Wie lese ich die Bibel richtig?

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29 Antworten

Ich sehe es in zumindest einem Punkt, wie realsausi2: Wenn Du die Bibel liest, nutze Deinen eigenen Verstand. Verlasse Dich nicht auf Kircheninterpretationen, sondern beurteile selbst, was darin steht. Wenn Dir das christliche Evangelium besonders wichtig ist, empfehle ich zunächst die Evangelien der Apostel im Neuen Testament und dann im Folgenden die Briefe des Neuen Testaments, dabei vor allem den 1. Korintherbrief und den Jakobusbrief. Darin sind auch Anleitungen enthalten, wie Du zu den Dir wichtigen Fragen des christlichen Evangeliums Antworten erhalten kannst.

Schlussendlich wurde die Bibel immer nur von Menschen geschrieben, ist also sicher nicht unfehlbar. Es wurde aber so geschrieben, dass die göttliche Wahrheit für die Menschen soweit verständlich war, wie es notwendig wurde. Wenn man in Schubladen denkt, wie Metaphern, Gleichnis und so weiter, nur weil es nach allein irdischem Verständnis nicht möglich erscheint, ist man genauso in seiner Betrachtung eingeschränkt und nicht wirklich fähig, die Bibel zu verstehen, wie jemand, der sich von Kirchenlehren beeinflussen lässt, um klare enthaltene Aussagen zu schmälern.

Das wirkliche christliche Evangelium wird nur dem offenbar, der dieses liest, also primär die Evangelien der Apostel, ohne auf irgendeine Weise dabei zu interpretieren, sondern die Aussagen, die darin klar enthalten sind, ebenso klar aufnimmt und zu verstehen lernt, ohne zu interpretieren.

Auf jeden Fall gilt: Altes Testament vor Neues Testament

Das Alte Testament ist die Basis für das Neue Testament, und manche heutigen kirchlichen Riten sind quasi Ersatz von alten Opferritualen.

Ich würde also einfach ganz normal von vorn bis hinten lesen. Ausnahme: Das Buch der Richter 19 solltest du erst lesen, wenn du 18 bist.

Ist das alte Testament so geschrieben wie es da steht oder ist nur das neue Testament wörtlich zu interpretieren?

Öhm.... also... ich weiß nicht. Die Originalschriften sind in hebräischer, aramäischer und altgriechischer Sprache verfasst worden, wobei das Aramäische schon eine Übersetzung eines hebräischen Textes gewesen sein könnte und das Griechische die Übersetzung eines aramäischen Schriftstücks. Mit jedem Übersetzen können sich schon Deutungsfehler übertragen. Manches ist schwer lesbar oder mehrfach deutbar. Und allgemein ist es schwierig zu sagen, was ein Autor vor 2500 Jahren meinte, wenn er etwas schrieb. Schlimmer noch: Auch die späteren Übersetzer - etwa Martin Luther - haben mit ihren Übersetzungen die Texte so geschrieben, wie sie sie selbst deuteten. Und wenn ein heutiger Deutscher den alten Luthertext liest, wird er diesen Text auch nicht immer verstehen.

Es wäre kein Fehler, eine "kommentierte Bibel" zu haben, die manches Fragezeichen im Vorhinein aufhellen kann.

Gute Frage. Das mit den Allegorien kannst du eigentlich vergessen. Wenn du so an die Bibel rangehst, dann ist es schade.

GANZ gut ist es, z. B. die Rede von Stephanus zu lesen, in Apostelgeschichte 7. Der zeigt den "roten Faden".

Das Alte Testament würde ich erstmal ein wenig zur Seite lassen. Denn die vielen Vorschriften und Gesetze, Stammbäume oder auch Kriege sind schwer verständlich.

Es ist so, dass Jesus (am Matthäus, NT) sagte, dass Er gekommen ist, das Gesetz und die Propheten zu erfüllen. Mt.5.17ff Was damit gemeint ist: ****Schon Eva bekam nach dem Sündenfall die Verheißung, dass ein Nachkomme von ihr dem Teufel den Kopf zermalmen wird. - Ein Hinweis auf Jesus.

Dann die Geschichte der ersten Menschen, die Sünde, Noahs Arche - dann die Nachkommen von Sem, einer der drei Söhne von Noah. Von Sem kommt Abraham. Danach Isaak und Jakob. Dieser Jakob wurde als erster Israel genannt, weil Gott sich ein Volk - aus allen Völkern - formen wolle, was die 12 Söhne von Israel sind. Darunter auch Juda, - (Jesus kommt aus dem Stamm Juda).

