Wie lassen sich ethische und wirtschaftliche Aspekte in der Flüchtlingspolitik vereinbaren?

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7 Antworten

Man muss jetzt aber auch beachten, dass im Verhältnis die dadurch entstehenden Verluste, die Ärmeren wesentlich härter treffen

Unfug!

Was kann schlimmer sein, als vor Krieg und Gewalt zu flüchten?

Uns geht es immer noch so gut, dass niemand hungern oder dursten muss.

http://blog.jens-bertrams.de/2015/06/haltet-ein-wehret-den-anfaengen/

Ethisch betrachtet muss man natürlich beachten, dass es uns wesentlich besser geht und christliche Werte eigentlich nicht erklärt werden müssen.

Da kann ich Dir zustimmen.

Ich finde den Link von Jens Bertrams sehr interessant. Er nimmt Bezug auf unsere Geschichte und die Parallelen zum Anfang vom Ende der Weimarer Republik. (Geschichte ist zum Lernen da)

Außerdem mag ich das Anreißen des Sündenbock-Prinzips, dass für die Entladung eines Ganzen an einer Sache steht. Definitiv lesenswert.

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Diese Hetzparolen und Brandstiftungen gehen mit Sicherheit nur von Rechtsradikalen oder sehr ungebildeten Menschen aus. Es werden doch nicht Sozialleistungen gekürzt, damit man das Geld diesen armen Flüchtlingen zukommen lässt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Flüchtling in Deutschland hier reich werden kann. Mir tun die Leute nur leid. Das ist zum Teil blanker Neid, dass andere in Notsituationen Unterkunft und Geld bekommen, wenn man selbst schlecht gestellt ist. lg Lilo

Das ist eben ein sehr sonderbares Phänomen: es gibt den Neid auf Leute, denen es besser geht und die mehr haben als man selbst. Nachvollziehbar.

Dass man aber sogar neidisch ist auf Leute, die weniger haben, die ihr Land, ihre Familie, ihre Freunde unter größten Strapazen verlassen haben und kaum mit mehr ankommen als dem, was sie am Leibe tragen, das ist schon krank.

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Das hat absolut nichts mit Neid zu tun. Das erkennt man doch sogar an den meisten Kommentaren, die im Netz kursieren. Es ist einfach Existenzangst und Wut, da die Flüchtlingspolitik Resourcen verbraucht, die man zur eigenen Existenzsicherung gut gebrauchen könnte. Ich persönlich verstehe zum Beispiel nicht, warum man vorher nicht die Sozialsätze angepasst hat, wenn man die Kohle auf Tasche hatte. Familien, die seit Generationen Deutschland aufgebaut haben und jetzt dummerweise hilfsbedürftig sind, fühlen sich da natürlich verhöhnt. Und was das Bildungsniveau angeht, sollte der Verfasser der obigen Antwort seine Antwort noch einmal durchlesen. "Hetzparolen.....gehen mit Sicherheit nur von Rechtsradikalen oder ungebildeten Menschen aus....Ich kann mir nicht vorstellen". Das ist eine klare Stigmatisierung aller Leute, die sich in die Ecke gedrängt sehen und ein Ventil brauchen, um ihre Meinung zu Gehör zu bringen. Und das auf Basis von Vermutungen. Das die Proteste von der rechten Szene unterwandert werden, ist doch nicht die Schuld aller. Dann könnte man ja sagen weil Pro 7, mit ihren Botschaftern, die Diskussion ins niveaulose reingezogen hat und alle Protestler gleichsetzen und meines Erachtens sogar beleidigen setzt sich keiner der Befürworter mit der Materie auseinander, sondern sie surfen nur mit der Stimmungswelle. Übrigens sehe ich grade, dass der Fragesteller nicht gesagt hat, dass die Sozialleistungen auf Grund der Flüchtlinge gekürzt werden. Er hat sich wohl ehr auf versteckte Kürzungen in Leistungskatalogen und inflationsbedingte Kürzungen bezogen.

