Wie lenkt ihr euch bei Trauer am besten ab?

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6 Antworten

Hallo flo4296,

da ich selbst vor wenigen Jahren sowohl meine beiden Elternteile als auch meine Schwester durch den Tod verloren habe, kann ich Deine Empfindungen einigermaßen nachvollziehen.Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können.

Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über seine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Da es allerdings manchmal sehr schwerfallen kann, über seine Gefühle zu sprechen, fand ich den Tipp sehr hilfreich, einmal all das aufzuschreiben, was einen bewegt und es dann später wieder zu lesen.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du weinen musst. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Mir hilft auch ungemein die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden, ..." (Johannes 5:21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig? Diese Hoffnung lässt mich immer wieder aufleben, besonders dann, wenn alles um mich herum grau und trüb aussieht. Ich danke Gott oft dafür, dass er uns diese schönen Verheißungen gegeben hat und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er sie auch erfüllen wird.

Vielleicht könnte Dir ebenso wie mir die Hoffnung der Auferstehung helfen, mit der Trauer besser umgehen zu können. Ich sehe mit großer Erwartung der Zeit entgegen, in der niemand mehr den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen ertragen muss und sich das erfüllt haben wird, was mit sehr ergreifenden Worten im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, beschrieben wird, wo es heißt: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offenbarung 21:3,4). Dieser Text aus der Bibel gefällt mir besonders gut und ich denke oft über die Zeit nach, in der Gott dieses Versprechen wahr macht.

Ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, dass ich in meiner Antwort mehrmals die Bibel zitiert habe, da ich ja nicht weiß, wie Du dazu stehst. Ich habe jedoch festgestellt, dass sie eine unvergleichliche Quelle des Trostes und der Ermunterung ist.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, mit Deinem Schmerz zu leben und ihn nach und nach zu verarbeiten!

LG Philipp

Hallo,

mir hilft es am besten, wenn ich mich auf die Trauer einlasse, dh. weine, wenn ich weinen muss und meine Tränen nicht zurückhalte.

Auch hilft es mir, schöne Erinnerungen zu sammeln, mich an schöne Tage an schöne gemeinsame Stunden erinnere. Irgendwann (da ist allerdings von Fall zu Fall unterschiedlich) kann ich dann auch Fotos ansehen - und die sammle ich dann auch besonders.

Auch hilft es mir, wenn ich Begebenheiten aufschreibe, an die ich mich erinnere - und schließlich auch ein Gedenkplätzchen einrichte.

Ablenkung ist natürlich - in Maßen - auch wichtig, damit man sich kräftemäßig nicht übernimmt. Da hilft mir zB. gute Musik, einen Film schauen, ein Spaziergang, mit dem Partner Zeit verbringen.

Nur sollte diese Ablenkung nicht solche Maße annehmen, dass man ins Verdrängen rutscht - denn das was man verdrängt, holt einen irgendwann auf viel krassere Art wieder ein.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die Aufarbeitung und auch das für Dich rechte Gleichgewicht zwischen Trauern und Ablenken.

Ablenken bringt gar nichts, wenn Du das nicht willst.

Kinder können tiefr traurig sein - und gehen plötzlich spielen.
Die merken intuitiv, wann ihnen die Trauer zu viel wird und steigen aus.
Dir Trauer kommt von ganz allein wieder.

Also: Wenn er Dir traurig zu viel wird, erlaube es Dir, auszusteigen und die Sonne schön zu finden ode was weiß ich, was Dir gut tut.

Ansonsten: Sprechen, sprechen, sprechen.
Intensiv damit auseinander setzen.
Schreiben, malen, spazieren gehen, Holz hacken...

Was machst Du sonst, wenn es Dir besser gehen soll?

Wo sind Deine Ressourcen? Wo sind Deine Freunde?

Rede mit anderen darüber, wenn du dafür noch nicht bereit bist, schreibe doch alles auf was dich bedrückt, was du am meisten an der Person vermisst und so weiter, das hilft mir persönlich sehr. Ansonsten mach was mit Freunden oder Sport, das lenkt ab, wird die Trauer aber natürlich nicht aus der Welt schaffen. Oder du machst ein schönes Fotoalbum mit Fotos von dir und dem wichtigen Menschen, so hast du immer eine Erinnerung. Ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen und herzliches Beileid noch †

Trauer gehört zum Leben dazu. Ablenkung ist keine Lösung. Hast du jemamden, der ebenfalls betroffen ist, dann sprich mit ihr/ihm über den verstorbenen. Es dauert, aber Trauer geht vorbei. Heule ruhig und schäme dich nicht. Natürlich könntest du auch dvd schauen, sport treiben, ins Kino etc. Aber das hilft nicht, sondern schiebt nur auf. Wünsche dir viel Kraft!

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