Wie lief das in Deutschland mit der Wehrpflicht ab?

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Ich wollte nicht unbedingt zur BW, also hab ich nen Bekannten gefragt der im nächsten Kreiswehrersatzamt gearbeitet hat ob ich schon mal zur Musterung kann, da war ich 17. Normales Alter ist so Richtung 20, weil die einen erst eine potentielle Berufsausbildung oder Schule zu ende machen lassen, ehe man zur BW muss. Ich wurde T2 gemustert und habe mich für Ersatzdienst im Katastrophenschutz entschieden, weil ich eh schon dabei war... Das hab ich dann neben der Ausbildung laufen lassen, so dass ich die damals noch 6 Jahre schnell rum hatte ohne Belastung. Das war kurz vor 2011 zu Ende, dann konnte man schon aufhören, wenn man 4 Jahre Ersatzdienst voll hatte. 

Gemustert wurde jedes männliche Kind erstmalig nach Aussstieg aus der gesetzlichen Schulpflicht mit ca. 16-18 je nach Ausscheiden aus der ersten weiterführenden Schule nach der Grundschule. Dann kam unabhängig von nachgeschlossenem Ausbildungsvertrag  / schulischer Weiterbildung in der Regel schon der erste Musterungsbescheid. Wer direkt nach den 10 Pflichtschuljahren bereits vor der "1.Einladung" zur Musterung in Ausbildung stand, wurde davon in der Regel über den Zeitraum der regulären Ausbildung oder schulischer Ausbildung erst ein mal "verschoben" bis nach der Ausbildung / erweiterten Schulbildung bis max. zum 25. Lebensjahr.

Frauen wurden nicht zur Wehrpflicht herangezogen. Aber im entsprechendn Alter männliche Rekruten u25. Bei mehreren Brüdern der 1. ( älteste ) auf jeden Fall, der 2. evtl. und der 3. nicht mehr, wenn 1 und / oder 2 bereits ihren Pflichtwehrdienst erfüllten. 

Daneben mussten die Wehrpflichtigen aber auch ihre Musterung mit entsprechendem Grad überstehen. T1 = beste, T6=raus / ungeeignet.

In besonderen Situationen der Ausbildung liess sich die Einziehung zum ( Pflicht ) Wehrdienst in gewissem Rahmen auch um den Ausbildungszeitraum der Erstausbildung vom Grundziel des Schulabschlusses verschieben. Freiwillige Bewerbung zum Berufssoldat incl. möglicher Berufsausbildung gab es auch schon zu Zeiten der Wehrpflicht beim BUND.

Das war eigentlich ganz einfach: 

Irgendwann gab es ein Schreiben der Wehrbereichsverwaltung, dass man sich am <DATUM> zur Musterung beim nächsten Kreiswehrersatzamt einfinden sollte. 

Dann gab es eine medizinische Untersuchung, ein Gespräch und man konnte einen Wunsch äußern (Teilstreitkraft, bestimmte Verwendung). 

Mit einem freundlichen Brief oder einem Gang zur nächsten Telefonzelle (es gab ja keine Handy und wir hatten kein Telefon) konnte man aber auch den Termin verschieben bzw. hat eine Bestätigung des Arbeitgebers vorgelegt, dass man in der Ausbildung war. 

Nach der Ausbildung ging's aber dann los und nach der Musterung kam irgendwann der Einberufungsbescheid mit Ort, Datum und Einheit. Den hat man dann dem Arbeitgeber vorgelegt, denn der musste einem den Arbeitsplatz freihalten. Zu meiner Zeit betrug der Wehrdienst ja noch 18 Monate. 

Und dann ging's los. 

Für mich war das aber kein Problem, da ich mich vorher schon für 4 Jahre verpflichtet hatte (habe dann später auf 8 Jahre verlängert). Da hatte wegen der Kündigungsfrist auch die Bundeswehr ein Einsehen und wir haben uns auf einen anderen Termin geeinigt. 

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