Wie lebt ein Mann als Frau?

4 Antworten

Die Sache ist die, dass der Psychotherapeut es im Prinzip nicht kontrolliert. Man kann ihm also während der Sitzung alles erzählen. Auch wenn es nicht unbedingt der Wahrheit entspricht. Es ist aber ja auch so, dass eine Transfrau, die ihr Geschlecht angleichen möchte (eine Umwandlung ist nicht möglich, sondern lediglich eine Angleichung), irgendwann komplett als Frau leben möchte. Und das möchte sie dann auch auf der Arbeit. Es bleibt also nur das Outing auf der Arbeit. Es gibt ja auch biologische Frauen, die in "typischen Männerberufen" arbeiten. Und die ziehen, genauso wie die Männer, die typische Berufskleidung an. Wenn man Hormone nimmt, dann verändert sich ja auch der Körper und man(n) wird weiblicher.

Ein Kollege meines Nachbarn (auch Elektriker) fühlt sich auch als Frau und auch dort wird Dienstkleidung getragen. Ich habe bisher noch nichts davon gehört, dass es da Probleme gibt. Es kommt natürlich immer darauf an, wie der Arbeitgeber und die Kollegen darauf reagieren. Aber ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen offen und neugierig reagieren, wenn man selber offen damit umgeht.

Gott wollte dich als Mann. Bleib ein Mann. Wenn du den starken Wunsch verspürst, dich zu verweiblichen mit Accessoires, Schminken, was weiß ich - dann fröne halt diesem Hobby, aber lass deinen Körper in Ruhe. Ich glaube nicht, dass man mit umoperiertem Geschlecht glücklich werden kann - da ist die Psyche, ja die Seele zu stark in Mitleidenschaft gezogen und ich glaube, Untersuchungen bestätigen das.


Wenn man keine Ahnung hat.....

Ja, es ist die Psyche die in Mitleidenschaft gezogen wird. Und nur eine Geschlechtsangleichung kann dafür sorgen, dass die Psyche entlastet wird. Der Körper passt nicht zum Geist, also passt man ihn an. Logisch, dass man nie so sein wird, wie Bio´s, aber das ist den meisten egal. Jedenfalls bringt es nichts, wenn man versucht sich mit der Tatsache abzufinden, dass man halt im falschen Körper ist. Das zerstört die Psyche auf Dauer nur ganz. Ich habe 30 Jahre lang versucht mit dem weiblichen Körper klarzukommen. Es hat nichts gebracht, ausser dass ich mich komplett isoliert habe und nicht mehr vor die Tür gegangen bin, ausser zum arbeiten und einkaufen.

Und immer dieses Gelaber von "Gott wollte dich so, also bleib so". Ich glaube an Gott. Ich glaube aber auch, dass er mir nicht vorschreibt, wie ich meinen Weg zu gehen habe. Ganz im Gegensatz zu den ganzen achso christlichen Menschen, die immer meinen, sich in das Leben anderer einmischen zu müssen. Die sollen erst einmal vor ihrer eigenen Tür kehren und nach ihren eigenen Leichen im Keller sehen. Und woher wissen diese Menschen, welchen Weg Gott für mich vorgesehen hat und ob er es gut oder schlecht findet, was ich mache? Haben diese Menschen sich mit Gott über mich unterhalten? Ich denke nicht! Ich sehe es durchaus als Prüfung an und ich glaube, dass Gott mich damit testen möchte, ob ich für mein Glück kämpfe oder ob ich den Kopf in den Sand stecke. Sollte ich am Ende meiner letzten Reise nicht vor der Himmelspforte sondern vor dem Tor zur Hölle stehen,gut, dann habe ich wohl doch was falsch gemacht. Aber das ist dann mein Problem und nicht das von anderen.

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@marc76

Du unterschätzt hier die Tatsache, dass du eine für viele Menschen irritierende Frage gestellt hast und man (ich jedenfalls) versucht, dir eine wohlmeinende Antwort zu geben. Dieses Thema hat mich immer irritiert, da es nicht unbedingt einhergeht mit Homosexualität, dh. viele "männliche" Männer (Typ Lkw-Fahrer) sind davon betroffen, die sogar Frau und Kinder haben und sogar nach der GU weiterhin heterosexuell, dann neuerdings also lesbisch leben würden...Das ist nun mal schwer zu verstehen und wie ein solcher Mann den "Nachweis" erbringen will, ein Jahr als Frau "gelebt" zu haben (denkbar, dass er weibliche Kleidung getragen und sich geschminkt hat - aber was ist mit Sex und darum geht es doch hauptsächlich?) ist einfach schwer vorstellbar. Bei dir ist es umgekehrt - du willst also ein Mann sein oder bist schon einer? Ich finde das Leben so schon kompliziert genug und glaub mir - ich wünsche dir Gottes Segen und dass du glücklich bist. Und wenn du mal ganz tief unten bist - geh einfach in den Gottesdienst und öffne deine Ohren und dein Herz, denn das ist weder weiblich noch männlich.

