Wie lange wird meine Haftstrafe ungefähr?

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2 Antworten

Man muss noch genau wissen, wie genau ihr vorgegangen seit, damit man weiß, ob ein besonders schwerer Diebstahl nach 243 StGB, ein Bandendiebstahl nach 244 StGB oder gar ein schwerer Bandendiebstahl nach 244a StGB vorliegt.

Auch wenn du etwas von "Bandendiebstahl" schriebst, muss man die genauen Tahergänge und somit die Voraussetzungen nach den 243, 244 und 244a StGB prüfen.

Was man definitiv wohl auschließen kann, ist ein normaler Diebstahl nach 242 StGB .

Wobei du dich auch nur der Beihilfe nach 27 StGB zum besonders schweren Diebstahl/ ( schweren ) Bandendiebstahl strafbar gemacht haben könntest.

Dann würde deine Strafe schon von Gesetzes wegen milder als die der Hauptäter ausfallen.

Der ( schwere ) Bandendiebstahl ist in 244 und in 244a StGB nomiert. Der 244a StGB ist der härteste Diebstahl Paragraf.

Die Mindestrafe beträgt hier 1 Jahr Freiheitsstrafe und Höchststrafe 10 Jahre. Bei "normalen" Bandendiebstahl nach 244 StGB ist die Mindeststrafe 6 Monate und die Höchststrafe auch 10 Jahre.

Die Höchststrafe bekommst du aber als Ersttäter nicht. Alles bis 2 Jahre ist auch zur Aussetzung auf Bewährung möglich.

Die Schadenssumme und der Wert der Beute, sowie die Anzahl der Diebstähle sind enorm hoch!

Du musst theoretisch jederzeit damit rechnen schon im Vorfeld verhaftet zu werden, weil die Staatsanwaltschaft und/oder ein Richter die Untersuchungshaft Voraussetzungen aus der StPO als gegeben ansehen.

Vor allem Fluchtgefahr, mit der juristischen Begründung das die zu erwartende Strafe bei den Anklage Vorwürfen nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Also über 2 Jahre liegt.

Oder auch wegen Verdunkelungsgefahr, weil die Justiz Angst hat das du Beweismittel verschleierst/vernichtest.

Ein Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr schließe ich erst einmal aus.

Du solltest deinen Personalausweis, deinen Mietvertrag, deine An-/oder Ummeldebestätigung vom Einwohnermeldeamt und deinen Arbeitsvertrag kopieren, ihn an die Staatsanwaltschaft senden und darum bitten, dass kein Haftbefehl gegen dich beantragt wird.

Das ist zwar ungewöhnlich, aber schaden tut es garantiert nicht.

Die Staatsanwaltschaft kann dennoch Haftbefehl beantragen. Dieser muss aber von einem Richter auch erlassen werden. Er kann auch abgelehnt werden.

Oder in seiner Vollstreckung anders als beantragt erlassen werden. Zum Beispiel beantragt die Staatsanwaltschaft einen normalen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr und die Anordnung zur U-Haft.

Der Richter kann ihn eventuell antragsgemäß erlassen, aber die Vollstreckung gegen Auflagen außer Vollzug setzen.

Letzteres würde bedeuten das du nicht in U-Haft kämest, aber dich zum Beispiel 1 - 3 die Woche bei der Polizei melden müsstest.

Deine Frage kann so keiner ordentlich beantworten. Es fehlen wie so oft Fakten. Warst du nur Mitläufer/Beihilfe? Standest du nur Schmiere?

Warst du so mittel drin, voll dabei oder gar treibende, ausführende Kraft bei den Taten?

Dann kommt es bei der Verhandlung erstmal auf die Beweise der Justiz und Zeugen an. ( falls du abstreitest )

Ferner kommt es auf dein Nachtatverhalten, Reue, Einsicht, Geständnis an. Ob du vielleicht den Schaden wieder gutmachen möchtest. Hier reicht die Äußerung des positiven Willens, den Schaden irgendwann wieder gutmachen zu wollen.

Wenn jetzt eine schriftliche Polizei Ladung kommt - geh da auf keinen Fall hin! Generell sollte man als Beschuldigter nicht bei der Polizei aussagen.

Und schon gar nicht bei solch schweren Vorwürfen. Es ist keine Pflicht bei der Polizei auszusagen. Du bekommst durch das Nicht erscheinen bei der Polize keinen Ärger, keinen Haftbefehl und keinen negativen Eintrag.

Wenn ein Haftbefehl kommt, dann nicht deswegen weil du nicht bei der Polizei erschienen bist.

Die Polizei arbeitet dann deine Ermittlungsakte einfach ohne deine Aussage ab und schickt diese nach Abschluss an die Staatsanwaltschaft.

Diese wird nach 170 StPO Anklage in Form einer Anklageschrift gegen dich erheben.

Bitte äußer dich unter keinen Umständen schriftlich zur Tat und zum Tatgeschehen!

Wenn die Gerichtsverhandlung ist, musst du Angaben zu deinen Namen, Anschrift, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Wohnsituation, Beruf und sonstigen Angaben aus 111 OwiG machen.

Zu der Tat selbst darfst du die ganze Zeit schweigen oder nur Dinge sagen, die du für richtig hältst.

Ein schweigen stellt in Strafprozessen niemals ein Schuldeingeständnis dar. Es darf dir nicht negativ ausgelegt werden.