Wenn ich alles zusammenfassend betrachte, gebe ich einfach die Schuld an die Quotengeilheit der Medien und den Mitläufern. Erst Wochenlang Berichte über Proteste; die Leute merken also, sie sind nicht alleine oder bekommen erst dadurch ihre Meinung, dann mit abnehmenden Interesse die Gegenwelle erzeugen und die Meinung prägen "ja so geht das ja garnicht". Dann nach Monaten, das Resultat. Politik nach Wählerschaft und eine Flüchtlingswelle, die ganz Europa überfordert. Da danke ich Merkel.

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Sry...hier mussi ch nach treten. 3 mrd. € mehr kosten bei krankenkassen, die der arbeitnehmer nächstes jahr zahlen soll und verwaltungskräfte die bei der ARGE neu eingestellt werden um alle flüchtlinge zu "bearbeiten" wodurch für reguläre Arbeitslose geld für weiterbildungen fehlt. das nenn  ich erhöhung von Abgaben. Und die dummen ungebildeten Leute haben es vorher gesagt und dagegen demonstriert?

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Das ist eben die ganze Problematik - dass der Kontext so riesig ist , dass soviele Faktoren die derzeitige Eskalation der Situation beeinflussen, dass es eigentlich unmöglich ist, jetzt noch strukturell darauf zu reagieren. Es gibt kein klares Konzept, wie mit der Flüchtlingssituation auf Dauer umgegangen werden soll, es gibt keine klare Kommunikation seitens der Regierung.

Nicht nur in diesem Land, sondern eben auch in den Herkunftsländern der Flüchtlinge. Und all diese Aspekte sind zuviel und zu komplex, um von den meisten wirklich bedacht zu werden- sie fühlen sich seit Jahren von der Politik vernachlässigt und ignoriert und finden jetzt ein Ventil, indem sie auf noch Schwächere draufschlagen.

Dennoch: egal, wie schlecht es einem selbst hierzulande geht, es gibt KEINEN Grund, anderen, die noch weniger haben , das Haus unterm Hinterm wegzufackeln, auf Kinder zu pinkeln oder den Tod durch Gas zu fordern.

Menschenverachtung steht über der Volkswirtschaft - Diskussion ja, Hetze nein.

Rein ethisch muss man die Aufnahme von Flüchtlingen nicht diskutieren; ich werde deshalb hierzu auch nichts sagen.

Zum ökonomischen: Wie du schon erwähnst, wir haben Probleme mit den Sozialversicherungen. Diese Probleme werden durch die Flüchtlinge aber eher nicht verschärft, im Gegenteil: Wenn ihre Integration in den Arbeitsmarkt gelingt, dann werden die Flüchtlinge dazu beitragen, das Problem zu lösen bzw. Verschlimmerung zu verhindern.

Ursache unserer Probleme ist nämlich der demografische Wandel: Die Deutschen werden immer älter. Dadurch sinkt die Anzahl der Beitragszahler, da Senioren in der Regel nicht arbeiten. Die Kosten der Sozialversicherungen steigen hingegen, da es mehr Rentner gibt(=mehr Kosten für Rente) und ältere Menschen auch häufiger krank oder zu Pflegefällen werden(=mehr Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung),

Wenn diese Entwicklung ungebremst weitergeht, dann wird es noch in diesem Jahrhundert- wahrscheinlich irgendwann zwischen 2040 und 2060- zum Kollaps unsereres Sozialsystems kommen. Verhindern kann man dies nur durch einen Wanderungssaldo von 250 000 bis 500 000 Menschen pro Jahr, wenn diese Zuwanderer in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Die Vereinbarung von ökonomischen und ethischen Zielen in der Flüchtlingspolitik ist also gar nicht schwer: Man muss es nur schaffen, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Ich hab da ein Text im Kopf, der sich auf die Bevölkerungsentwicklung im letzten Jahrhundert bezog. Danach ist die Bevölkerung im Durschnitt immer älter geworden und die Geburtenrate kontinuierlich gesunken. Trotzdem konnten wir das jahrzehntelang auffangen. Das dieses System aus dem Gleichgewicht gekommen ist, liegt für mich an der Politik. Zusammengefasst würde ich folgende Stichpunkte nennen: deutsche Vereinigung, Wahlkampfgeschenke, Auslagerung von Sozialleistungen an nicht staatliche Versicherungen, geringer werdende Löhne, die nicht genug für den Staatsapparat erwirtschaften, immer höher werdende Armutsrate, Extrawürste für Beamte, Anwälte und Selbsständige, Lobbyarbeit.

