Wie lernt man Menschen kennen?

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9 Antworten

im prinzip stehen die wichtigsten dinge glaub schon da, will aber nochmal betonen, was ich für wichtig halte.

sag deinen kollegen was Du hast. du brauchst es nicht unbedingt ihnen zur bregüßung entgegenklatschen, aber versuch es nicht zu verstecken, das würde auffallen und komisch wirken, weil die nicht wüssten, was los ist.

benutze es nicht als verlegenheitsfloskel, fang nicht in komischen situationen mit asperger erklärungen an

wenn du nicht weisst, wie Du Dich in einer Situation verhalten sollst, frag nach, sofern es liebe leute sind, ansonsten halte Dich eher zurück

als smalltalk kannst Du versuchen, Dich mit menschen über Deine theorien zu unterhalten. Aspergers machen sich mehr gedanken und analysen, und andere menschen können das manchmal interessant finden, weil sie die welt nicht so sehen. erzähle von dingen die du komisch findest, oder zusammenhänge, von denen Du glaubst, dass es sie gibt. Wichtig hierbei ist es, leute nicht mit seitenlangen erklärungen aus der erinnerung zuzureden, das wirkt anstrendend, aber wenn Dir in einer sozialen Situation gerade ein für Dich interessanter gedanke auftaucht, interessieren sich vielleicht auch die anderen dafür. wenn Du etwas neues versuchst, mach an geeigneter stelle eine pause und schau, ob und welche reaktionen es dazu gibt.

lese ein buch über körpersprache oder nonverbale kommunikation

und ich glaube das wichtigste ist: keine regel sollte als absolut gelten. wenn Du eine sache gelernt hast und sie immer so machst, wird das irgendwann der realen situation nicht mehr gerecht werden.

hoffe ich konnte Dir helfen

gute reise

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Kommentar von taigafee
27.08.2012, 14:05

schöne antwort!

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Es gibt auch "neurotypische Menschen" denen Smalltalk schwer fällt.

Manchmal liegt es daran, dass man sich nicht sympathisch ist oder gerade einen schlechten Tag hat oder eben nichts dazu einfällt bzw. man eh nicht der Typ für Smalltalk ist. Unabhängig von Asperger oder nicht.

Redest du viel oder wenig? Über was redest du? Hast du außerhalb der Arbeit jemanden, mit du eine Art Frage-Antwort-Spiel machen könntest? ich finde es nämlich schwierig, dazu konkrete Tipps zu geben.

Du könntest mit professioneller Hilfe diese Dinge lernen.

Ich habe keine Ahnung, wie du versuchst bzw. versucht hast, deine Mitmenschen über dein Asperger aufzuklären. Andererseits: wollen sie es überhaupt genau wissen?

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Mal eine Frage vorab, da ich diese Frage von dir las:
http://www.gutefrage.net/frage/was-habe-ich-fuer-ein-problem-mit-menschen

Nimmst du (evtl. sogar erst seit dieser Frage) an, das Asperger-Syndrom zu haben, oder hast du eine Diagnose eines auf Autismus spezialisierten Psychiaters?

Ansonsten denke ich, hättest du hier auf GF, bzw. die Frage an NA (NIcht-Autisten) gerichtet, wahrscheinlich mehr Chancen, brauchbare Antworten zu bekommen, wenn du das Asperger-Syndrom nicht erwähnst. So stürzen sich jetzt alle genau darauf, viele ohne irgendeine Ahnung davon zu haben, anstatt dir zu erklären, wie sie selbst ohne AS vorgehen würden.
Du erfährst hier also momentan nur, was Nicht-Autisten denken, was sie tun würden, wenn sie Autisten wären. Nicht was sie einfach so als Nicht-Autist tun würden.

Und für Meinungen von Autisten empfehle ich dir, ein Board zum Thema aufzusuchen, wo sich Autisten austauschen. Da bekommst du dann die Erfahrungen von Autisten, wie sie in ähnlichen Situationen vorgegangen sind und wie gut oder schlecht das funktioniert hat.

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Kommentar von Sub212A
25.08.2012, 10:11

Bei mir wurde inzwischen das Asperger-Syndrom diagnostiziert.

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Ich kenne mich mit dem Asperger-Syndrom leider nicht aus..aber hilft es dir nicht, wenn du mit leuten die du kennst erstmal so tust, als würdest du die zum ersten mal sehen? du kannst ja mit deiner Familie einfach mal so tun, als wärst du in einem Büro und bist der neue Angestellte..

Rede mit ihnen darüber, wo du wohnst, welche Schulen du besucht hast, was deine Hobbys sind.. oder aber auch wie du auf diese Stelle aufmerksam geworden bist..

hoffe konnte helfen und ich wünsche dir viel glück und erfolg:D

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Kommentar von Rechercheur
25.08.2012, 00:33

So tun als ob ... Kann man versuchen. Aber das nicht gut zu können, gehört zum Asperger-Syndrom dazu.

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Ich habe Autismus-Spektrum, vielleicht auch Asperger(für genauere Informationen, bitte nachfragen) und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einige Dinge gibt, über die man immer reden kann: Über das Wetter, über die Arbeit, über andere Menschen, vielleicht auch über Stars, über Sport, aktuelle Nachrichten(keine Politik!),...