Joseph´s Geschichte (ein Sohn von Jakob/Israel) war mit seinem Leben quasi ein prophetisches Beispiel auf Jesus. Joseph wurde von seinen Brüdern verraten, verkauft, in die Sklaverei geschickt, kam nach Ägypten, wurde auch dort zu Unrecht verurteilt - kam wieder frei und wurde fast an die Stelle des Pharaos erhoben. (Prophezeiungen auch über den Christus) Joseph vergab seinen Brüder, gab ihnen "Brot" (Mehl), so wie Jesus sich Brot des Lebens nannte.


Die Archäologie bestätigt, dass Joseph in Ägypten war und die Geschichte wahr ist.

**Die Herausführung aus Ägypten (430 Jahre später - Mose) in 2. Mose und der Durchzug durchs Meer ist ein Sinnbild für die Taufe. Das erste Pessachlamm - Hinweis auf Jesu Blut, das erlöst - wurde davor geschlachtet.

In der Wüste erhielten sie die Gebote auf Stein - und zusätzlich die sog. mosaischen Gesetze. Aber nur die 10 Gebote kamen in die Bundeslade - denn sie bauten nach Gottes Anordnung die Stiftshütte.

Das Manna, das sie in der Wüste versorgte - ist auch ein Hinweis auf das Brot des Lebens -Jesus.

Bestimmte Gräueltaten, die die Söhne übrigens von Jakob verübten, waren NICHT Gott gefällig und zogen den Fluch nach sich - es gab dafür keine Rechtfertigung.

Einzig die Landeinnahme Kanaans war geboten. Wobei die Völker dort bereits sehr grausame Riten hatten wie Menschenopfer und brutale Versklavung - anders als die Gebote der Sklaverei in Gottes Volk, die nicht grausam sein sollten.

Die gebotenen Opfer im AT hatten EIGENTLICH die Absicht (Gottes),dass Menschen auch Buße tun für ihre Sünden - aber sie gewöhnten sich an die Sünde und die Opfer - und die Propheten beklagten diese Einstellung schon im AT. Es heißt z.B. Gott wolle nicht Opfer, sondern Liebe und Gerechtigkeit.

Jesaja (Prophet im AT) beklagte auch viel der Gleichgültigkeit in Gottes Volk.

Außerdem wird beschrieben, dass Gottes Volk, die Juden, nicht besser waren als die anderen Völker, sondern weil Gott an diesem Volk seinen Plan durchziehen wird.

Aus diesem Volk der Juden kommt also Jesus, verheißen im AT. Die Schriftrolle von Jes. ist nachweislich 250 v.Chr. geschrieben - so original wie in unserer heutigen Bibel (haha, auf hebräisch natürlich)

Jesus übertrat nicht ein einziges der Gebote aus dem AT - wohl aber die mündlichen Überlieferungen der Juden, die nicht Gottes Wort sind. (Allerdings interessant zum Nachstudieren, weil sogar die Mishna Jesu Tod bezeugt.) ** Jesus rückte- NT - die Absicht Gottes wieder zurecht, was auch die Propheten imAT sagten. Er hielt selbst, was Er einst auf Stein geschrieben hatte und wollte diese 10 Gebote auf unser Herz schreiben. (Moralgesetz auch oft genannt) - Jer.31.33 und NT Hebr. 8 und 10.

Wie bei Joseph, so wurde letztendlich Jesus, der nur Gutes getan hatte, verkauft (Judas ging zu den Pharisäern), getötet. - Aber er wollte es letztlich auch (auch wenn Ihm die Angst überkam im Garten Gethsemane), denn er wollte die Menschen befreien von der Sünde.

Jesus hatte bereits vor seinem Tod angekündigt, es werden viele in seinem Namen die Jünger töten und glauben, dass sie Gott einen Gefallen tun. - Finst. Mittelalter z.B.

Jesus wollte keine Machtausübung durch Menschen, sondern dass die Menschen von Herzen glauben können. Jesus war durch und durch auch Jude. Er wird Menschensohn genannt und auch GottesSohn. Und in Römer 9.5 und 1.Joh 5.20 auch: der wahre Gott - so auch Thomas in Joh.20.28

Jesus sagte, dass jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern das ewige Leben hat. In Mark 16.16 sagte Er, dass, wer glaubt und getauft wird, gerettet wird.

Der Taufe muss der aktive, persönliche Glaube vorausgehen.

Da das AT voller Hinweise ist auf den Christus (Messias) ist es ratsam, mit dem NT anzufangen.