Wäre all das nicht, hätte man sicher durch  Anpassung der Sätze noch alles auffangen können. Und die Vorstellung alle Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren ist doch sehr eutopisch. Jahr für Jahr 500.000 sozialversicherungs Pflichtige Jobs aus den Hut zaubern, das ist für mich unmöglich. Flüchtlinge bleiben somit ein Kostenfaktor und das Problem der Tragbarkeit unserer Sozilaversicherungen liegt für mich bei einer Kombination aus vielem. Ist jetzt aber nicht Thema.

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@Christian45xxx

Trotzdem konnten wir das jahrzehntelang auffangen.

Ja. Aber irgendwann gibt es eben zu viele Beitragsempfänger bzw. zu hohe Kosten und zu wenige Beitragszahler.

deutsche Vereinigung, Wahlkampfgeschenke, Auslagerung von Sozialleistungen an nicht staatliche Versicherungen, geringer werdende Löhne, die nicht genug für den Staatsapparat erwirtschaften, immer höher werdende Armutsrate, Extrawürste für Beamte, Anwälte und Selbsständige, Lobbyarbeit.

Hat die Sache teilweise beschleunigt(wobei z.b. die Auslagerung von Sozialleistungen den Prozess sogar verlangsamt hat), ist aber nicht ursächlich.

Wäre all das nicht, hätte man sicher durch Anpassung der Sätze noch alles auffangen können

Nein. Und auch bei den Sätzen gibt es eine Obergrenze. Wenn diese Überschritten wird, gibt es zu hohe Lohnnebenkosten.

Jahr für Jahr 500.000 sozialversicherungs Pflichtige Jobs aus den Hut zaubern, das ist für mich unmöglich

Wir haben schon jetzt eine Menge Stellen, die unbesetzt bleiben. Und in Zukunft werden es ohne Zuwanderer noch mehr werden, bedingt durch den demografischen Wandel.

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@Lennister

Das letzte Zitat  "Jahr für Jahr 500.000 sozialversicherungs Pflichtige Jobs aus den Hut zaubern, das ist für mich unmöglich" hat Seehofer ähnlich wieder gegeben..nur da waren es auf einmal 1.000.000 Flüchtlinge..und schon wieder frage ich mich, ob es keine Vernünftige Alternative zur CDU gibt.

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Persönlich halte ich es da mit dem Grundgesetz, und wem das nicht paßt, der kann j avon Deutschland flüchten.

Die wirtschaftliche Diskusssion ist einfach nur beschämend, in anbetracht dessen, daß DE eines der reichsten Länder der Welt ist. Jordanien hat bereits soviel Sytien-Flüchlinge aufgenommen, daß jeder 6. Einwohner ein Flüchtlich ist - und wir jammern? Die Türkei hat 1,5 Mio aufgenommen - und wir beschweren uns?

Mich ärgert , daß die "der Dreck muß raus"-Schreier nicht wegen Volksverhetzung vor Gericht stehen.  Mich ärgert auch, daß ie Politiker so tun, als käme die Flüctlingswelle überraschend, das ist seit 2 Jahren vorauszusehen gewesen. Solange ist bereits Krieg in Syrien, in Afghanisten noch viel länger, es sind derzeit mehr Menschen weltweit auf der Flucht als während der Weltkriege - und wir sind überrascht? Das ärgert mich, nicht die Flüchlinge.