Ich würde außerdem gerne die Tipps hier lesen, da sie auch für mich von Interesse sind, wobei ich jedoch Schüler bin.

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Das ist natürlich nicht einfach,wenn man Probleme hat auf Menschen zuzugehen und auch den Augenkontakt gegebenenfalls zu halten.Deine Schüchternheit und das Zurückhaltende Wesen wird aber nicht überall unbedingt als negativ gewertet. Viele Menschen oder gar Chefs haben lieber einen ruhigen und sachlichen Mitarbeiter oder Mitarbeiterin,die sich was sagen lässt und nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt sozusagen. Das mit dem Smalltalk legt sich mit der zeit sicherlich von selber. Du hast sicherlich auch Stärken auf die du dich verlassen kannst und wenn man merkt,das du deine Arbeit korrekt verrichtest ,wird es schon mit der Eingliederung klappen. Ansonsten gibt es auch Gesprächstherapien,bei denen du die Sicherheit beim Sprechen üben kannst. Ich wünsche dir alles Gute

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Du solltest Deine zukünftigen Kollegen auf Dich vorbereiten.Erkläre ihnen Deine Krankheit,ich wünsche sehr,das diese Leute das so akzeptieren und Dir nett und freundlcih entgegen kommen.

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Kommentar von Rechercheur
25.08.2012, 00:29

Das Asperger-Syndrom Nicht-Autisten so zu erklären, dass sie es wirklich verstehen, halte ich für extrem schwierig.

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Hast du schon mal an eine Therapie gedacht? Grade beim Asperger gibt es da ganz tolle Hilfen.

Du kennst sicherlich die Schwieirgkeiten:

  • Störungen im Blickkontakt, Körpersprache, Gestus und Sprachgebrauch
  • im normalen alltäglichen Umgang mit anderen keine natürliche, altersgemäße Kommunikation
  • Körperhaltung und Gesten nicht im Bezug zur Situation
  • motorische Ungeschicktheit, die künstlich oder seltsam wirkt,
  • Tonfall und Wortwahl auffällig gut entwickelte sprachliche Kompetenz aber monotone Sprachmelodie oder eine "erwachsene" Ausdrucksweise
  • Schwierigkeiten bei spontaner verbaler Kommunikation
  • Diskrepanz zwischen Intelligenz und Gefühlsleben

In meinem Studium ist das Syndrom grade Lerninhalt.

Leg' dir ein Tagebuch an und setze dir selber Ziele. Dann notierst du Erfolge und Misserfolge. Mach aber nicht gleich alles auf einmal, sondern fange mit dem an, was dir nach eigener Einschätzung am leichtesten fällt.

Mit deiner Krankheit solltest du von Anfang an offen umgehen. Nur so verstehen es deine Kollegen - vielleicht nicht von Anfang an, aber sie werden da "reinwachsen" und dich nicht als "gestört" abstempeln.

Versuche nicht in deiner Störung zu verweilen, sondern versuche sie zu bekämpfen. Auch wenn es nicht sofort allen Erfolg bringt, aber auch kleine Schritte führen ans Ziel.

Alles Gute in deiner neuen Abteilung und viel Glück.

LG

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Kommentar von Rechercheur
25.08.2012, 00:28

Da muss ich leider Kritik üben:
Das Asperger-Syndrom ist keine Krankheit. Es ist angeboren und unheilbar.
Es zu bekämpfen, auch mittels einer Therapie, die darauf abzielt, die Symptome möglichst loszuwerden, endet zu nahezu 100 % im Burn Out!
Es gibt Therapien oder Coachings, die durchaus gut sind. Man kann auch durchaus etwas lernen, zu kompensieren, Körpersprache verbessern, und auch Mimik und Gestik lesen lernen. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass es einen immer sehr anstrengen wird, zu kompensieren.
Man sollte also eher daran gehen, indem man lernt MIT dem Autismus im Leben zurechtzukommen, als GEGEN den Autismus zu kämpfen. Das ist ein sinnloser Kampf, der einen nur fertig machen wird.

Offen damit umzugehen kann, je nach Umfeld, positiv verlaufen, es kann aber auch absolut verheerend sein! Da wäre ich extrem vorsichtig, wem ich davon erzähle und wie und ob dabei die Worte "Asperger-Syndrom" und/oder "Autismus" überhaupt fallen müssen, oder ob man seine Besonderheiten auch ohne diese Begriffe kommunizieren kann.

Es wäre schön, wenn offener Umgang damit immer positive Auswirkungen hätte. Das ist aber leider noch längst nicht der Fall!

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ich würde mich an deiner stelle ganz auf deine stärken konzentrieren. tu das, was du gut kannst, so gut wie du kannst. probleme bekommen menschen, die sehr gut smalltalk beherrschen genauso wie die, die sich zurückhalten, vielleicht sogar eher.

versuche, die ganz grundlegenden umgangsformen zu beherrschen, wie freundlichkeit, ins gesicht sehen, zuzuhören und auf das, was von dir erwartet wird, einzugehen, aber in dem rahmen, wie es dir gut zuzumuten ist. den rest müssen deine stärken ausgleichen.

das ist die meinung einer nicht diagnostizierten teilzeitautistin :-))).

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