Wie lerne ich mit meiner Trauer umzugehen/zu leben?

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10 Antworten

Hallo ich möchte auch gern mal ein paar Zeilen schreiben. Ich habe meinen Freund am 11.05.08 im Alter von 39 Jahren verloren,er hatte einen nicht heilebaren Krebs seid 2 1/2 Jahren. Wir kannten uns gerade ein halbes Jahr als er so krank wurde. Er war mehr im Krankenhaus als zu Hause,wir haben die Zeit sehr genossen und viel zusammn gemacht.Aber es wurde dann immer schlimmer mit dem Krebs das er garnicht mehr nach Hause konnte. Ich habe ihn dann in ein Hospitz gebracht und dort konnte er dann in ruhe einschlafen und das in meinem Armen. Es ist sehr schwer für mich aber für Michael besser so. Er hat jetzt keine schmerzen mehr,da r auch noch einen Schlaganfall bekommen hat, Windel tragen musste usw. Ich lerne jetzt damit umzugehen auch wenn es nicht leicht ist. Lieben Gruss Sabine

als meine mama starb, bin ich jeden tag zum friedhof habe ihr erzählt dass ich sie vermisse, was ich so getan habe den tag über. habe einfach mit "ihr" geredet. Das hat mir geholfen, aber auch nach 30 Jahren ist der Verlust immer noch sehr greifbar. Das wird wohl nie aufhören, aber trotzdem es tut nich mehr so weh wie am anfang. ich danke ihr immer wieder für die schönen stunden und jahre mit ihr. Meinen Geburtstag feiere ich immer mit "ihr". Vielleicht hast du auch so rituale an denen du deinen Verlust gedenken kannnst. Viel Glück!!

Wichtig ist ...... Redenredenreden! mit Menschen die dir wichtig sind! Trauer gehört dazu - wegmachen kann und soll man sie nicht! Nach einiger Zeit wird es besser! Ich hab auch vor 1 1/2 Jahren einen sehr wichtigen menschen in meinem Leben verloren, meiner Meinung nach kann man die Trauer leichter verarbeiten wenn man daran glaubt, dass es diesem Menschen jetzt gut geht! hört sich blöd an, aber ich denke dass die geliebten verstorbenen vom Himmel aus über uns wachen, und selbst fröhlich sind! Alles alles Liebe und Gute!

Mit Betroffenen darüber reden, ev. professionelle Trauerbegleitung in Anspruch nehmen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, die Zeit heilt alle Wunden..vielleicht dumme Sprüche, aber dran ist etwas.

Nein, die Zeit heilt sie nicht. Es wird immer schlimmer! Trotzdem ein DH, vielleicht hilft es manchmal wirklich!

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Vorab mein herzliches Beileid zu Deinem Verlust.

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Ich glaube, jeder Mensch geht mit Trauer anders um. Manche Menschen müssen in der Tat redenredenreden, andere möchten den schmerzvollen Verlust im Stillen verarbeiten, wieder andere Menschen müssen sich ablenken, bis sie sich an den Verlust gewöhnt haben. Wieder andere kommen am besten wieder in die Spur, wenn sie professionelle psychologische Trauerbegleitungnmutzen, noch wieder andere menschen wenden sich, sofern sie religiös sind, iihrem Glauben zu.

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Ich persönlich stürze ich mich in Trauersituationen in Arbeit und Sport und schufte so viel ich kann, bis ich abends ganz erschlagen ins Bett falle und sofort einschlafe. Wenn der "Ausgangsschmerz" etwas abgeklungen ist, beginne ich im stillen Kämmerlein und für mich allein mit der Verarbeitung. Dabei hilft es mir, meine Trauer und meinen Schmerz aufzuschreiben. Ich führe kein Tagebuch, aber "Briefe an den Verstorbenen" helfen mir.

Es kommt darauf an, wie lange der Trauerfall her ist. Ist es wirklich ganz schlimm, gehe zum Hausarzt und lasse Dir eine Überweisung zum Psychologen geben. Das mache ich morgen!Denn aus diesem Grund sitze ich noch hier! Ich habe Angst, einzuschlafen. Dann träume ich "Unsinn".

