Wie lange reichen die fossilen Energieträger noch?

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Diese Frage zu beantworten ist sehr schwer. Seit Jahrzehnten werden wir durch die Presse mit den unterschiedlichsten Studien hierzu konfrontiert. Vor ca. 20 Jahren besagte eine Shell Studie, dass für max. 40 Jahre die Vorkommen an Erdöl reichen werden. Diese Aussage ist deutlich nach oben korrigiert wurden. Nicht von Shell aber von der Aral AG, die erst vor einigen Wochen die Aussage traf, dass für das 21. Jahrhundert die Versorgung mit flüssigen Kraftstoffen gesichert sei. Außerdem werden durch den technischen Fortschritt immer neue gigantische Erdöl- und Erdgasfelder entdeckt. Zuletzt von BP im Golf von Mexico durch Bohrungen bis zu 10000 Metern Tiefe. Auch vor den Küsten Afrikas. Vor Ghanas Küste hat gerade die britische Gesellschaft Tullow u. die amerik. Anadarko ein Ölfeld von ca. 2 Mrd. Barrel Rohöl entdeckt. Weitere riesige Felder wurden vor Venezuela entdeckt, deren Existenz Repsol und Eni bestätigten. Dieses halbe Dutzend an Öl- und Gasfunden wurde in einem Zeitraum von nur 4 Wochen gemeldet!

In meiner Branche, der Erdgasversorgung, spricht man von einem Zeitraum von 160 Jahren Versorgungssicherheit für Erdgas. Ich persönlich halte das für untertrieben, da gerade Erdgas noch nicht in dem Maße erschlossen wurde. Außerdem erleben wir einen starken Zuwachs an Biogas. Viele Erdgastankstellen werden inzwischen mit 10-50% Biogas beliefert. Tendenz steigend. Das ist ein starkes Argument, um zu behaupten, dass gerade regenerative Energiequellen dazu beitragen werden, den Verbrauch von fossilen Energieträgern zu verlangsamen. Es gibt ja weitere Hypothesen von führenden Wissenschaftlern, die besagen, dass fossile Energieträger immer vorhanden sein werden, da auf Grund biochemischer Prozesse im Erdinneren immer wieder flüssige und gasförmige Energieträger entstehen.

Ein weiterer Aspekt ist die Effizienzsteigerung bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren. Würde man z.B. heute den aktuellen Golf Motor in den Golf I von 1974 einbauen, dann hätten wir bereits das 2,5 Liter Auto. Durch Downsizing und Turboaufladung holt man inzwischen aus kleinen 1.4 ccm Aggregaten 150 PS. Beispiel ist der VW Passat TSI EcoFuel, der mit Erdgas betrieben wird.

150 PS aus 1,4 ccm, das ist ja unglaublich !!!

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Wenn schon die GANZ GROSSEN Energiekonzerne zur Wiederbelebung von "Leichen", also dem umstrittenen Fracking greifen müssen, um aus alten Lagerstätten noch MIT GEWALT etwas herausholen zu können, muß es schon "verdammt eng" sein. Spätestens wenn in den Emiraten Fracking betrieben wird, können wir sicher sein, dass in kürzester Zeit nichts mehr aus dem Boden zu holen ist.

Das ist sicher eine Frage des Umgangs. Da wird jetzt eine Menge gemacht was die Laufzeiten noch etwas pushen könnte, aber was ist mit "reichen" gemeint bzw. wie definiert man es? Es ist nämlich schwer zu sagen oder eher zu beneinen, dass Fossile Brennstoffe genauso lange für Privatkunden als für die Industrie zugänglich sein werden.

2000 sagte man, dass man bei dem damaligen durschschnittsverbrauch und den damals erschließenden Erdgas und Ölvorkommen etwas bis 2060 Öl haben sollte, ca. bis 15 Jahre früher für Privatpersonen, da die Industrie sehr von Öl abhängig ist (gibt ja auch was anderes als Treibstoff ;)). Erdgas etwa 20 Jahre länger, aber es hat sich seit dem viel getan. In den Meeren findet man oft Gas (wenn ich es richtig verstanden habe ist es in der Tiefsee eingefroren oder irgendwie dort gebunden). Ölfelder unter dem dicken Eis Sebiriens. Neuere Technik lassen einen nicht nur einfacher an Vorkommen rankommen, sondern verbessert eine sparende Nutzung der Ressourcen.

Von daher: Es wird meist etwas dramatisiert. Natürlich muss man darauf achten nicht alles zu verschwenden. Die großen Ölfresser sind nicht nur die Transportmittel, sondern auch die allgemeine Industrie für die Herstellung von Kunststoffen oder so.

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