Wie lange muss man in U-Haft sitzen

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10 Antworten

Nicht die Polizei ist für U-Haft verantwortlich, sondern der Staatsanwalt in Zusammenarbeit mit dem Haftrichter.

Eine U-Haft kann im Normalfall bis zu 6 Monaten dauern, bei Kapitalverbrechen auch länger. Aber dann sollte zumindest ein Prozesstermin in Sichtweite sein. Die U-Haft dauert bis zum Prozessende an.

Die Untersuchungshaft soll bei Mordverdacht den Prozess sichern. Der Täter soll am Tag des Gerichtstermins verfügbar sein. Da bei Mordverdacht mit einer sehr, sehr langen Gefängnisstrafe (z.B. 15 Jahre) gerechnet werden kann ist der Gedanke an Flucht vor der Justiz eigentlich naheliegend. Wer im Alter von 35 Jahren lebenslängnlich sitzen müsste, würde schon eine große Phase seines Lebens einbüßen müssen. Da köännte es doch z.B. in Brasilien netter sein. Die Untersuchungshaft ist hinsichtlich der Schwere des Deliktes auch "verhältnismäßig". Es gibt neben der Fluchtgefahr weitere Haftgründe (Verdunklungsgefahr, Wiederholungsgefahr), doch immer wird auch die Verhältnismäßigkeit geprüft. So käme bei einem Ladendiebstahl keine Untersuchunghaft in Betracht, weil ja die zu erwartende Strafe unterhalb des Grundrechtseingriffs (U-Haft) läge. Merke: Bei Mord und Totschlag kommt stets die Untersuchungshaft zur Anwendung. Während der Untersuchungshaft ist das Ermittlungsverfahren mit dem Ziel eines öffentlichen Prozesses kontinuierlich zu betreiben. Die Akte kann nicht unbearbeitet "ruhen". Insoweit gibt es auch das Rechtsmittel der Haftprüfung. Auch kann z.B. der Anwalt Beweisanträge (zur Entlastung seines Mandanten) stellen.

kommt drauf an wie alt er is, wie lange die ermittlungen dauern und wie sicher es ist dass er verurteilt wird. kann keiner so genau sagen

Die Haft wird vom Richter angeordnet. Deren Länge hängt von der Schwierigkeit der Ermittlungen ab.

Lt. Rechtsprechung des BVerfG ist bei Mord eine U-Haft von 13 Monaten verfassungswidrig.

Es wird auf Antrag oder automatisch alle 3 Monate eine Haftprüfung vorgenommen. Da wird festgestellt, ob die Haftgründe noch fortbestehen. Sollte dabei festgestellt werden, dass gegen das Beschleunigungsverbot verstoßen wurde. käme der Verdächtige trotz dringenden Tatverdachtes frei.

Soweit die Theorie. Ich kenne einen Fall, in dem jemand 33 Monate in U-Haft war (nicht einmal wegen eines Tötungsdeliktes). Danach wurde er zu einer geringen Geldstrafe verurteilt (irgendwas musste man ja finden).

Mit wenigen Worten gesagt - bis zum Wegfall der Haftgründe.

Haftgründe sind:

Flucht (§ 112 (2) Nr. 1 StPO)

Fluchtgefahr (§ 112 (2) Nr. 2 StPO)

Verdunkelungsgefahr (§ 112 (2) Nr. 3 StPO)

Strafen der Schwerkriminalität (§ 112 (3) StPO)

Wiederholungsgefahr (§ 112a StPO)

.

Der Haftrichter entscheidet ob des Vorliegens eines oder mehrerer Gründe. Haftprüfungstermine alle 3 Monate, herbei entscheidet ein Richter, ob diese immer noch vorliegen, wenn aj bleibt man im Bau. Wenn alle diese Gründe weggefallen sind, keiner mehr zutrifft, wird man auf freien Fuß gesetzt, vorher nicht.

Bis sich der Verdacht entweder bestätigt oder nicht bestätigt hat.

Bis der Haftrichter entscheidet!

im ungünstigsten Fall: bis zur Verurteilung. Haftprüfung, Beschwerde, OLG, alle 3 Monate Überprüfung. - möglioche Gründe: Fluchtgefahr, Verdungklungsgefahr, Wiederholungsgefahr, zu erwartendes Strafmaß

höchstens 6 Monate also mach dir keine Sorgen deinem Freund gehts gut

sorry wegen meine deutsch. Meine frage ist ob nach 10 monate u-haft weisst mann gann nicht und trotstem kann mann arbeiten gehen und zuker montage fahren?

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