Wie lerne ich mich zu entspannen?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Ich unterrichte eine sehr langsame achtsame Yogaform (sog. Heilyoga oder tibetisches Yoga) und meine Kurse sind voll von Menschen, die sich nicht entspannen können.

Zunächst betrachten wir doch einmal was das ist - sich NICHT entspannen zu können, bedeutet, dass ich über Gebühr festhalte - an Gedanken, materiellen Gütern, Emotionen, Menschen etc. Grundsätzlich bedeutet festhalten auch nichts "schlechtes" - wir brauchen das festhalten, damit es überhaupt etwas gibt was wir loslassen können. Das ganze Leben ist gesund gelebt ein Wechsel zwischen festhalten und loslassen, anspannen und entspannen, Sein und Nichtsein. Unsere Körperfunktionen, die wir kaum beeinflussen können, machen es uns vor - die Haut - sie zieht sich zusammen und dehnt sich wieder - ebenso die Muskeln oder unser Herz, auch die Lunge - sie hält den Atem fest und gibt ihn wieder ab, der Magen hält die Nahrung und gibt sie wieder ab... ebenso Leber, Galle, Niere und Darm. Der Darm hält die Nahrung und gibt sie wieder ab - gibt er sie nicht ab, so haben wir eine schöne Verstopfung und die tut uns nicht gut.

Ähnlich ist es mit Anspannung und Entspannung - Anspannung ohne Entspannung bedeutet auf seelisch-geistiger Ebene eine Verstopfung. Eine Art zugemüllt sein, so dass man kaum noch das Licht der Sonne sehen kann. Möchte ich nun in diesem Zustand entspannen, so bringt es nichts zu sagen: "Ach ich leg mich jetzt hin und entspanne mal oder noch besser - ich schau mir einen Film an" - letzteres müllt im Endeffekt noch mehr zu und macht uns noch unbewußter ( das sind die Abführtabletten, die in ein noch tieferes Ungleichgewicht führen, weil sie nicht die Ursache beseitigen). Es führt uns noch mehr in das Dunkel des großen, großen Müllhaufens. Hier bringt dich nur eines weiter - WAHRNEHMEN, dass eine Verstopfung da ist und dann mal ein bißchen aufräumen.

Frag dich immer wieder - dient das jetzt meinem Wohlgefühl? Dient es nicht deinem tiefen Wohlgefühl, so laß es einfach. Es gehört vielleicht ein wenig Mut dazu sich darauf einzulassen, jedoch auf lange Sicht ist es hilfreich. Sprich - du DARFST loslassen und darfst dein Wohlgefühl als Priorität für dein Leben setzen. Dies hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern es ist eine ganz natürliche Sache. Geht es dir nicht gut, kann es deinen Mitmenschen auch nicht gut gehen. Die Selbstliebe ist der Schlüssel zum Glück. Das dauert vielleicht ein bißchen - und auch hier ist der Weg das Ziel.

Zwischendurch würde ich dir raten, dich einfach hinzusetzen und den Atem zu beobachten, vielleicht auch eine Meditation auf SA-TA-NA-MA... du berührst jeden einzelnen Finger mit dem Daumen, während du langsam diese Silben rezitierst. Was durchaus auch hilfreich ist, wenn du so gar nicht abschalten kann - Progressive Muskelentspannung. Hier kommst du noch mehr in die Anspannung hinein um die Entspannung zu finden.

Vielleicht hilft dir auch autogenes Training oder Tiefenentspannung - Yoga Nidra. Hier ist es sehr wichtig jemanden zu finden, der dir "liegt". Also die Stimme ist sehr entscheidend und auch der Sprachrhythmus. Ich habe eine Ausbildung als Hypnotherapeutin und dies kommt meinen Yogaschülern sehr zu gute. Eine gute Entspannung ist auch immer eine Art Hypnose. Dies ist durch die Showhypnose leider etwas in Verruf gekommen, jedoch gibt es nach meiner Erfahrung nichts besseres zum Entspannen. Viele meiner Schüler konnten in meinem Unterricht zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich entspannen. Das soll jetzt keine Selbstbeweihräucherung sein, sondern das ist einfach das, was mir zugetragen wird. Ich habe selbst ja auch schon diverse Kurse besucht und ich weiß, hier gibt es deutliche Unterschiede.

