Wie lebte man zur Zeit der DDR?

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Gut fand ich die Sicherheit, trotz Kind noch arbeiten gehen zu können, weil die Kinder ganztägig untergebracht werden konnten (nicht mussten!). Es gab ein national einheitliches Bildungssystem, bei dem alle gemeinsam gelernt haben. Die schwächsten schieden nach der 8. Klasse aus, der Normalfall war nach der 10.Klasse fertig und die "Elite" ging auf eine andere Schule und legte dort in der 12. Klasse das Abitur ab. Man wurde in allen naturwissenschaftlichen Fächern unterrichtet (nix mit wählen oder abwählen!), nur die Sprachausbildung kam außer russisch etwas kurz: englisch oder französisch ab 7.Klasse mit 2-3 Wochenstunden, meist nachmittags. Viele Lebensmittel waren sehr preiswert (weswegen auch bäckerfrisches Brot schon mal an die Schweine verfüttert wurde), oftmals gab es aber nicht das, was man gerade wollte oder brauchte. Man war ständig wachsam, was die anderen vom Einkaufen heimtrugen (es gab damals so Netze, da konnte man prima sehen) und fragte bei jeder Menschenansammlung, was es denn gäbe, um dann zu entscheiden, ob man sich anstellt oder nicht. Die Wohnsituation war bei uns doof, die meisten wurden in "Wohnsilos" untergebracht - diese Betonplattenbauten, die so hässlich sind und auch nicht gerade viel Gestaltungsfreiheit ließen/lassen.

Reisen? Ja innerhalb der DDR, waren immer in den Sommerferien auf einem Campingplatz vom Betrieb meiner Mutter an einem See, war immer sehr schön. Arbeit hatten meine Eltern auch beide und das Geld hat auch gereicht. Ist heute anders, beide arbeitslos, wenig Geld und Urlaub? Ja jetzt kann man sonst wohin reisen aber leisten kann man sichs nicht.

Ungarn ging teilweise auch bulgarien

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Der Zusammenhalt untereinander war viel größer. Wenn es in der Kaufhalle Erdbeeren gab, hat man sich eben 3 mal angestellt und für Nachbarn mitgebracht. Man hat in der Hausgemeinschaft zusammen gefeiert. Schule von der 1.-10. Klasse mit den gleichen Mitschülern. Nebenfächer wie Erdkunde, Physik, Biologie, Chemie hatte man ab der 5. bzw. 7 Klasse bis zum Schluss durchgehend und nicht, wie in Hessen mal ein halbes Jahr, dann 1 Jahr pause, dann wieder. Ich habe studiert, ohne in der Partei zu sein!

Gereist in man eben innerhalb der DDr oder ins sozialistische Ausland. man geöwhnt sich dran und ich habe nie darüber nachgedacht.

Kinderbetreuung ab Kindergrippe bis Scholhort kostenlos. Schulessen pro Woche 2,75 Mark.

Lebenshaltung war wesentlich billiger, allerdings war der Lohn auch entsprechend geringer und Luxusartikel extrem teuer.

Wenn ich Filme, wie Goodbye lenin sehe, dann könnte ich schreien, weil alle denken, es war wirklich so. Das ist absoluter Nonsens.

Die Sicherheit ist auch ein wichtiger Aspekt. An Silvester sind wir manchmal von einem Stadtende zum anderen gelaufen und keiner hatte Angst. Heute erlaube ich das meinen Töchtern nicht mehr.

Und diese Plattenbauten waren wirlich schön geschnittene Wohnungen mit allem Komfort.

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