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@Truffaldino

Nicht ich habe die Frage gestellt, sondern Margaxbrain. ;-) Da ich den Weg ja selber hinter mir habe (wenn auch andersrum - also Frau zu Mann) und ich auch Kontakt zu Transfrauen habe, würde ich so eine Frage auch nicht stellen müssen. Meine Antwort auf die Frage von Margaxbrain findest Du weiter oben.

Eine wohlgemeinte Antwort auf eine irritierende Frage wird nicht besser dadurch, dass die Antwort nicht weniger irritierend ist, als die Frage. Den "Typus" den Du in Deiner Antwort beschreibst, ist eher ein Transvestit, also ein Mann, der sich gerne als Frau verkleidet (z.B. Olivia Jones). Transvestitismus ist ein Fetisch. Ein Transvestit fühlt sich in seinem biologischen Geschlecht durchaus wohl, aber es reizt ihn, sich als Frau (oder Mann) zu verkleiden. Ein Transsexueller dagegen fühlt sich in seinem biologischen Geschlecht nicht wohl. Für ihn ist quasi das biologische Geschlecht die Verkleidung, die er aber nicht haben möchte, weil er sich darin falsch fühlt. Oder anders ausgedrückt: Das Gehirn eines Transsexuellen hat sich in die eine Richtung entwickelt und der Körper in die andere.

Der Begriff "Transsexuell" ist für viele durchaus auch irritierend.Das Wort "Transsexuell" kommt aus dem englischen und im englischen
bedeuted "Sex" biologisches Geschlecht. Hierzulande denkt man aber häufig, dass Transsexualität eine sexuelle Ausrichtung wäre (wie Homosexuelle/Heterosexuell). Dem ist aber nicht so. Transsexuell = Transident. Soll heissen, bei Transsexuellen liegt eine
GeschlechtsIdentitätsstörung vor. Mit "Sex" als solches hat das aber alles nichts zu tun. Wobei natürlich Transsexuelle durchaus auch GV haben. Das funktioniert auch nach den angleichenden OP´s alles wunderbar und nicht anders, als bei Bio´s. ;-) Und selbst ohne die Angleichungen unterhalb der Gürtellinie.... Mei.... Es gibt doch nun wirklich genug Möglichkeiten und Spielzeuge.;-) Selbst ganz normale Bio-Paare benutzen Hilfsmittel.

Und natürlich gibt es auch Transsexuelle die nach der Angleichung Homosexuell sind (also quasi vorher Hetero waren). Wobei ich mich selbst schon immer als Hetero angesehen habe. Ich habe mich schon immer als Mann gefühlt und ich stand schon immer auf Frauen. Es kommt alles immer auf den Blickwinkel an. ;-)

Natürlich ist das alles für einen Aussenstehenden verwirrend. Es ist ja selbst für die Betroffenen verwirrend. Es sind aber gerade die Begriffe und vor allem das Schubladendenken dass das alles so kompliziert macht.

Aber um nochmal auf die eigentliche Frage von Margaxbrain zurückzukommen: Einen Nachweis zu erbringen heisst nichts anderes, als dem Psychotherapeuten (der eben diesen Nachweis haben will) zu sagen, dass man in seinem täglichen, sozialen Umfeld im gefühlten Geschlecht lebt. Man muss also sein tägliches Leben nicht mit der Videokamera festhalten, sondern nur dem Therapeuten glaubhaft machen, dass man so lebt, wie man eigentlich leben will und leben sollte, damit man in der Therapie weiterkommt und man die Indikation für die Hormone bekommt und ein entsprechendes Gutachten für die Krankenkasse und das Amtsgericht. Es wird aber keiner einen Privatdetektiv auf einen ansetzen, der das alles überprüft. Die Frage ist nur, was einem das bringt, wenn man dem Thera was vorschwindelt. Wenn man wirklich in dem gefühlten Geschlecht leben möchte, dann muss man sich auch auf der Arbeit irgendwann outen. Und in der heutigen Zeit sind Frauen im Blaumann und in Sicherheitsschuhen ja nun auch keine Seltenheit mehr.