Fang einfach mal im Neuen Testament an: Matthäus, Markus ... dann die Apostelgeschichte ... dann die Briefe. Bei der Offenbarung wäre es gut, wenn Du vorher das Buch Daniel im Alten Testament verstanden hättest, dann verstehst Du die Auslegung von der Offenbarung besser: Grundsätzlich gilt: Die Bibel legt sich selbst aus! Danach fängst Du bei 1. Mose 1 an.

Der Koran ist so aufgebaut: Die längste Sure zuerst, die kürzeste am Schluss. Die Bibel ist logisch aufgebaut: Auf den ersten Seiten der Bibel steht die Schöpfung und wie das Problem der Sünde kam. Auf den letzten Seiten steht, was Gott mit Satan und den Sündern und den Geretteten macht. Und in der Mitte steht, wie Jesus das Problem der Sünde gelöst hat: Damit fängst Du in Matthäus ... an. Die Geschichte geht im Alten Testament chronologisch vor, und hier findest Du ausführlich alle Geschichten, die im Koran nur eben so angerissen, oder gar falsch wiedergegeben sind.

Trotzdem rate ich Dir - neben Deinem fortlaufenden Lesen - noch einen Bibelfernkurs zu machen, der thematisch vorgeht. Er ist kostenlos: http://www.bibelstudien-institut.de/

Es braucht keinen Bibelfernkurs, der den Leser in eine bestimmte Richtung lenkt. Selber lesen und selber denken macht schlau.

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Diese Buch kann man nicht lesen, wie irgendein anderes. Man kann schon, aber dann wird man keinen Gewinn davon haben. Das Allerwichtigste ist, mit der richtigen Einstellung hinzugehen. Dieses Buch wurde, nach seiner eigenen Aussage inspiriert, und ist nicht eine Sache von Menschen (2. Timotheus 3,16 oder 2. Petrus 1,20-21). Darum ist es wichtig, vor dem Öffnen der Bibel um den Geiligen Geist zu bitten, denn "der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes, es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, denn es muss geistlich beurteilt werden" 1.Korinther 2, 14. Wenn Du in Apostelgeschichte 8 liest, wie der Kämmerer aus Äthiopien versucht hat, die Bibel zu lesen und zu verstehen, aber dem Philippus gesagt hat, er könne es nicht verstehen, wenn ihn niemand anleitet, so merkt man schnell, dass man alleine nicht sehr weit kommt. Man kommt auch nie zu Ende. Beim ersten Lesen versteht man nur wenig. Man kann ein Leben lang studieren und findet immer und immer wieder neue und noch tiefere Gedanken. Dem oberflächlichen Leser bleibt das alles verborgen und nur der ernsthaft Suchende mit lernwilligem Geist wird diese Tiefen ergründen.

"Dieses Buch wurde, nach seiner eigenen Aussage inspiriert."
Wie verläßlich, denkst du, ist eine solche "Selbstauskunft"?

Auch ohne diese Einstellung - du meinst sicher: ohne den Glauben an diese göttliche Inspiration - kann man das Buch mit Gewinn lesen.

Gruß, earnest

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Ich bin nicht gläubig, mir geht es nur ums leichtere Verständnis.

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Geiligen Geist zu bitten

Was genau ist das bitte? Klingt irgendwie obszön.

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  • Die Bibel ist eine Ansamlung von Schriften diverser Zeitzeugen. Es kann also im Vergleich mit den Autoren der Schriften zu "angeblichen" Widersprüchen kommen, wobei der Konsenz dann wieder übereinstimmend ist.
  • Da die Bibel Schriften der Menschen ihrer Zeit beinhaltet, sind die Darstellungen gemäß den wissenschaftlichen Erkenntnissen, sowie den jeweiligen politischen Gegebenheiten zu betrachten. Diese können mit Erkenntnissen der Modernen (z.B. Evolutionstheorie) im Widerspruch stehen.
  • Das alte Testament ist Thora und Tanach entliehen, und beschreibt den Weg des jüdischen Volkes. Das alte Testament ist im Inhalt der Bibel für das Christentum nur der Weg zu Jesus Christus, und nicht etwa Hauptbestandteil des christlichen Glaubens.
  • Das neue Testament ist das für Christen massgebliche Buch. Es beschreibt die Lehren und das Wirken von Jesus Christus, und revidiert das alte Testament zum christlichen Glauben. Das beste Beispiel hierzu, schreibt das alte Testament noch von "Auge um Auge", so spricht das neue Testament von der verzeihenden Nächstenliebe.

Beim Bibellesen gibt es eigentlich kein "richtig" und kein "falsch".