Schweigst du, so muss die Justiz allein durch Beweise und Zeugen zu der sicheren Annahme kommen, dass du die dir vorgeworfenen Taten oder ähnliche begangen hast.

Wird dir zum Beispiel schwerer Diebstahl nach 243 StGB vorgeworfen und ergibt der Prozessverlauf gewisse Anhaltspunkte, dass nur ein normaler Diebstahl nach 242 StGB vorliegen könnte, so weist der Richter noch vor deinem "letzten Wort" darauf hin, dass auch eine Verurteilung wegen Diebstahl nach 242 StGB in Betracht käme.

Umgekehrt kann der Richter auch darauf hinweisen das statt des "milderen" schweren Diebstahls nach 243 StGB auch ein härtere Verurteilung wegen zum Beispiel Bandendiebstahl nach 244 StGB in Betracht käme.

Wenn man eine Strafe von mindestens 1 Jahr ( auch zur Bewährung ausgesetzt ) zu erwarten hat, bekommt man in der Regel einen Pflichtverteidiger vom Gericht gestellt.

Also einen normalen Rechtsanwalt, der das Strafrecht vertritt. Der kann 2 oder auch 20 Jahre Erfahrung haben.

Unabhängig davon kannst du auf eigene Kosten selbst Rechtsanwälte deiner Wahl für deine Verteidigung beauftragen.

Sind die Beweise glasklar, dann sollte man ein Geständnis ablegen. Dieses wirkt sich immer strafmildernd aus.

Selbst wenn du dich jetzt vorbildlich verhältst, schweigst oder gestehst, es kann dennoch eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung raus kommen.

Wirst du zu mehr als 2 Jahren verurteilt, beantragen die meisten Staatsanwälte Haftbefehl wegen Fluchtgefahr. Der Richter muss diesen Antrag auf Erlass des Haftbefehl aber erst erlassen, also genehmigen. Er kann ihn auch ablehnen.

U-Haft wird generell auf deine Freiheitsstrafe angerechnet. Bedeutet:  Hast du 6 Monate in U-Haft gesessen und eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren erhalten, dann sitzt du maximal 3,5 Jahre ab.

Gegen Urteile kannst du natürlich Rechtsmittel einlegen. Wirst du vor dem Amtsgericht angeklagt, bekommst du eine Freiheitsstrafe von maximal 3 Jahren und 11 Monaten.

Wobei diese Strafe später beim Landgericht auch höher oder niedriger ausfallen kann.

Das Landgericht ist ab 4 Jahren Freiheitsstrafe zuständig. Kann aber auch niedrigere Strafen aussprechen.

Denke das du keine Bewährungsstrafe erhältst.  -.-

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Kommentar von ParagrafenChef
15.12.2015, 03:18

Das Schlimmste ist das du nach Verurteilung und Verbüßung einer Haftstrafe wegen Diebstahl, besonders schweren Diebstahl, Bandendiebstahl oder schweren Bandendiebstahl nach 242, 243, 244 und 244a StGB auch per Beschluss vom Gericht ( hier genau die Strafvollstreckungskammer des Landgericht ) der Führungsaufsicht nach 245 StGB unterworfen werden kannst.

Bis zu 5 Jahre wird dir dann eine Führungaufsicht zur Seite gestellt. Diese ist eine Art strenger Bewährungshelfer. Er kann dein halbes Leben kontrollieren. 

Verstößt man gegen Weisungen der Führungsaufsicht, kann dies schon eine Mindeststrafe von 6 Monaten nach sich ziehen. ( bin mir aber hier nicht ganz sicher )

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Kommentar von ergin93
15.12.2015, 03:29

Als wenn ich vor Gericht z.b. 2,5 Jahre bekomme muss ich sofort ins Gefängnis oder kann ich mich selbst stellen ?

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Du bist wohl der Internet Gangster wenn du cool deine Straftat raus posaunst. Ist doch sowieso Fake die Frage, ansonsten bist du ziemlich dumm, denn da fragt man seinen Anwalt.

Falls es allerdings stimmt hast du bzw. ihr definitiv eine Strafe verdient die über 10 Jahre geht, wenn du schon in einer guten Firma arbeitest, wieso muss man dann so ne Sche**e durchziehen? Klar baut jeder mal M*st, aber doch nicht so oft? Unbegreiflich, ich hoffe du/ihr kommt wieder auf den richtigen Weg und nutzt die Chance.

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Kommentar von ParagrafenChef
15.12.2015, 05:39

Deine Antwort ist kompletter Müll und in keinster Weise hilfreich!

Moralische Bedenken kann man sicherlich immer äußern, bringen den Fragesteller hier aber mal gar nicht weiter!

Das solch harte Diebstahl Taten nicht gerade mal eine Beleidigung oder eine Schwarzfahrt im Sinne einer Leistungserschleichung darstellen, ist klar. Es sind krasse, sehr schwere Straftaten.

Natürlich ist es gut, wenn bei den krassen Diebstählen niemand verletzt wurde. Die Taten an sich sind natürlich ziemlich extrem, weswegen auch in den zur Auswahl stehenden 243, 244 und 244a StGB entsprechend hohe ( Mindest- ) Strafen angedroht werden.

Eine höhere Strafe als 10 Jahre ist hier gesetzlich nicht vorgesehen und wird bei Ersttätern in den meisten Fällen auch nicht verhängt.

Hier wurde keiner vergewaltigt!

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