grundeinkommen" problematisch ist, aber man muss schon auch die obige Problematik sehen, was man macht, wenn einfach nicht mehr so viel Arbeit zu machen ist, um dieselbe Wertschöpfung zu generieren.

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Es ist zwar nicht wirklich meine Idee, aber ich fände die nicht schlecht.

Man könnte einführen dass automatisierte Fertigungsanlagen besteuert werden, also Abgaben dafür entrichtet werden müssten wodruch kein solch höherer Gewinn gegenüber manuellen Arbeitskräften erziehlt werden würde.

Diese Einnahmen könnten dann verwendet werden um Arbeiter aus gleicher Branche die Wochenarbeitszeit bei gleichem Lohn zu verkürzen.

Allerdings müsste dies global passieren weil sonst die Produktion noch stärker ins Ausland verlegt würde wie jetzt schon. Oder man müsste sich was Anderes einfallen lassen damit nicht ausgelagert wird.

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Wieso künftige Arbeitslosigkeit, du machst gerade so, als wenn wir jetzt keine hätten.

2 Schritte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sind in den Vordergrund zu stellen:

1. Arbeitszeitverkürzung

2. gezielte Beschäftigungsprogramme mit Auflagen. Eine Stoßrichtung ist eine Altstadtsanierung und dort wo es sie nicht mehr gibt, deren Wiederaufbau, sofern dies eben möglich ist. Natürlich ist auch der Umweltschutz zu forcieren usw.

3. andere Art der Besteuerung, Betriebe die trotz ausreichender Kapitaldecke nicht investieren, sind härter zu besteuern, jene die einstellen zu steuerlich zu begünstigen

4. das Abfließen des Kapitals in den Finanzsektor ist stark einzuschränken

5. Kapitalflucht ist zu unterbinden

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Kommentar von Interesierter
09.06.2016, 22:52

Das macht nicht wirklich Sinn.

1. Arbeitsverkürzung bedeutet ohne Lohnausgleich sinkende Einkommen der Bürger. Das bringt uns nicht weiter. Mit Lohnausgleich bringt es uns steigende Preise, Inflation und internationale Wettbewerbsnachteile, also weitere Arbeitslose. Auch keine gute Idee.

2. Sämtliche Beschäftigungsprogramme sind bisher ausnahmslos gescheitert. Allesamt waren es Strohfeuer, die schnell verpufften aber Schuldenberge hinterließen. Auch hier wäre es das selbe. Also unterm Strich auch keine gute Idee. Der Staat als Investor hat sich nie bewährt.

3. Nun willst du Betriebe mit hoher Kapitaldecke "bestrafen"? Na gut, dann wird die Kapitaldecke über Beteiligungsgesellschaften und internationale Investments runtergefahren.

4. Es fließt kein Kapital in den Finanzsektor ab. Der Finanzsektor ist Teil unserer Wirtschaft. Letztlich würdest du Lieschen Müller eine Strafgebühr aufbrummen, wenn sie ihr Erspartes aufs Sparbuch legt? Ich bitte dich!

5. Was verstehst du unter Kapitalflucht? Ich kann mein Geld investieren, wo ich es will. Ob das nun ein Bausparvertrag, eine Immobilie oder ein Sonnenstrand auf Grönland ist, ist vollkommen egal. Du kannst Kapital nicht einsperren. Dazu wären Kapitalverkehrskontrollen notwendig, die für jede Wirtschaft absolutes Gift sind, da sie jede Form der Investition im Keim ersticken.

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In der klassischen Wirtschaftswissenschaft gibt es die drei Produktionsfaktoren: Arbeit, Boden, Kapital. Wenn man nun die Verfügbarkeit von Boden und Kapital anheben würde, dann sinkt relativ dazu die Verfügbarkeit von Arbeit - besser gesagt die Verfügbarkeit der arbeitenden Menschen.

Das bedeutet hierdurch würden die arbeitenden Menschen zum knappsten Produktionsfaktor. Das bedeutet sie werden für die Produktion zum limitierenden Faktor. Unternehmen würden die Arbeitenden umwerben, die Arbeitsagenturen werden überflüssig (Vollbeschäftigung) und ihre Mitarbeiter werden zu Headhuntern umgeschult. Der Arbeiter steht wieder auf gleicher Augenhöhe mit dem Arbeitgeber.

Das einzige was man machen muss ist eine kleine Gebühr auf Liquidität und Bodenbesitz zu erheben (ca. 3-5% p.a.). Hierdurch erhöht sich der Angebots-Druck von Kapital und Boden, was der oben beschriebenen Anhebung der Verfügbarkeit von Kapital und Boden entspricht.

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Kommentar von FindTheReality
08.06.2016, 23:43

Danke NewKemroy für den Gedankengang, leider kann ich diesen hinsichtlich der geschilderten Problematik nicht nachvollziehen, in wie fern währe dies eine Lösung????

Genau der Gegenteil ist ja hierbei der Fall, es handelt sich hierbei um eine Arbeitsverknappung NICHT um Arbietnehmerverknappung. 

Auch hinsichtlich des Argumentes mit dem Bodenbesetzt bitte ich um mehr Details, wieso sollte eine derartige Steuer eingeführt werden? Es gibt schließlich bereits eine Grundsteuer, eine derartige Steuer wird eine Auslandverlagerung verstärken. Und dadurch zu mehr Arbeitslose führen. 

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Viele Politiker sprechen noch immer von der Wiederherstellung der klassischen Vollbeschäftigung; vielleicht sollte man zuerst dort ansetzen und gemeinsam erörtern wie realistisch diese Vorstellung noch ist.