Wenn man möglichst einfach und schnell die Grundzüge des Christentums erkennen will, dann sollte man mit dem Johannesevangelium anfangen, dann den Römerbrief lesen. Diese beiden zusammen sind die kürzeste Kurzfassung. Danach kämen die anderen Evangelien, die Apostelgeschichte und die Briefe dran, danach die Offenbarung, durchaus in der Reihenfolge, in der sie im neuen Testament stehen.

Wenn man mit dem neuen Testament "durch" ist, dann käme das alte Testament dran. Das ist sehr umfangreich und erzählt in erster Linie die Geschichte Gottes mit seinem auserwählten Volk Israel. Da ist eine Auswahlempfehlung schwierig. Vielleicht wirklich einfach vorne (1.Mose 1) anfangen und uninteressant erscheinende Kapitel einfach überspringen. Die Psalmen und die Sprüche sind ein "muss".

Inwieweit etwas wörtlich zu verstehen ist oder als Allegorie ist ein heißes Thema. Beim ersten Durchgang würde ich mich darauf beschränken, einfach nur zu lesen, ohne alles verstehen zu wollen, um eine Vorstellung vom Inhalt der Bibel zu bekommen. Offene Fragen kann man dann später klären.

In der Bibel stecken verschlüsselte Botschaften welche alle Zeiten überdauern. Deshalb sie ist in Bildern und Gleichnissen geschrieben. Wir lesen zwar die Buchstaben, verstehen aber nicht den Sinn, der hinter den Buchstaben steht. Weil das so ist, entstanden so viele sich widersprechende Kirchen, Sekten und Gruppen. Denn jede Partei will die Bibel besser auslegen als die andere. Es ist nicht richtig, die Bibel wörtlich zu nehmen! Es kommt auf den Geist an, der hinter den Worten steht!

Zwischen den Naturdingen und den Geistigen Dingen besteht eine genaue Entsprechung und diese gilt es zu finden. Ein Beispiel: Jesus sagte in Matthäus 5 Vers 29: wenn dich dein Auge ärgert, dann reiß es heraus…Jesus erklärt diese Stelle dem Jakob Lorber, 1800-1864, Graz: (verkürzt zitiert)

Wenn dich das Licht der Welt zu sehr verlockt, so tue dir Gewalt an und kehre dich ab von solchem Lichte, das dich in den Tod der Materie zöge! Benimm also dir selbst als Geist den leeren Genuß der Weltanschauung und wende dich mit deiner Sehe den rein himmlischen Dingen zu! Denn es ist dir besser, ohne alle Weltkunde in das Reich des ewigen Lebens einzugehen, als wie zu weltkundig einerseits und zu wenig geistkundig anderseits von dem Tode der Materie verschlungen zu werden!

Auf diese Weise erklärt, verliert die Bibel das Unlogische und Widersprüchliche!

Doch Jesus kennt unsere Probleme. Getreu der Voraussage in Offb 14,6: "Und ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, und allen Heiden und Geschlechtern und Sprachen und Völkern"

hat Jesus dem Propheten Jakob Lorber (1800 – 1864) dieses ausführlich geschriebene und gut verständliche Ewige Evangelium im Werk "Das Große Evangelium Johannes" geschenkt. Es beantwortet die wichtigsten Fragen unseres Lebens und ist der Schlüssel zum richtigen Verständnis der Bibel.

Die besten und wissenschaftlichsten Vorträge über die Bibel findest Du auf Youtube von Prof. Roger Liebi. Wenn Du 5 oder 6 seiner Vorlesungen (je 2 Std) gehört hast weißt Du mehr über die Bibel als ein durchschnittlicher Theologe. Nimm Dir die Zeit - die Vorträge sind spannend, kritisch, intellektuell anspruchsvoll und sehr gut!

Die besten und wissenschaftlichsten Vorträge über die Bibel findest Du auf Youtube von Prof. Roger Liebi.

Wikipedia:

Roger Liebi [...] ist ein Schweizer Bibellehrer, Bibelübersetzer und Kreationist. [...]Er geht bei seiner linguistischen Forschung von einer Unfehlbarkeit der Bibel aus.

Vielleicht ist es ratsamer, die Bibel selbst direkt zu lesen und sich eine Meinung zu bilden, statt sie von jemand anderem lesen zu lassen, über den man sich auch erst einmal eine Meinung bilden müsste.

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Hallo Mewchen.

