Wie lebt es sich mit einer Zusatzversicherung?

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2 Antworten

Hallo joel256,

ich kann zwar nur für deutsche Zusatzversicherungen sprechen, aber ich denke im Bezug auf deine Frage wird das ähnlich sein.

Eine Zusatzversicherung bietet immer Versicherungsschutz für ganz bestimmte Leistungen, z. B. das Einbettzimmer im Krankenhaus, die Behandlung beim Heilpraktiker, Zahnersatz etc.)

Es ist also keinesfalls so, dass du alles, was deine gesetzliche Krankenkasse ablehnt, automatisch von der Zusatzversicherung erstattet bekommst. Demnach kann auch der Arzt nicht unbedingt davon ausgehen, dass er an einem Patienten mit Zusatzversicherung mehr verdient.

Beispiel: Du hast eine Zusatzversicherung für ein Einbettzimmer im Krankenhaus, willst aber wegen einer Erkältung zu deinem Hausarzt. Dann wirst du von deinem Hausarzt sicherlich nicht bevorzugt behandelt.

Das führt mich zu den langen Wartezeiten: Grundsätzlich muss mal gesagt werden, dass ein Arzt alle Patienten gleich behandeln sollte. Leider - und offenbar musstest du die Erfahrung schon machen - ist das in der Praxis nicht immer so.

Trotzdem will ich das Argument "durch Zusatzversicherungen bekommt man schneller Termine" gar nicht anführen. Denn damit tut man dem Ein oder Anderen Arzt sicherlich auch unrecht.

Was die Kostenerstattung durch die Versicherung angeht ist Folgendes zu sagen:

Wenn du eine Behandlung durchführen lässt, die nicht unter die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse fällt, erhälst du von deinem Arzt eine Privatrechnung. Diese kannst du entweder sofort zahlen oder später überweisen.

Die Rechnung schickst du dann an die private Versicherung und bekommst das Geld von dieser auf dein Konto zurückerstattet. Der "Papierkram" hält sich also in Grenzen. ;-)

Letztendlich kann ich dir also nur raten: Du solltest eine Zusatzversicherung nicht nur abschließen um eventuelle Wartezeiten zu umgehen. Stattdessen solltest du dich fragen, welche Leistungen dir persönlich besonders wichtig sind und wo du Lücken im Versicherungsschutz deiner gesetzlichen Krankenkasse hast.

Das ist häufig im Bereich Zahnersatz (Kronen, Brücken, Implantate etc.), im Krankenhaus, oder im Bereich Naturheilkunde (Behandlung durch Heilpraktiker, Osteopathen etc.).

Ich hoffe das hilft dir bei deiner Entscheidung. Ansonsten sprich mich gerne nochmal an.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende!

Christina vom Barmenia-Team

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In Österreich dürfte es ähnlich wie in Deutschland ablaufen.

Je nach Zusatzversicherung werden auch ärztliche Leistungen über den Höchstsatz hinaus bezahlt. Damit sind dann fast alle privatärztlichen Kosten abgedeckt. Da muss man eben bei Abschluss drauf achten, dass das auch so ist, bzw. wann man welche Grenzen hat.

Weiterhin kann es auch sein, dass das Primärarztprinzip gilt. Das heißt, man lässt sich erst vom Hausarzt zu einem Facharzt überweisen. Geht man direkt zum Facharzt, dann kann sein, dass da nur 80% der zu erstattenden Leistung bezahlt wird. Ob und in welcher Höhe, muss man auch bei Abschluss prüfen.

Bei der "Bezalung" sieht es so aus, dass man in der Regel in Vorleistung geht und dann zu Beginn des Folgejahres dann die Leistungen von der Zusatzversicherung einfordert. Man kann aber auch nach jeder Arztrechung bereits die Leistung einfordern. Je nach Rechnungshöhe kann man aber auch mit dem Arzt ausmachen, dass erst bezahlt wird, wenn die Erstattung von der Zusatzversicherung kommt.

Je nach Gesellschaft zahlen die auch mal direkt an den Rechnungsempfänger aus. Aber auch das sollte man bei Abschluss prüfen.


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