In einem Gottesdienst war ich schon ewig nicht mehr. Ich glaube an Gott, aber die katholische Kirche.... nun ja...Transsexuelle und Homosexuelle werden an den Pranger gestellt. Die sollen sich mal lieber an die eigene Nase fassen. Ich sage nur Regensburger Domspatzen. Da bin ich lieber Transsexuell als ein verlogener und perver... "Gottesdiener". Denn das ist ganz sicher nicht in Gottes Sinne!

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@marc76

Danke - da habe ich einiges gelernt. Ich habe mal gehört, dass es auch biologische Zwitter gibt, die also bei der Geburt schon beide Geschlechter in sich tragen. Dort ist eine (entscheidende) Angleichung dann auch für jeden plausibel. Auch was Du beschreibst, leuchtet mit größtenteils ein - aber nicht vollständig. Ich bin hs, hatte aber nie das Bedürfnis, eine Frau zu sein oder auch nur, mich so zu kleiden. Als Kind machte ich das auf spielerische Art, was aber völlig verschwand. Ich bin auch Christ und habe mit der Kirche meine Individuellen Erfrahrungen - einmal eine absolut enttäuschende, später auch unglaublich positive und bestätigende. Da muss man unterscheiden. Letztlich muss man seine gemäße Lebensform finden - wie man sie lebt, finde ich ganz wichtig. Da geht es für mich nicht mehr ohne Gott (Gott bewahre, wo das hinführen kann...). Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass wenn jemand zu seiner HS steht und sie auslebt - das gleiche gilt wohl auch für eine GU, die ja noch viel gravierender ist - dann sei jemand "glücklich". Quatsch! Ist er nicht - er ist lediglich nicht mehr total unglücklich. Denn was man in dieser bestimmten Welt erleben kann, an schönen und weniger schönen Dingen - das weiß jeder, der sich auskennt. Da kann die Hinwendung zu Christus und seiner Kirche die Rettung vor Absturz und Verzweiflung sein. Nicht nur "kann", sondern "ist" es! Ich bin der Überzeugung, dass sie das für jeden Menschen ist - es gibt niemanden, der in diesem Leben nicht leidet - früher oder später in der einen oder anderen Form. Das was du da andeutest, ist für mich nicht die Kirche, sondern sind Menschen, die versagt haben und dafür Rechneschaft ablegen müssen, wenn nicht in dieser Welt, dann in einer anderen.

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@Truffaldino

HS ist ja auch "nur" die sexuelle Ausrichtung oder Orientierung. Also das Geschlecht zu dem man sich sexuell hingezogen fühlt. Mit dem eigenen Körper bzw. der eigenen Geschlechtsidentität hat man aber als HS kein Problem. Als TS dagegen hat man halt das Problem mit der eigenen Geschlechtsidentität. Die sexuelle Ausrichtung hat damit nichts zu tun. Wenn Du Lust hast, kannst Du Dir gerne mal diese Seite hier anschauen. Vielleicht findest Du ja da noch die ein oder andere Info, die Dir das ganze verständlicher macht. :-)  http://www.transmann-info.de/#Home    Unter "About me" findest Du eine Art Lebenslauf.

Zum Thema glücksein sein: Das kommt darauf an, wie man für sich selber glücklich sein definiert. Ich für meinen Teil bin mit der Angleichung durchaus zufrieden. Und zufrieden sein ist ein Synonym für glücklich sein. Natürlich könnte ich glücklicher sein, wenn ich gleich als Junge auf die Welt gekommen wäre. Aber würde ich dann diese Zufriedenheit so zu schätzen wissen, wie jetzt? Wahrscheinlich nicht. Ich gebe auch durchaus zu, dass ich die ganzen Jungs, die jetzt so 15/16 sind immer wieder beneide und ich wünschte, ich hätte das gehabt, was sie haben. Eine normale männliche Pubertät als Teenager und nicht erst mit Anfang 30.

Auf der anderen Seite verfüge ich aber auch über ein Wissen über das kein Bio-Mann verfügt,gerade weil ich 30 Jahre als Frau gelebt habe. Und diese Erfahrung war durchaus auch interessant.

Natürlich sind es die Menschen die versagt haben. Aber es sind die Menschen, die die Kirche vertreten. Und gerade die katholische Kirche ist veraltet und störrisch. Und auch dafür sind die Menschen verantwortlich, die sich als Vertreter Gottes sehen. Am meisten habe ich ein Problem mit religiösen Fanatikern, die nur ihre Sichtweise als die richtige ansehen. Aber es gibt ja zum Glück immer solche und solche. :-)

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Man muss man ja nicht unbedingt im Betrieb zeigen, wenn man als Mann wie eine Frau sein möchte. Das kann man zuhause oder eben unter Gleichgesinnten. Im Betrieb wird das wohl nur für Spott sorgen.

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