Zunächst einmal ist die Bibel eher so etwas wie eine Bibliothek. Wenn Du Dich mit dem Christentum befasst und deshalb die Bibel liest, dann gibt es einige Werke, die Du zuerst gelesen haben solltest, weil sich dann andere Bücher leichter erschließen lassen. Ich würde zuerst folgende Reihenfolge empfehlen:

  1. Buch Mose

Evangelium nach Johannes

Apostelgeschichte

Römerbrief

dann würde ich empfehlen nach dem Römerbrief noch einmal Johannesevangelium, Apostelgeschichte und wieder Römerbrief zu lesen. Man nennt dies hermeneutischer Zirkel. Vieles wird Dir beim zweiten Lesen sehr viel klarer werden.

Danach könntest Du mit dem 1. Korintherbrief und dem 1. Thessalonicherbrief fortfahren.

Weiter geht es mit der Offenbarung. Danach vielleicht den Rest des NT oder Daniel. Dann Sacharja, Jesaja, Hesekiel und den Rest des AT.

Um der totalen Willkür bei der Interpretation vorzubeugen hat es sich bewährt, dass man nur das symbolisch interpretiert, was auch ganz offensichtlich auch so gemeint ist. Etwa die Tiere aus der Traumvision in Daniel 7, die die Weltreiche repräsentieren. Wenn ein Text den Anspruch hat z.B. ein Bericht zu sein, dann würde ich auch nicht symbolisch interpretieren, wie die Evangelien etwa.

Die Wahl des Bibeltextes ist auch noch ein ganz wichtiges Thema. Um sich einen Überblick zu verschaffen, hat man zwei Möglichkeiten:

  1. kannst Du einen leichtverständlichen Text nehmen, der sich darum bemüht den Inhalt sinngemäß in heutiger Sprache wiederzugeben. Dann empfehle ich dir die Gute Nachricht Bibel [GNB]. Die Neue evangelistische Übersetzung wäre auch noch okay aber fordert wieder ein wenig mehr Wissen über theologischen Slang. Ich denke aber, dass wenn jemand die Bibel relativ flächig (mehrere Kapitel nacheinander in einer Session) lesen möchte die GNB die erste Wahl ist.

  2. kannst Du, wenn Du darauf Wert legst, einen sehr wörtlich genauen Text wählen, wenn dieser kommentiert ist. Als wörtliche Bibelübersetzung nimmt im deutschen Sprachraum die Elberfelder Bibel unbestritten die Spitzenposition ein. Sie hat auch einen sehr umfangreichen Fußnotenapparat, der über alternative Übersetzungsmöglichkeiten Auskunft gibt. Da sollte es aber aufgrund des eher schwierigen Textes die Elberfelder mit Kommentaren sein. Die Kommentare werden Dir auch weiterhelfen bei der Deutung des Textes. Manches, was uns heute aufgrund der kulturellen und zeitlichen Differenz unverständlich erscheint, wird in den Kommentaren erläutert.

Beide, sowohl GNB als auch Elberfelder bieten die Möglichlkeit Textstellen, die inhaltlich passen, zur weiteren Erforschung zu lesen. Meines Erachtens sind die Parallelstellenangaben in der Elberfelder besser gemacht, weil im Fließtext durch kleine Verweise diese beim Lesen schon zu erkennen sind. Bei der GNB muss man hierzu erst in den Fußnoten nachschauen.

Wenn Du mehr in Richtung Geschwindigkeit tendierst, dann empfehle ich die GNB. Wenn es Dir mehr um Genauigkeit geht, dann muss es die Elberfelder sein.

Wie auch immer: Ich wünsche Dir sehr viel Gewinn beim Lesen der Bibel.

Lese sie unvoreingenommen. Also laß Dir von anderen nicht erzählen, wie Du irgendwas zu verstehen hast.

Normalerweise (als Gläubiger) liest man die Bibel unter Gebet. Das heißt, Du betest vor dem lesen zu Gott um das korrekte Verständnis.

Dann liest Du auch nicht zuviel auf einmal, sondern in kleinen Portionen. Am besten immer nur ein Kapitel. So kannst Du über das gelesene besser nachdenken. Laß Dir also Zeit, um die Bibel auch zu verstehen.

Was Du nicht sofort verstehst, kannst Du auch erstmal "ignorieren". Es hat halt einfach noch keinen Bezug zu Deinem Leben und ist daher nicht wirklich wichtig.

warehouse14

Hallo Mewchen, deine Frage möchte ich schon mal hinterfragen.

Du hast zwar gute (und auch schlechte) Antworten erhalten mit teils langen Ausführungen welche meist die Befindlichkeit der "Autoren" widerspiegeln. Die guten sachlichen Feststellungen möchte ich nicht nochmals bringen. Es stellt sich aber die Frage - was ist deine Intention ?