Liebe arwen2000, aus Deinem Profil geht leider nicht hervor, wie alt Du bist. Aber eigentlich spielt das auch gar keine Rolle, ich glaube, die Trauer fragt auch nicht nach dem Alter. Ich kann Dir nur schreiben, wie ich mit meiner Trauer umgegangen bin. Zuerst habe ich mich in Arbeit gestürzt, teilweise unsinnige und körperlich sehr schwere Arbeit, damit ich abends hundemüde war und die körperlichen Schmerzen die seelischen übertünchten. Ich war kurz davor war, zusammenzubrechen, ich hatte Todessehnsucht und Angst, im Affekt eine Dummheit zu machen. Ich war mir bewusst, dass ich höchstgradig suizidgefährdet war, weil ich beim Autofahren nach Brücken Ausschau hielt, um runterzufahren. Lediglich der Gedanke an meine 3 Kinder (schon erwachsen) hat mich davon abgehalten. Auch sie hatten einen schweren Verlust erlitten. Sollten sie nach dem Tod ihres Vaters auch noch die Mutter verlieren? Obwohl sich meine Kinder rührend um mich gekümmert haben, mich getröstet und mir Mut zugesprochen haben, hatte ich das Gefühl, dass ich nur noch halb bin, die andere Hälfte fehlte einfach. Dann habe ich mit meinen Hausarzt gesprochen. Er hat mir eine Therapie empfohlen (man denkt immer, das ist was für Verrückte, aber das stimmt absolut nicht). Eine gute Psychotherapeutin hat mir in einer langen Gesprächstherapie sehr geholfen, mit meiner Trauer fertig zu werden. Man kann die Trauer nicht verdrängen, und man sollte sie auch nicht verdrängen! Ich habe mir erlaubt, Trauer zu empfinden, weil meine Therapeutin mir etwas gesagt hat, dass ich mir immer wiede ins Gedächtnis rufe. Auf meine Frage, wie ich aus dem Loch wieder rauskomme, hat sie mir Folgendes gesagt: "auf jedes Loch folgt auch ein Berg, und Sie werden merken , das die Löcher immer flacher werden und die Berge immer weniger hoch. Nutzen Sie die Löcher, um Ihrer Trauer freien Lauf zu lassen. Weinen Sie, sie dürfen das, Sie dürfen traurig sein. Aber wenn Sie oben auf dem Berg sind, geniessen Sie die Zeit bis zum nächsten Loch." Als mir das klar wurde, habe ich angefangen, mein Leben zu (ver)ändern. Ich habe über einen so genannten Single-Treff hier im Ort neue Freunde und Gesprächspartner gefunden, mich im sozialen Bereich engagiert, bin in VHS-Kurs gegangen (Englisch für Fortgeschrittenen), mit Bekannten und Verwandten etwas unternommen (Kino, Wandern, Trödelmärkte besuchen, einfach nur mal shoppen gehen, im Strassencafé sitzen) also das Leben wieder so nehmen wie es ist. Und wenn dann wieder einmal ein Loch kam, habe ich geweint, manchmal tagelang, aber ich wusste immer, der nächste Berg kommt bestimmt. Das sind jetzt 8 Jahre her, und so langsam hat mich das Leben wieder. Mit der Zeit, und ich sage das jetzt ganz bewusst, verändert sich der Schmerz - er wird erträglicher. Alles Liebe und Gute für Dich.

Liebe donnerunddoria,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich bin Anfang 40 und denke auch, dass Trauer nicht nach dem Alter fragt. Mein Mann ist im letzten Jahr verstorben. Seit dem ist nichts mehr wie es zuvor war und ich habe mehr und mehr das Gefühl "verrückt" zu werden bzw. schon zu sein. Auch fühle ich mich zur Zeit wie in einem dunklen tiefen Loch gefangen und sehe zeitweise keinen Weg aus diesem Loch. Auch ich bin mir bewusst, dass so nicht mehr lange weitergehen kann und ich etwas tun sollte. den Gang zur Therapeuten scheue ich aber immer noch. Danke nochmals für Deine einfühlsamen Zeilen. LG

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@arwen2000

Ja, es ist so, wie Du schreibst. Nichts, aber auch gar nichts hat mein Leben so verändert wie der Tod meines Mannes. Der Satz bei der (kath.) Trauung:......willst Du deinen Mann lieben, bis das der Tod euch scheidet?......ist der reinste Hohn. Die Liebe ist doch mit dem Tod nicht zu Ende! Es müsste heissen:......bis an DEIN Lebensende!

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Trauer ist schlimm undes dauert.

Zum Thema Trauerbergleitung und-beratung wurde hier schon einiges geschrieben. Vielleicht hilft die folgende Liste mit, bei dem was praktisch zu tun ist, nichts über all der Trauer zu vergessen: http://www.klicktipps.de/nach_todesfall.php

In der Liste sind auch immer mal wieder Punkte, die beim "Weiterleben" helfen sollen.

der Weg aus der Trauer dauert seine Zeit. Du erlebst mehrere Phasen. Am Anfang kannst du dich nur von Tag zu Tag hangeln. Schau mal in das Buch von Doris Wolf "Einen geliebten Menschen verlieren".

Liebe arwen, herzliche Teilnahme in deiner Trauer. Für dein Problem darf ich dir folgende Seite empfehlen, auf der schon viele Hilfe gefunden haben: http://www.trauerratgeber.info Alles Gute eule65

Das kann ich nur bestätigen. mutex

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