Also wichtig ist, sich darauf einzulassen, zu erkennen dass du festhälst, denn sonst kann du nichts loslassen, die Wahrnehmung darauf lenken, wo du angespannt bist und das dann loslassen - das kannst du auch mit Hilfe eines Körperscans. Beginne an den Knien, arbeite dich hoch zum Gesäß, weiter zu den Schultern, Nacken - hier das Kinn ganz leicht in Richtung Brust senken, die Stirn entspannen (hier und in den Augenbrauen sitzen viele Blockaden), den Kiefer entspannen, indem du den Mund ein klein wenig öffnest - am besten ist, du lächelst - denn lächeln und Zähne zusammenbeißen - das funktioniert nicht gleichzeitig. Lächeln ist ohnehin sehr entspannend - es sendet dem Gehirn einen Impuls: "Meinem Menschen geht es wunderbar" und das Gehirn weiß, es braucht keine Stresshormone mehr auszuschütten.

So, mehr fällt mir derzeit nicht mehr ein - falls du noch Fragen hast, beantworte ich sie gerne.

Zunächst einmal trenne Dich von dem Gedanken, daß er immer etwas zu tun gibt, denn es gibt Arbeiten die man machen muß/will und solche, die man sich nur sucht, um sich zu beschäftigen. Versuch Dir klarzumachen was Du alles schon geschafft hast und, daß Du Dir somit das Recht auf Entspannung verdient hast. Dann verschwindet schonmal das schlechte Gewissen, daß Dir sagt Du sollst nicht faul herumsitzen, sondern Dir etwas zutun suchen. Als nächstes überlege, was Du wirklich gern machst und ob sich diese Tätigkeit eignet sich zu entspannen. Das ist bei jedem unterschiedlich. Ich entspanne am besten indem ich mir einen guten Film suche, die Beine hochlege und etwas leckeres zu essen machen. Oder ich fahre an den Strand (Hab das Privileg, daß dieser nur nen Katzensprung weit weg ist), lese ein Buch oder lege mich aufs Sofa und höre Musik. Andere hingegen machen Yoga, meditieren oder entspannen am besten beim Sport. Einfach ausprobieren. So schwer ist das nicht :-)

Sowohl die Krankenkassen, als auch die VHS bieten Kurse an, in denen du das prima lernen kannst. Und wenn mal was nicht klappt, können die dir auch kleine Tricks zeigen, wie du wieder in die Ruhe kommst. Die Kurse von den Kassen sind häufig sogar kostenlos. Kann ich wirklich nur empfehlen.

Autogenes Training und Meditation, auch wenn es Dir am Anfang komisch vorkommen wird. Aber es wirkt und hilft wirklich.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Aber fang doch mal ganz einfach an: Umarme dich selbst und mach 36 bewusste tiefe Atemzüge. Beim Ausatmen zählen.

Es ist schwerer als du denkst, aber kostenlos, einfach, immer und überall anzuwenden.

Und dann kannst du ausprobieren, was dir liegt

Ergänzung: Bitte in den Bauch einatmen, nicht in die Brust

0

Ich kann Raimund1 nur Recht geben. Wenn du das Entspannen-lernen zu sehr als Aufgabe wahrnimmst, wird es dir wahrscheinlich umso schwerer Fallen dich zu entspannen. Da hilft dir auch kein Kurs, da werden dir nur Methoden beigebracht, dich entspannen musst du selber. Fange erstmal klein an und erlaube dir auch Rückschläge. Dass man Anfangs mit seinen Gedanken wieder abschweift und ins grübeln gerät, ist ganz normal und selbst Entspannungsprofis sind nie ganz davor gefeit. Wenn du willst schaue doch mal auf meiner Entspannungsseite vorbei.  Hier hab ich ein Paar Entspannungsübungen gesammelt die fast zur jeder Zeit und vor allem kostenlos ausführen kannst und dich an entspannte Zustände gewöhnen kannst. Und wie gesagt sei Anfangs nicht zu streng mit dir. Versuche einfach mal einen Monat lang jeden Tag eine Übung auszuführen, manche eignen sich natürlich dazu öfter ausgeführt zu werden als andere, aber probiere alle mal aus, vielleicht fallen dir selber eigene Übungen oder Abwandlungen ein. Du wirst merken das du dich immer mehr an die entspannten Zustände erinnern kannst und es dir immer leichter fallen wird in diese Zustände zu gelangen. Hast du erstmal ein bisschen Erfahrung gesammelt kannst du dir überlegen ob du noch zusätzlich zu einem Kurs anmelden willst, immer mehr Menschen schwören drauf. Ich wünsche dir auf jedenfall viel Erfolg. 

0

Ein Wochendenseminar Autogenes Training auf der Volkshochschule und dann jeden Tag. Das bringt dich zur Ruhe.

Was mir erlich gesagt hilft ist das Zocken kauf dir n iPod oder so

leg dich hin drink was und Geh an deinIpod oder so

Was möchtest Du wissen?