Und wie schon gesagt wurde, der neid auf Menschen, denen es schlecht geht, ist mir ebenfalls unverständlich und mit Neid läßt sich das auch nicht erklären, das wär ja ein menschliches Gefühl. Hinter der Hetze steckt Empathielosgkeit, Dumpfer Hass einer braunen Brut, die wir ebenfalls viel zu lange gewähre ließen.

PS: Wem unser Grundgesetz nicht paßt, der kann gerne irgendwohin "flüchten" wo es ein besseres gibt.

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Ich stimme zu, möchte aber an dieser Stelle darauf hinweisen, dass nicht nur die Hetzparolen, der Gegner unerwünscht sind. Begriffe wie Pack, Braune Brut, Faschos etc. empfinde ich ebenfalls alls Verallgemeinerung und Beleidigung. Man kann Menschen, die unmittelbar betroffen sind und vor neuen Lebensumständen stehen, nicht das Recht auf Meinungfreiheit absprechen. Egal ob Pro oder Contra. Auf N24 lief eine Diskussion, wo genau das dargestellt wurde. Leider wird das häufig bei uns genutzt, um Menschen Mundtot zu machen. Für mich ebenso eine Nötigung wie die Hetzparolen.

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Eines steht fest, ob nun Flüchtlinge hier sind oder nicht, die Sozialleistungen werden so oder so gekürzt, schon weil seit etlichen Jahren es zu einem tendenziellen Fall der Profitrate gekommen ist. Näheres dazu, siehe Google-Links.

Etliche Leute meinen zu wissen, dass der Staast ja eigentlich ganz gerne seinen Untertanen, pardon Bürgern, gern sein soziales Füllhorn über sie ergießen wolle, nun aber die bösen Asylanten all das zunichte machen.

Der bürgerliche Staat allgemein, der von neoliberaler Bauart insbesondere, ist aber nicht dazu da, das Wohl der breiten Masse zu bedienen, sondern er dient vielmehr dem Wohl des Kapitals allgemein, dem der Monopole insbesondere. Und selbst da favorisiert er an erster Stelle das Finanzkapital, also das der Banken, Investmentgesellschaften sowie Versicherungen.

Dies auch der Grund warum die Bundesregierung im Laufschritt auf dem Silbertablett verzockte marode Banken mit 480 Mrd. € unter die Arme griff.

Und siehe, anders all die Jahre zuvor von den staatstragenden Parteien (CDU, SPD, Grüne und FDP) gebetsmühlenartig vorgetragen, "es sei kein Geld da", sprudelte aufeinmal die Geldquelle.

Leite daraus alles Weitere in Sachen Asylpolitik ab.

Btw, hätte der Staat noch die Besteuerung, wie sie bis 1998 exisitierte, wäre massig Geld im Staatsetat.


Das werden wir alles lösen. Die Steuern müssen eben erhöht werden. Die Reichen müssen mehr bezahlen. Die Banken werden wir enteignen und die Wohnungen werden bewirtschaftet: Jeder Wohnungsinhaber muß je 10 qm Wohnungsfläche einen Flüchtlinge aufnehmen.

Und ich bin sowieso für Reichtum für alle.

Die Steuern müssen gar nicht erhöht werden, die sprudeln besser als je zuvor.

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Jeder Wohnungsinhaber muß je 10 qm Wohnungsfläche einen Flüchtlinge aufnehmen.

deutschland bewaffnet sich seit jahren (google mal nach illegalen affen) und wenn es soweit kommt dann gibts bürgerkrieg und es gibt keinen grässlicheren krieg als bürgerkrieg.

was du sagst trägt schon anarchistische züge.

reichtum für alle gibt es nicht. wenn alle gleichleben sollen leben alle arm. was anderes gibt es nicht.

aber gut das du deinen hoffentlich ironisch gemeint hast hahahahaha

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@BaronDeRais

Natürlich ist das ironisch. Wollt Ihr etwa hier auf GF das Flüchtlingsproblem lösen? Das ist doch albern.

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