Den Koran hast du schon "gelesen" !! - jetzt ist die Bibel dran !! Wie hast du es dort gemacht. Hast du da gewußt, wie man ihn "richtig" ließt ? Willst du Schriften der Religionen lesen zur Information, zum Studium, sie also "abarbeiten" ? Willst du die Schriften lesen um "Erkenntnisse" zu gewinnen, bist also auf der Suche nach "Wahrheit", Sinnfindung für dich ?

Die Schriften der Religionen enthalten Botschaften (zum Heil !) für den, welcher sich dafür aufschließt (i.R. für den religiös Suchenden) Alles was drum herum "berichtet" wird ist (fast) Nebensache. Wer diese Nebensachen zur Hauptsache macht, liegt immer falsch. Diese Feststellung gilt für Gläubige und Ungläubige. Du hast bis jetzt immer "wild durcheinander" gelesen. Bei dem Umfang der Schriften ist dies für den Anfang auch nicht so falsch.

Es geht also darum, was du suchst, willst. Dann lasse dich beim "Studium" der Schriften von deinem Gefühl leiten. Die guten Anregungen welche hier gegeben wurden kannst du aber annehmen (ich denke dies war dir schon vorher klar), Rezepte gibt es aber nicht.

Gruß Viktor

Zuerst einmal musst du verstehen, das das Christentum keine Buchreligion ist. Es ist keine Gesetzliche Religion die sich nach Geboten richtet die in einem Buch aufgeschrieben sind, sondern eine Glaubensreligion die sich an den realen Erfahrungen unzähliger Menschen über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg orientiert.

Viele Menschen haben diese Erfahrungen aufgeschrieben. Später wurden die Texte ausgewählt und zusammengefasst. Die Bibel ist also weniger ein Buch von Gott, als vielmehr ein Buch über Gott.

Die Bedeutendste Erfahrung die die Menschen mit Gott gemacht haben ist natürlich Jesus. In ihm hat sich Gott offenbart. Deshalb ist es sicherlich vernünftig mit dem Lesen der Evangelien zu beginnen, immerhin sind das die Bücher die direkt von Jesus berichten.

Danach empfiehlt es sich einige Briefe zu lesen. In ihnen erklären verschiedene Autoren wie sie ihre Erfahrungen mit Jesus verstanden und gedeutet haben. Auch die Apostelgeschichte, in der die Entstehung der Kirche überliefert wird ist sicherlich hilfreich.

Danach kann man dann im Ersten Testament lesen, das hilft vor allem zu verstehen in welcher Kultur Jesus gelehrt und gehandelt hat. Das hilft dann auch wenn man verschiedene Gleichnisse besser verstehen will.

Die Frage ob die Texte wörtlich zu verstehen sind ist sehr umstritten. Bei Gleichnissen ist das natürlich nicht der Fall, aber bei anderen Textstellen gibt es da durchaus unterschiedliche Auffassungen.

Das Neue Testament ist sicherlich deutlich leichter zu verstehen. In ihm kann man besser erkennen, das es nicht um das befolgen von Vorschriften geht, sondern darum in einer engen Beziehung zu Gott/Jesus zu leben.

Ich würde dir auf jeden fall raten das du vor dem Lesen um den Beistand des Heiligen Geistes bittest, er wird dir helfen die Texte zu verstehen.

Ich hoffe ich konnte dir helfen.

Gott segne und behüte dich, Klaus.

Wie lese ich die Bibel richtig?

Die Frage ist erst einmal vollkommen unnötig. Es gibt kein 'richtiges Lesen' der Bibel. Das wurde vund den Katholiken und Protestanten erfunden, damit ihre Pfarren eine Gewissensdiktatur ausüben können. Lass dir weder von obskuren Gruppen wie den Zeugen Jehovas noch von irgendeinem Papst / Bischof /Pfarrer etc. vorschreiben, wie du die Bibel zu lesen hast

Wichtig ist nur, dass du sie überhaupt einmal liest. Bitte vielleicht auch noch Gott um Weisheit, aber das ist nicht unbedingt notwendig, weil er dich sowieso richtig leitet.

Die Bibel ist übrigens in Ihrer Zuverlässigkeit bewiesen. Sogar ungläub. Wissenschaftler bestätigen,d ass die Bibel zu 99.9% ganau überliefert wurde. Islamische Behauptungen, bzw. auch "allerwelts-"Behauptungen, dass die Bibel verändert wurde oder gefälscht, sind wisenschaftlich unhaltbar.

