Wie lange zahlt man Unterhalt (und weitere Fragen) nach der Scheidung?

6 Antworten

§ 1361
Unterhalt bei Getrenntleben

(1) Leben die Ehegatten getrennt, so kann ein Ehegatte von dem anderen den nach den Lebensverhältnissen und den Erwerbs- und Vermögensverhältnissen der Ehegatten angemessenen Unterhalt verlangen; für Aufwendungen infolge eines Körper- oder Gesundheitsschadens gilt § 1610a. Ist zwischen den getrennt lebenden Ehegatten ein Scheidungsverfahren rechtshängig, so gehören zum Unterhalt vom Eintritt der Rechtshängigkeit an auch die Kosten einer angemessenen Versicherung für den Fall des Alters sowie der verminderten Erwerbsfähigkeit.

(2) Der nicht erwerbstätige Ehegatte kann nur dann darauf verwiesen werden, seinen Unterhalt durch eine Erwerbstätigkeit selbst zu verdienen, wenn dies von ihm nach seinen persönlichen Verhältnissen, insbesondere wegen einer früheren Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der Dauer der Ehe, und nach den wirtschaftlichen Verhältnissen beider Ehegatten erwartet werden kann.

(3) Die Vorschrift des § 1579 Nr. 2 bis 8 über die Beschränkung oder Versagung des Unterhalts wegen grober Unbilligkeit ist entsprechend anzuwenden.

(4) Der laufende Unterhalt ist durch Zahlung einer Geldrente zu gewähren. Die Rente ist monatlich im Voraus zu zahlen. Der Verpflichtete schuldet den vollen Monatsbetrag auch dann, wenn der Berechtigte im Laufe des Monats stirbt. § 1360a Abs. 3, 4 und die §§ 1360b, 1605 sind entsprechend anzuwenden.

§ 1578b
Herabsetzung und zeitliche Begrenzung des Unterhalts wegen Unbilligkeit

(1) Der Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten ist auf den angemessenen Lebensbedarf herabzusetzen, wenn eine an den ehelichen Lebensverhältnissen orientierte Bemessung des Unterhaltsanspruchs auch unter Wahrung der Belange eines dem Berechtigten zur Pflege oder Erziehung anvertrauten gemeinschaftlichen Kindes unbillig wäre. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, inwieweit durch die Ehe Nachteile im Hinblick auf die Möglichkeit eingetreten sind, für den eigenen Unterhalt zu sorgen, oder eine Herabsetzung des Unterhaltsanspruchs unter Berücksichtigung der Dauer der Ehe unbillig wäre. Nachteile im Sinne des Satzes 2 können sich vor allem aus der Dauer der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes sowie aus der Gestaltung von Haushaltsführung und Erwerbstätigkeit während der Ehe ergeben.

(2) Der Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten ist zeitlich zu begrenzen, wenn ein zeitlich unbegrenzter Unterhaltsanspruch auch unter Wahrung der Belange eines dem Berechtigten zur Pflege oder Erziehung anvertrauten gemeinschaftlichen Kindes unbillig wäre. Absatz 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend.

(3) Herabsetzung und zeitliche Begrenzung des Unterhaltsanspruchs können miteinander verbunden werden.

§ 1585c
Vereinbarungen über den Unterhalt

Die Ehegatten können über die Unterhaltspflicht für die Zeit nach der Scheidung Vereinbarungen treffen. Eine Vereinbarung, die vor der Rechtskraft der Scheidung getroffen wird, bedarf der notariellen Beurkundung. § 127a findet auch auf eine Vereinbarung Anwendung, die in einem Verfahren in Ehesachen vor dem Prozessgericht protokolliert wird.

§ 1570
Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes

(1) Ein geschiedener Ehegatte kann von dem anderen wegen der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes für mindestens drei Jahre nach der Geburt Unterhalt verlangen. Die Dauer des Unterhaltsanspruchs verlängert sich, solange und soweit dies der Billigkeit entspricht. Dabei sind die Belange des Kindes und die bestehenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung zu berücksichtigen.

(2) Die Dauer des Unterhaltsanspruchs verlängert sich darüber hinaus, wenn dies unter Berücksichtigung der Gestaltung von Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit in der Ehe sowie der Dauer der Ehe der Billigkeit entspricht.

§ 39
Leistungen zum Unterhalt des Kindes oder des Jugendlichen

(1) Wird Hilfe nach den §§ 32 bis 35 oder nach § 35a Abs. 2 Nr. 2 bis 4 gewährt, so ist auch der notwendige Unterhalt des Kindes oder Jugendlichen außerhalb des Elternhauses sicherzustellen. Er umfasst die Kosten für den Sachaufwand sowie für die Pflege und Erziehung des Kindes oder Jugendlichen.

