Wie lebt es sich als LKW Fahrer?

10 Antworten

Hallo,

Ja das kommt klar drauf an was man fährt. ein  LKW-Fahrer im Nahverkehr ist jeden Abend Zuhause. Dann gibt es LKW-Fahrer die Nationalen oder Internationalen Fernverkehr fahren. Die sind dann nur am Wochenende daheim. Heißt die Schlafen in ihren LKWs. Im Internationalen Fernverkehr kann es auch vorkommen das man am Wochenende mal "draußen" bleibt. Aber die die Fernverkehr fahren haben auch richtige Betten in ihren LKWs und sonst eigentlich alles was man braucht.. Microwelle. Gaskocher, Grill, Kühlschrank, Laptop, Fernseher und natürlich auch Standheizung und die die in Südliche Länder fahren meist auch eine Standklima.  Ein Fernfahrer fährt meist am Sonntag um 22 Uhr los. Da da das Sonntags LKW Fahrverbot endet.  Die sind dann die ganze Woche oder länger in ihren LKWs. 

Aber schön das sich auch mal außenstehende Gedanken über ein heutzutage wirklich schweren Beruf machen :)

LG Julian718  

Vielen dank für deine Antwort :-) bist du selbst in diesem Beruf tätig?

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LKW-Fahrer ist ein sehr schlecht bezahlter, anstrengender Beruf.

Je nach Planung des Unternehmens sind lange Fahrtzeiten, ständige Kontrollen (BAG, Polizei), Termindruck und nächtliche Einsätze eher die Regel als die Ausnahme.

Das ist kein familienkompatibler Job.

Durch die Konkurrenzsituation mit der Masse der osteuropäischen Fahrer sind die Vergütungen sehr niedrig und der Termindruck ist enorm.

Es gibt seltene Ausnahmen - aber wer kann, sollte etwas Besseres lernen.

Durch die ständig weitere Zunahme des Verkehrs macht das auch keinen wirklichen Spaß mehr - von Auslandstouren mal abgesehen.

Ich bin im Außendienst tätig und dementsprechend auch viel unterwegs. Eine Anstellung als LKW Fahrer könnte ich mir als sehr stressig vorstellen. Alleine schon weil ich zumindest im Hotel schlafen kann und die LKW Fahrer an überfüllten Autobahnparkplätzen nächtigen müssen.

Ansonsten ist es halt ein Job mit allen Vor- und Nachteilen, die eine Arbeit eben so mit sich bringt.

Es ist ein wunderschöner und zugleich grausamer Job.

Kleines Beispiel: Ich habe mich gestern abend mit meinem Freund getroffen. Wir sind beide LKW-Fahrer im Fernverkehr und es ist ein sehr seltener Zufall, daß wir uns unter der Woche sehen können. Gestern abend hat es mal wieder für drei Stunden gereicht. Diese Zeit haben wir genutzt, um in ein schönes Ausflugslokal zu gehen. Dabei hab ich plötzlich gesagt, "wie Urlaub". Das, was andere Menschen täglich haben können, ist für uns der pure Luxus. Irgendwie hat mich das sehr traurig gemacht, weil wir für den Job wirklich einiges entbehren müssen. Aber dann hab ich gedacht (mein Leitsatz ist, daß es in jeder Situation eine positive Seite gibt), daß es einfach nur wunderschön ist, daß wir die Zeit, die wir miteinander verbringen und uns etwas gönnen, was für andere selbstverständlich ist, um so viel mehr genießen können, als "Otto-Normalbürger". Wir können uns auch nach langer Zeit noch an einen Restaurantbesuch erinnern. Wann und wo das war und wie schön das war.

So, daß war nun die gefühlsmäßige Beschreibung. Hier die Fakten:

 - Man fährt (immer auf den Fernverkehr bezogen) oft Sonntag abend los.

 - Man schläft im LKW an der lauten Autobahn oder in einem Industriegebiet ohne Dusche und WC

 - Man wird von den anderen Verkehrsteilnehmern als Vollidiot betrachtet, der nur da ist, sie zu ärgern und nicht, um ihre bei Amazon bestellte Ware einen Tag nach der Bestellung in einem Verteilerzentrum abzuladen, damit der Paketdienst gleich damit weiter kann.

 - Man ist viel allein, wenn andere gemütlich mit Freunden ein Feierabendbier trinken.

 - Man muss in der prallen Sonne und bei Lärm schlafen können.

 - Man muss die Wünsche des Disponenten und der Kunden mit den Gesetzen in Einklang bringen.

 - Man freut sich, daß man nach z.B. Stralsund fahren darf und sieht dann nur das Industriegebiet und nichts vom Meer.

 - Man fährt fünf Minuten zu viel und muss den Polizisten davon überzeugen, daß es nicht aus Lust und Laune passiert ist, sondern weil es die Verkehrslage nicht anders zugelassen hat.

 - Man zahlt Strafe für Überstunden, statt Geld dafür zu bekommen.

Trotz allem möchte ich keinen anderen Beruf ausüben...

Hallo, ja es ist ein harter Job, schwer oft mit dem normalen Familienleben vereinbar...kenne einige Trucker...ja, die Raststätten und die Parkplätze sind schon die Anlaufsorte, die zur Routine werden, ebenso die Staus. das Einhalten der Lenkzeiten, die "Zwangspausen", die Kontrollen durch Zoll und Polizei, die "Elefantenrennen"...und das Essen in den Raststätten natürlich, geschlafen wir so gut wie immer auf dem "Bock"...Ja, und die Einsamkeit, die einen umgibt...man fährt Tag und Nacht, wie es grade passt...Und gerade lange Touren qwuer durch Europa sind um einiges "härter" ,als NUR durch Deutschland...allein schon: "andere Länder ,andere Sitten.." Fernfahrer sidn die Kapitäne der Landstraße und der Autobahn...aber der "Thron" ist der Fahrersitz...nichts für sensible Menschen, und Heimweh würde es auch unmöglich machen....LG

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