Manche lassen sich beirren durch die Entstehungsgeschichte. Die Bibel sagt, in 6 Tagen. Aber ob dieser Tag "Jom" im Hebr. - 24 Stunden sind oder Zeitabschnitt - was das Wort angebli. auch heißt - das ist egal.

Ob wir vom Affen abstammen (was ich nicht denke) oder nicht - die Botschaft der Bibel ist der Erlösungsplan Gottes für seine Menschen. Wer Ihn ablehnt, lehnt ihn ab - wer Ihn sucht, der kann Ihn finden. Im NT heißt es, wir sollen nicht streiten über die Anfänge der Welt. Die zentrale Botschaft hat nichts mit dem Kreationismus zu tun. ;) ;)

Könntest du deine Behauptung mit den 99,9% bitte belegen?

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@deletedname
Nicht einmal die Evangelien stimmen überein.

Genauso wenig wie die Zeugenaussagen bei der Kriminalpolizei. Du beweist mit deiner Aussage nur, dass du noch nicht einmal begonnen hast, da etwas zu begreifen.

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Hallo - puh ... also du stellst Fragen ;))

am besten ist tatsächlich, wenn du mit Genesis 1 anfängst. Das AT ist eine Schilderung vom Anfang der Welt und dem Willen des Gottes, der in dieser Schriftreligion herrscht.

Nun, es ist nicht ganz sicher, ob die Schreiber des AT den Schöpfungsmythos, die Sintflut und die ganze Geschichte des Volkes Israel wörtlich gemeint haben. Jedenfalls ist der Anfang, einschließlich Abraham und Moses und der berühmte "Auszug aus Ägypten" historisch falsch. Sie sind Legenden geformt nach dem Muster älterer Legenden.

Die Geschichten der Könige sind eher Propaganda, denn so war es nicht, wie es in der Bibel geschildert wird.

Das NT ist voller Berichte über Jesus, von dem historisch gesehen niemand weiß, was er nun wirklich gesagt und getan hat. Die "Wunder" einschließlich seiner Auferstehung und Himmelfahrt sind mythische Erzählungen, die zahlreiche literarische Vorlagen haben. Auch hier ist unkklar, ob die Schreiber wollten, dass die Menschen dies allezeit wortwörtlich nehmen. Legendenbildung und Übertreibungen waren damals an der Tagesordnung.

Die ganzen Briefe der Apostel kannst du vergessen - oder sie zumindest als private kämpferische Propaganda für die neue jüdische Sekte der "Christusanhänger" sehen. Der Schluss ist eine wüste Rachefantasieorgie, die ihre Ideen zum Teil aus der persischen Zarathustrareligion hat.

Hallo Mewchen,

Du fragst zunächst:

Meine Frage: Wie muss ich sie lesen? Fängt man mit dem neuen Testament an? Mit dem alten?

Dazu gebe ich Dir heute dieselbe Empfehlung, wie ich sie im Tipp vom11.10.2012 abgegeben habe:

Wo fange ich mit dem Bibel lesen an?

TIPP VON kdd1945KDD1945 11.10.2012 - 7:39

Fast jeder weiß, was die Bibel ist - Gottes Wort.

Manch einer hat auch eine Heilige Schrift zuhaus, hat aber noch gar nicht ´reingeschaut. Das ist so ein dickes Buch - denkt man vielleicht - wo fange ich überhaupt an zu lesen?

Mein Tip: Mit dem Markus-Evangelium - es ist das kürzeste - erfährt man schnell, was Jesus getan und gesagt hat. Und das ist ja schon mal was!

Weiterhin sind unverzichtbar die ersten drei Kapitel aus 1.Mose, mit dem Schöpfungsbericht und der Rebellion gegen Gott, die der Satan begann und der sich Adam und Eva so undankbar anschlossen.

Für das Lesen des Alten Testaments hatte ich auch schon früher empfohlen:

Wie liest man am besten das "Alte Testament" ?

TIPP VON kdd1945KDD1945 27.02.2013 - 9:31

Wenn Du das "Alte Testament" lesen willlst, empfehle ich Dir, beim erstenmal nicht stur alles nacheinander weg zu lesen, sondern einige "langatmige" Passagen zu überspringen, wie die ganze Gesetzessammlung für die Israeliten, Abstammungsregister und Ähnliches. Das kannst Du dann später bei einem regulären Lesepogramm nachholen.