(2) Der gesamte regelmäßig wiederkehrende Bedarf soll durch laufende Leistungen gedeckt werden. Sie umfassen außer im Fall des § 32 und des § 35a Abs. 2 Nr. 2 auch einen angemessenen Barbetrag zur persönlichen Verfügung des Kindes oder des Jugendlichen. Die Höhe des Betrages wird in den Fällen der §§ 34, 35, 35a Abs. 2 Nr. 4 von der nach Landesrecht zuständigen Behörde festgesetzt; die Beträge sollen nach Altersgruppen gestaffelt sein. Die laufenden Leistungen im Rahmen der Hilfe in Vollzeitpflege (§ 33) oder bei einer geeigneten Pflegeperson (§ 35a Abs. 2 Nr. 3) sind nach den Absätzen 4 bis 6 zu bemessen.

(3) Einmalige Beihilfen oder Zuschüsse können insbesondere zur Erstausstattung einer Pflegestelle, bei wichtigen persönlichen Anlässen sowie für Urlaubs- und Ferienreisen des Kindes oder des Jugendlichen gewährt werden.

(4) Die laufenden Leistungen sollen auf der Grundlage der tatsächlichen Kosten gewährt werden, sofern sie einen angemessenen Umfang nicht übersteigen. Die laufenden Leistungen umfassen auch die Erstattung nachgewiesener Aufwendungen für Beiträge zu einer Unfallversicherung sowie die hälftige Erstattung nachgewiesener Aufwendungen zu einer angemessenen Alterssicherung der Pflegeperson. Sie sollen in einem monatlichen Pauschalbetrag gewährt werden, soweit nicht nach der Besonderheit des Einzelfalls abweichende Leistungen geboten sind. Ist die Pflegeperson in gerader Linie mit dem Kind oder Jugendlichen verwandt und kann sie diesem unter Berücksichtigung ihrer sonstigen Verpflichtungen und ohne Gefährdung ihres angemessenen Unterhalts Unterhalt gewähren, so kann der Teil des monatlichen Pauschalbetrags, der die Kosten für den Sachaufwand des Kindes oder Jugendlichen betrifft, angemessen gekürzt werden. Wird ein Kind oder ein Jugendlicher im Bereich eines anderen Jugendamts untergebracht, so soll sich die Höhe des zu gewährenden Pauschalbetrages nach den Verhältnissen richten, die am Ort der Pflegestelle gelten.

(5) Die Pauschalbeträge für laufende Leistungen zum Unterhalt sollen von den nach Landesrecht zuständigen Behörden festgesetzt werden. Dabei ist dem altersbedingt unterschiedlichen Unterhaltsbedarf von Kindern und Jugendlichen durch eine Staffelung der Beträge nach Altersgruppen Rechnung zu tragen. Das Nähere regelt Landesrecht.

(6) Wird das Kind oder der Jugendliche im Rahmen des Familienleistungsausgleichs nach § 31 des Einkommensteuergesetzes bei der Pflegeperson berücksichtigt, so ist ein Betrag in Höhe der Hälfte des Betrages, der nach § 66des Einkommensteuergesetzes für ein erstes Kind zu zahlen ist, auf die laufenden Leistungen anzurechnen. Ist das Kind oder der Jugendliche nicht das älteste Kind in der Pflegefamilie, so ermäßigt sich der Anrechnungsbetrag für dieses Kind oder diesen Jugendlichen auf ein Viertel des Betrages, der für ein erstes Kind zu zahlen ist.

(7) Wird ein Kind oder eine Jugendliche während ihres Aufenthaltes in einer Einrichtung oder einer Pflegefamilie selbst Mutter eines Kindes, so ist auch der notwendige Unterhalt dieses Kindes sicherzustellen.

0

Es gibt sehr viele Gesetze. Je nach Lage. Am besten du schaust selbst auf dejure.org vorbei, und findest deine Situation. Auf Jedenfall: Anwalt konsultieren!

0

Im Trennungsjahr - bis zur Scheidung - hat der geringer verdienende Ehepartner ggf. Anspruch auf "Trennungsunterhalt" an den anderen Ehepartner - unabhängig davon, wie lange die Ehe schon besteht...

"Nachehelicher Unterhalt" (ab der Scheidung) wird nur noch im Ausnahmefall zugesprochen (z.B. bei sehr langer Ehedauer,> 8...12 Jahre), da davon ausgegangen wird, dass sich beide Partner nach der Scheidung selbst finanzieren können...

Das hängt auch von anderen Faktoren ab, aber grundsätzlich kann sie ja wieder arbeiten gehen. Bei meinem Neffen wurde die Zeit des Unterhaltes auf die Ehezeit festgesetzt. Waren hier 11 Monate.

