Wie lange muss man die Kontoauszüge als Selbstständiger aufbewahren?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

...also, die Vorschriften zur Aufbewahrung finden sich einmal in § 257 HGB, und zum anderen in § 147 AO (denn das HGB gilt ja nicht für alle).
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Hiernach beträgt die Aufbewahrungsdauer sechs Jahre. Der Zeitraum beginnt mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die letzte Eintragung in die Bücher vorgenommen worden ist.
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Beispiel:
Heute unterschreibe ich meine Steuererklärung für 2007 und 2008, klappe die Bücher für diese Jahre zu und habe somit die letzte Eintragung vorgenommen.
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Die 6-Jahresfrist beginnt für beide (!) Jahre am 01.01.2010 und endet am 31.12.2015.

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Für Jahresabschlüsse usw.gelten 10 anstelle von 6 Jahren.
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Kontoauszüge können auch elektronisch aufbewahrt werden.

Im Grunde genommen hast du recht, jedoch ist ein Existenzgründer oder Kleinunternehmer nicht verpflichtet, Kontoauszüge aufzubewahren, denn er fertigt ja keine doppelte Buchführung (Bilanzierung) an und muss somit nachweisen, wo er oder wie er eine Rechnung bezahlt und woher er das Geld dazu genommen hat. Er muss lediglich die Einnahmen und Ausgaben als Rechnungen und Belege aufbewahren und dazu wurde bereits mehrfach ausgeführt, wie viele Jahre das sind. Also am besten 10 Jahre aufbewahren und fertig, wenn man auf Nummer sichergehen möchte, Kontoauszüge mit aufheben. Rein rechtlich gesehen ist es aber für einen so genannten Einnahmenüberschussrechnung (§4 Abs. 3 EStG) nicht nötig.

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@gruenderlexikon

...also, das sollte mein wohl zu subtiler Hinweis darauf sein, dass ja nicht jeder dem HGB unterliegt und damit 257 nicht anwendbar ist.
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Gut, man muss unterscheiden: Welche Belege brauche ich? - Wie lange muss ich sie aufbewahren?
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Wie ich anderswo schon ausführte, gibt es außerhalb des UStG (15(1)1 iVm 14(4) UStG/33,34 UStDV) keine Pflicht, eine Rechnung zu besitzen.
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Im Ertragsteuerrecht muss ich nicht nachweisen, sondern glaubhaft machen. Dafür brauch ich keine Belege, aber das Vorhandensein von Belegen vereinfacht die Glaubhaftmachung.
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Und wenn ich Belege habe, komme ich um 147 AO nicht drumrum. Dann darf ich sie auch nicht wegwerfen.
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Dies alles ist interessanter - aber rein akademischer - Diskussionsstoff. Der Praktiker hat im Zweifel den Beleg ja sowieso nie gehabt, den er nicht brauchte. Und einen nicht vorhandenen Beleg muss man auch nicht aufbewahren.
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Deshalb kann ich die von dir angegebenen 10 Jahre leichten Herzens mittragen.

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Bei solchen Sachen fragst du am besten deinen Steuerberater. Und wenn du noch keinen hast, leg dir einen zu. Diese Ausgabe lohnt sich definitiv!

Meine Mutter mußte ihre Geschäftsunterlagen 20 Jahre aufheben. Ob du es glaubst oder nicht, nach ca. 19 Jahren wollte das Finanzamt noch mal Kohle sehen. Da Mutter aber alles noch hatte, hatte das FinA das Nachsehen. Ich würde dir raten, den Kram 20 - 25 Jahre aufzuheben, schön in einer Kiste im Keller.

Bei meinen Eltern auch passiert! DH

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