Aber schon 1.Mose hat interessantes zu bieten: - Schöpfungsbericht, Rebellion gegen Gott durch drei Verschwörer, Satan, Adam, Eva. - um die Sintflut, Turmbau zu Babel, dann besonders auch für Frauen: Wie Gott Sarah beschützt, wie sich Rebekka als Ehefrau für Isaak empfiehlt, wie Jakob sich 20 Jahre abmühte, um seine geliebte Rahel zur Frau zu bekommen, dann die spannende Geschichte um Josef, der wegen seiner Treue vom Sklaven und Gefängnisinsassen zum Vizekönig wurde....

Wenn Du es richtig angehst und die Spannung aufrechterhältst hast Du in "Zeit von nix" das Wichtigste intus. Sehr lesenswert sind auch die bewegenden "Frauenbücher" Ruth sowie Esther (Esther sehr actionreich).... na, Du wirst schon sehen.

Weiter fragst Du:

Was ist wörtlich gemeint, was sind Allegorien? Ist das alte Testament so geschrieben wie es da steht oder ist nur das neue Testament wörtlich zu interpretieren?

Beim AT solltest Du beachten, das die von Gott über Mose den Israeliten gegebenen Gesetze und Gebote wie auch Verbote nur für dieses Volk gültig waren.

Allegorien werden angesagt oder gekennzeichnet, Berichte und wörtlich zu nehmendes kann leicht erkannt werden. Das gilt sowohl für das AT, als auch für das NT. Wenn Jesus ein Gleichnis einfügte, um etwas zu erklären, machte er das deutlich und wo die Offenbarung Zeichen oder Bilder verwendet, erkennt man das.

Mach Dir über das Verstehen und Unterscheiden nicht allzu viele Sorgen. Schau mal, was Jesus darüber gesagt hat:

Matthäus 11,25 In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

Sogar Kinder, Jugendliche und Ungelehrte würden solche Unterscheidungen machen können.

So ist der Bericht über die Auferstehung ein Bericht, der Schöpfungsbericht ebenso. Die Flut, der Turmbau zu Babel mit der Sprachenverwirrung, die Wunder, die von den Propheten und besonders von Jesus und den Aposteln bewirkt wurden sind Tatsachenberichte, wobei Du immer im Sinn behalten musst, dass es ja die Kraft des Allmächtigen war,die dahinter stand.

Bitte um Gottes heiligen Geist, das wird Dir helfen, zu erkennen, dass Du Falschaussagen nicht aufsitzt.

So eine Frage wurde erst vor kurzem gestellt:

http://www.gutefrage.net/frage/bibel-setzt-auf-rhetorische-mittel#answer117600932

Wie bei jedem Buch fängst du natürlich mit dem Anfang an und gehst mit kluger Aufgeschlossenheit an die Sache ran. Sei offen dafür, dass die wahre Natur der Bibel völlig anders ist, als es dir beigebracht wurde.

Kurz: Halte dich einfach an das von mir verlinkte Raster und es kann nichts schiefgehen. Ich wünsche dir viele erkenntnisreiche, literarische Sternstunden. :-)

Lies das Buch, das du am allerliebsten lesen würdest. Die einen lesen lieber die Historien und die Erfahrungsberichte, die anderen lieber die Prophezeiungen, wieder andere lieber die Briefe und nochmals andere die Gesetzesbücher, die Hymnen und Allegorien. Andere lesen lieber die Aphorismen.

Du wirst so oder so die eine oder andere Stelle öfter lesen als die andere, weil sie dich mehr interessiert. Wenn du die Bibel verstehen willst, solltest du dich in die gegebene Zeit hineinversetzen, die Regel lectio, meditatio, ora et contemplatio beachten und theologische Schriften möglichst in chronologischer Reihenfolge lesen.

Es wäre sehr freundlich, Sonnenwaage, wenn du "lectio, meditatio, ora et contemplation" für nicht des Lateins kundige User übersetzen würdest.

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@Sonnenwaage

Ein Tippfehler - verzeih' mir. Deine Nachfrage betreffend: Das Wort "contemplation" kenne ich aus dem Englischen.

Selbstverständlich gibt es das Internet, selbstverständlich gibt es Fachbegriffe. Aber es wäre einfach eine nette Geste gewesen, wenn du die lateinischen Fachbegriffe auch für User ohne Abitur übersetzt und/oder erläutert hättest.

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@earnest

Danke für den Hinweis, doch gezielt gesetzter Spam zur Zurschaustellung meiner Asozialität ist für dich bitte künftig tabu.

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@Sonnenwaage

Keine Spam, keine Zurschaustellung, kein Wort von Asozialität.

Mein alter Doc pflegte zu fragen: "Wir sind aber wohl etwas empfindlich heute?"

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