Bekommt man als Student Unterhaltsgeld bei einer Scheidung?

Hallo alle zusammen,

nehmen wir mal an, dass x und y nicht mal ein Jahr lang verheiratet sind und sich schon scheiden lassen wollen (haben keine gemeinsamen Kinder). X ist Studentin im 7ten Semester (bwl Bachelor) und wird im 8ten Semester fertig sein und will danach einen Master anhängen. Y ist Angestellter und verdient gutes Geld (1.800€ netto). Grund für die Trennung ist, dass Y ständig verlangt, dass X ihr Studium abbricht und eine Ausbildung anfängt, damit ihm mehr Geld zur Verfügung steht. Die Studentin liegt aber nicht auf der faulen Haut sondern hat ein 20h Werkstudentenjob und beteiligt sich ebenfalls finanziell im Haushalt( jeder zahlt die Hälfte für die Miete und den Einkauf). Da Y ständig Geld an seine Familie gibt( die alleine wohnen und selbst einen gut bezahlten Job haben) reflektiert es sich auf X, die noch mehr verdienen solle denn Y sei gestresst, dass er immer jeden Geld geben soll. Die Studentin ist schon finanziell verzweifelt und kauft sich Sachen im Second Hand Shop während die Mutter von Y sich immer wieder Markensachen wie Wellenstayn,Naketano, Esprit usw. Holt ( von wessen Geld wohl?). Y sieht es nicht ein sich auf seine jetzige Ehe zu fokussieren sondern findet es wichtig seine Familienmitglieder (Mutter, Oma,Opa,Onkel)weiterhin zu unterstützen.

Jetzt ist die Frage, ob die Studentin bei einer Scheidung von dem Ihrem (Ex-) Mann Unterhalt bezahlen bekommt? Und wie wird die Wohnung aufgeteilt? Denn als Studentin ist es schwierig eine neue Wohnung in kurzer Zeit zu finden.

Hat jemand schon Erfahrungen gesammelt und könnte was dazu schreiben ?

Vielen Dank im Voraus.

...zur Frage

Scheidung was kommt auf mich zu?

Was kostet eine Scheidung wenn man 1,5 Jahre verheiratet war 1900€ netto verdient und ein gemeinsames Kind hat? Danke für alle Antworten...

...zur Frage

nachehelicher unterhalt an die frau

Hallo...

Mein freund hat im August seine Scheidung sie hat auf trennungsunterhalt verzichtet kommt aber immer wieder und möchte Geld von ihm kann sie das machen oder muss selbst das trennungsunterhalt richterlich festgelegt werden die sind 5 Jahre verheiratet in der ehe entstand ein Kind was jetzt 3 Jahre alt ist und in den Kinder garten geht. Sie ist 29 Jahre und ist Bäckerei Fachverkäuferin und verdient 900Euro netto Er ist 33 Jahre und verdient 2300 Euro er zahlt jeden Monat unterhalt an seine Tochter Sie möchte auf jeden fall jetzt nachehelichen unterhalt haben meine frage ist wie lange muss er zahlen und wie viel habe schon mal im Internet geschaut aber bin total verzweifelt

...zur Frage

Muss mein Freund an seine Ex Frau nach Scheidung Unterhalt zahlen?

Mein Freund hat zwei Kinder und ist geschieden. Das eine Kind lebt bei ihm und ist 14 Jahre alt. Der andere lebt bei der Mutter und ist 11 Jahre alt. Er zahlt an das eine Kind Unterhalt. Muss er auch an die geschiedene Ex Frau Unterhalt zahlen.

...zur Frage

Muss mein Mann für mich Unterhalt zahlen während Trennungsjahr?

Hallo ich hatte mich mitte April von meinen Mann getrennt, aus der Ehe sind keine gemeinsamen Kinder.
Muss er mir Unterhalt zahlen? Er verdient ca 2000Euro Netto.

...zur Frage

Ab wann muss mein Ex unterhalt für meine Kinder zahlen?

Hallo ich bin seit kurzem verheiratet und habe 2 Kinder von meinem ex.

Er hat einen 450 euro Job und geht anscheind nebenbei schwarzarbeiten und Ich bekomme von Ihn kein Unterhalt meine kinder sind 1 und 4.

Ist es möglich da was zu bekommen da mein man ja nicht mitgezählt werden kann oder etwa doch ?

Mein Man geht arbeiten und hat jetzt ca 2000 Netto. Ich bin zuhause . Wir wohnen in nrw.

Unterhaltsvorschuss bekomme ich ja nicht mehr seit der hochzeit, was ich eigentlich nicht gerechtfertigt finde.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?