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Bedingungsloses Grundeinkommen. Das löst zwar das Problem der Arbeitslosigkeit nicht, schwächt deren Folgen aber ab.

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Kommentar von FindTheReality
08.06.2016, 23:27

Ich habe mich mit der Thematik "Bedingungsloses Grundeinkommen" sehr intensiv auseinander gesetzt, zumal in der Schweiz neulich über einen Volksentscheid abgestimmt worden ist und kann mit absoluter Gewissheit sagen das dies garantiert keine Lösung ist, für niemanden! Es schafft im Nachhinein nur mehr Probleme hinsichtlich mehrerer Faktoren, als einen Nutzen den man daraus erzielt. Daher ein klares: KEIN RICHTIGER LÖSUNGSANSATZ

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Kommentar von Interesierter
08.06.2016, 23:43

Ich denke, hier liegst du falsch. Grundsätzlich steht die menschliche Arbeitskraft mit der Automatisierung in Konkurrenz. Durch die Umverteilungsmechanismen des BGE würde die menschliche Arbeitskraft weiter verteuert, denn Maschinen zahlen keine Steuern. Damit würde der Druck, noch weiter zu automatisieren noch weiter erhöht und nicht gesenkt.

Das BGE ist eine unsoziale Luftnummer, der leider viel zu viele Leute auf den Leim gehen.

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wieso schließt du auf mehr arbeitslosigkeit ?

Mit der Automatisierung wird es eben entsprechend andere Berufe/Aufgabengebiete geben. Zudem ist Robotik wohl in vielen Bereichen nicht besonders wirtschaftlich. Auch wird die Anzahl der potenziellen Arbeitnehmer (zumindest in Dtl.) nach den Baby-Boomer abnehmen.

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Kommentar von FindTheReality
08.06.2016, 23:20

Zunächst sind dies keine beliebige Aussagen die von mir stammen, diese beruhen sich auf einem der letzten Berichte des OECD, ein Bericht zufolge könnten sehr bald mehrere Millionen Arbeitsplätze durch diverse Technologien ersetzt werden. 

Das die Robotik nicht wirtschaftlich ist, galt vielleicht noch bis in den späten 90 Jahren, da diverse Hardware Einheiten erheblich günstiger geworden sind, können nun Anschaffung hinsichtlich solcher Techniken viel günstiger integriert werden, daher ist die Wirtschaftlichkeit außer Frage.  

Es werden gewiss neue Arbeitsplätze geschafft, diese stehen jedoch zu keinem Verhältnis. 

Genau darin sehe ich ja auch eins der größten Probleme, die Baby-Boom Generation, wer soll den bitte lesen Rente finanzieren wenn nicht so viele Arbeitnehmer benötigt werden????

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Es gibt immer noch keine Möglichkeit, Häuser von Robotern bauen zu lassen, ebenso Strassen, Kabel verlegen, Abwasserleitungen.......

Da wir immer genügend Arbeit da sein.

Auch im Service, Dienstleistungsbereich......

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Kommentar von FindTheReality
08.06.2016, 23:08

Bitte nicht falsch interpretieren, es werden garantiert auch in Zukunft Menschen für diverse Arbeitsabläufe benötigt!!! Aber es gibt immer mehr Techniken vor allem in der Produktion die Arbeitskräfte unnötig machen. 

Selbst an Beispielen die Sie erwähnt haben: Hausbau, Kabel verlegen, Abwasserleitungen.. gibt es immer mehr Techniken die z.B. statt 3 Arbeitsplätze nur noch eine Arbeitskraft benötigt wird. 

Ich möchte da nicht zu den Einzelnen Fällen ins Detail gehen, es handelt sich hierbei lediglich um den Grundgedanken hinsichtlich der Entwicklung da viele Experten, Organisatoren so wie Weltverbände davor warnen. 

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In der Schweiz hat man letztes Wochenende über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Nur jeder fünfte Wähler war dafür, aber es hat eine positive Diskussion ausgelöst. Vermutlich wird so ein bedingungsloses Grundeinkommen in Zukunft einmal ein Lösungsansatz sein. Heute ist es noch zu früh.

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Kommentar von konzato1
08.06.2016, 23:13

Die Summe war viel zu hoch angesetzt!

2300 € fürs Nichtstun, das geht nicht und kann niemand bezahlen.

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Kommentar von FindTheReality
08.06.2016, 23:33

Wie ich bereits  @Jonas711 kommentierte, ist dies keineswegs ein Lösungsansatz. Mal nebenbei erwähnt, 2.300 EUR sind für Schweizer Verhältnisse GARNICHTS! Das sind für Deutsche Verhältnisse c.a. 900 EUR nach Kaufwert (nur mal so am Rande weil erwähnt worden ist das dieser Betrag viel Geld sei) Aber wie dem auch sei, ich gehe die Thematik nicht groß ein, aber das ist mit absoluter Gewissheit keine Lösung! Und zum anderen ist die Statistik nicht ganz aktuell von wegen jeder 5te Schweizer währe dagegen, Über einer positiven Antwort würde ich mich sehr freuen und verbleibe bis dahin, 3/4 der Wähler war dagegen. 

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Kommentar von Interesierter
08.06.2016, 23:46

Ich weiss nicht, aber eine Ablehnung mit mehr als 75% ist eine deutliche Abfuhr und wohl kaum das Signal für eine positive Diskussion.

Es wurde zur Abstimmung gestellt und ist krachend gescheitert, denn du kannst die mehr als 75% nicht einfach vom Tisch wischen.

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