Wie lange sollte die Schrittphase vor dem Reiten sein?

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9 Antworten

bei pferden jenseits der 20 beginnt sich der stoffwechsel zu verlangsamen. dazu gehört auch der muskelstoffwechsel.

das pferd sollte optimal "vorgewärmt" sein.

eigentlich wäre es ideal, wenn jedes pferd schon in jungen jahren die vierte natürliche gangart, die aufwärmgangart jog erlernt. wenn du dir mal für ein paar stunden einen ordentlichen westerntrainer engagierst, kann dein pferd den jog auch jetzt noch lernen.

ich finde es mehr als schade, dass in der konventionellen reiterei auf diese pferdeschonende gangart verzichtet wird.

kann das pferd das nicht und kannst du so schnell keinen westerntrainer bekommen (wäre übrigens ein guter weihnachtswunsch!), würde ich vor allem im winter empfehlen, genau darauf zu achten, wie die muskeln des pferdes arbeiten. du müsstest eigentlich merken, wenn der schritt raumgreifender und entspannter wird und wenn die muskulatur sich dehnt. erst dann kannst du halbminütige trabreprisen einlegen. wieder darauf achten, mit allem anderen abzuwarten, bis das pferd auch da in dehnungshaltung locker läuft und von sich aus das tempo leicht erhöht.

das kann je nach pferd und alter des pferdes gerade im winter auch schon mal 30-35 minuten dauern. wenn der ganze muskelstoffwechsel und der kreislauf schonend in gang gebracht werden, wirst du auch weniger probleme mit schwitzen bei deinem pferd haben. ich kenne es eigentlich, dass ein pferd von allein beginnt zu traben, wenn es dafür warm genug ist.

das aufwärmen ist ein wichtiger teil der arbeit und sollte sorgfältig geschehen.

im normalfall neigen auch pferde jenseits der 20 und jenseits der 25 nicht zum vermehrten schwitzen, wenn sie schonend aufgewärmt werden. wichtig ist natürlich auch das schonende abkühlen des pferdes nach der arbeitsphase. es sollte das pferd im schritt bewegt werden, bis es ganz trocken ist. das ist der fall, wenn du eventuelle strähnchen im fell, die vom schwitzen kommen, sanft mit einem nadelstriegel auflockern kannst. das solltest du auch in jedem fall jedesmal nach dem reiten  tun. 

das sorgfältige "abwärmen" nach dem reiten sorgt dafür, dass die körperwärme wieder zurück in den körperkern geleitet wird. so geht weniger energie verloren und der kreislauf des pferdes wird entlastet, weil die kerntemperatur stabil bleibt und nicht zusätzlich zur körperlichen anstrengung im körperinneren kühleres blut "aufgeheizt" werden muss.

bei pferden, die zu vermehrtem schwitzen neigen, solltest du IMMER auch einen blick auf die fütterung werfen. die sollte vornehmlich aus gutem, lockeren und staubfreiem heu bestehen, etwas mineralfutter - bei älteren pferden auch mit zusatz von etwas lezithin und biotin. rübenschnitzel, brot, gebackenes und leckerlie sollten nicht gefüttert werden. je nach zahnsituation des pferdes ist saftfutter eine gute ergänzung und wenn die menge der zähne nachlässt, auch heucobs statt heu. salz zum freien zugang nicht vergessen.

unterm strich denke ich, dein pferd wird im sommer etwa 20 minuten zum aufwärmen brauchen, im winter etwa 30 minuten. das sollte in deiner planung immer drin liegen. 

wenn du mal wenig zeit hast, kannst du besser mal eine stunde nur schritt und trab vorwärts-abwärts reiten und ganz darauf achten, dass das pferd dann überhaupt nicht ins schwitzen kommt. dein pferd ist in einem alter, in dem der begriff "senior" langsam an bedeutung gewinnt. mit sorgfältiger und schonender arbeit kann da jenseits der 30 immer noch ein rüstiger rentner bei dir im stall stehen.

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Kommentar von veronicapaco
13.12.2015, 10:34

Hammer Information reicher Text! Danke!!😊😍

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Kommentar von Sallydog2002
13.12.2015, 11:07

Jaaa, vielen Dank!!!♥

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Kommentar von Sallydog2002
20.01.2016, 21:22

Vielen Dank, so etwas hab ich von der Besi noch nicht zu hören bekommen...

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Ich denke, 15-20 min reichen, wenn sie richtig warmgeritten wird, d.h nicht zu langsamer schritt und viel auch biegen oder volten reiten usw. Natürlich nicht schon seitengänge oder so aber volten helfen meinem Pferd extrem gut, er läuft danach im Trab viel schwungvoller und schöner.

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Gerade die Schrittarbeit ist sehr wichtig. Jetzt im Winter würde ich bei einem älteren Pferd definitiv 20-30 Minuten Schritt einkalkulieren. Nicht nur am langen zügel, sondern schon korrektes arbeiten mit Schulterherein, Travers, Traversalen usw

Viel wichtiger : was hat dir denn die Besitzerin dazu gesagt?

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Kommentar von Sallydog2002
13.12.2015, 11:09

Die Besi meinte 15-20 min, das war allerdings im Sommer.

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Bei einem alten Pferd zumal jetzt im Winter mindestens 25 Minuten. Die Gelenkschmiere braucht so lange, um sich zu bilden. Die ersten 5 Minuten sollte man das Pferd langsam trudeln lassen.

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Meine Stute ist 20 und ich lass sie ca 20 min Schritt gehen, davon mach ich 10 min bodenarbeit und reite 10 min.
Also wenn du Bodenarbeit gemacht hast kannst du dass von der schritt Phase abziehen, aber du solltest trotzdem noch mind 5 min Schritt reiten bevor du trabst also nach z.b. 20 min bodenarbeit nicht sofort aufsitzen und antraben :)
Hoffe ich konnte dir helfen

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Hallo!
Ich finde das 15-20 Minuten vollkommen ausreichen. Und nach der Bodenarbeit finde ich das 5 Minuten Schritt zusätzlich trotzdem empfehlenswert sind.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
GLG Esther

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Ich reite immer 15 min warm, dass reicht meistens :)

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15-20min sind vollkommen in Ordnung. Im Sommer reite ich immer so 10-15min schritt und im Winter eher so 20, damit die wirklich warm werden können 😊

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Vor dem reiten würde ich ca. 15 nehmen. Das sollte ausreichen! :)
LG

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