Wie liefen gerichtliche Prozesse im 18. Jahrhundert ab?

3 Antworten

Das ist eine gute Frage, weil sich speziell im 18. Jahrhundert einiges tat, speziell in Preußen. In Preußen z.B. war es so, daß unter dem Soldatenkönig und in den ersten Jahren unter Friedrich d. Gr. die Prozeßordnung reformiert und gestrafft wurde. Vorher konnten sich Prozesse jahrelang hinziehen, weil sie v.a. schriftlich geführt wurden. Unter Friedrich wurde z.B. eingeführt, daß Richter ein festes Gehalt bezogen und keine Rechnungen schreiben mußten - man kann sich vorstellen, was da an Korruptions-Potential drinsteckte...

Zu den Fragen drunter: Vorher war die Cautio Criminalis Carolina aus dem 16. Jahrhundert grundlegend. Obwohl man heute mit Schaudern darauf blickt, weil sie das Erzwingen von Geständnissen durch Folter zuließ, brachte sie einige Vorteile, u.a. die Beweislast bei der Anklage, wozu eben auch das Befragen von Zeugen gehört. "Kurzen Prozeß" gab es insofern, als daß weit weniger Berufungsmöglichkeiten zur Verfügung standen - das änderte sich auch erst in der Barockzeit. Nochmal zum 18. Jahrhundert, das verbot der Folter gehört hier unbedingt zur Gerichtsgeschichte. Und natürlich - das Beste zu Schluß - der Begriff des Rechtsstaates, also die Unabhängigkeit der Gerichte.

Das 18 Jahrhundert war die Zeit wo man von sog. Körperstrafen zu Freiheitsstrafen überging. Schau mal unter diesen beiden Begriffen, ob du was findest. Aus dem mittelter her überliefert waren die Strafen ja besonders grausam. Das diente übrigens nicht zuerst der Abschreckung, sondern sollte dem Delinquenten möglichst das Fegefeuer ersparen Dieses änderte sich m.E. um das 17. /18. Jh herum. Aber wie gesat: mit genauen Daten und kann ich nicht dienen.

Danke, genaue Daten brauche ich auch gar nicht ;) Gab es denn schon Richter, wurden Zeugen verhört oder hat man lediglich "kurzen Prozess" gemacht?

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@LeviathanJ7

Richter gab es auch im Mittelalter schon. da wurde dann zwar zwischen kirchlichem und weltlichem Gericht entschieden - die Kirche durfte nämlich z.B. keine Toderstrafe verhängen - aber Richter gab es auf jeden Fall schon. wie auch der entsprechende Nachname beweist. Dieser entstand nämlich, genau wie Schuster, Müller usw. durch die Berufe der Träger.

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Unterschiedlich, zum Ende des 18.Jh. wird die Halsgerichtsbarkeit Karls V. praktisch unverändert ausgeführt, die drakonischen Strafen und die Anwendung der Folter bleiben im Prinzip bis zur Einführung des Josephinischen Strafgesetz in Vollzug, dieses setzte ab 1787 neue Maßstäbe (Preußen bereits ab 1754 - Preußisches Landgesetz):

http://de.wikipedia.org/wiki/Josephinisches_Strafgesetz

Bereits 1804 wurde es aber in den meisten Gebieten des HRR wieder abgesetzt, Napoleon Bonaparte beendete faktisch das Kaiserreich und führte seinen Code civil ein, auf dem nicht nur viele Gesetzbücher heute beruhen, weite Teile dieser Gesetze sind noch heute in Frankreich aktiv...

Der Ablauf der Prozesse hing mit der jeweiligen Prozessordnung zusammen, diese wurde nach dem Ende der Halsgerichtsbarkeit nur wenig angepasst, weil sie bereits vorher ein hohes Ansehen genoss, elementar war die Einführung einer Staatsanwaltschaft in Preußen und anderen deutschen Ländern ab der Mitte des 19. Jh., vorher führte der Richter sowohl die Anklage wie auch die Verurteilung des Deliquenten alleine durch...

Was Du schreibst, klingt gut, macht aber keinen Sinn.

Der Code Civil kann per definitionem nicht ein Strafgesetzbuch abgelöst haben, da das eine Zivilrecht regelt, das andere Strafrecht.

Da musst du Deinen Text noch mal überarbeiten oder die Kompetenz Deiner Quellen prüfen.

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@derdorfbengel

Sicher, Sicher, nur ist die Frage ja nicht per se eine Frage der Strafgerichtsordnung sondern betrifft alle Prozessordnungen, auch die zivilen...

Man hätte den Code Péna erwähnen sollen (1810), die neue Prozessordnung wurde aber mit der französischen Verwaltung eingeführt als zusammen mit den Code Napoleon...

Napoleon Bonaparte beendete faktisch das Kaiserreich

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