Wie lange müsste wohl das bedingungslose Grundeinkommen ausprobiert werden um einen Überblick zu haben?

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6 Antworten

Würden die Menschen mit einem Grundeinkommen noch genug arbeiten, um alles zu produzieren, was wir gerne hätten? Um das herauszufinden, sollte ein Grundeinkommensexperiment wohl mindestes 2 Jahre laufen. Denn viele würden mit einem Grundeinkommen vielleicht erst einmal länger Urlaub machen, danach aber doch wieder etwas (für Geld) arbeiten wollen. Nach 2 Jahren könnte man sicher beurteilen, wie viele Menschen nur mal eine Auszeit genommen haben und wie viele endgültig aufgehört haben zu arbeiten.

Es gibt aber auch Entscheidungen, die man nur dann erwarten kann, wenn das Test-Grundeinkommen deutlich länger, z. B. 10 Jahre lang, bezahlt würde. Z. B. wird kaum jemand eine Umschulung oder Ausbildung anfangen, wenn das Test-Grundeinkommen nur 2 Jahre lang bezahlt wird. Eine Entscheidungen über eine wichtige Änderung im Arbeitsleben ist oft nur dann zu erwarten, wenn das Grundeinkommen auch nach dieser Änderung weiter erhalten wird.

Eine Frage, die Befürworter des Grundeinkommens ihren Mitbürgern gerne stellen, lautet: Was würden Sie tun, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre? Anhand der möglichen Antworten erkennt man leicht, dass sie im Falle eines Grundeinkommenstests stark von dessen Dauer abhängen würden:

  1. Dasselbe wie bisher
  2. Mir eine (neue) Arbeit suchen
  3. Mehr arbeiten als bisher
  4. Weniger arbeiten als bisher
  5. Mich beruflich selbständig machen
  6. Mich weiterbilden, studieren, umschulen, ...
  7. An der Verwirklichung meiner Träume und Ideen arbeiten
  8. Reisen, die Welt, andere Menschen und Kulturen kennenlernen
  9. Mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen
  10. Mich stärker sozial, politisch oder kulturell engagieren
  11. Erst mal ausspannen, die Seele baumeln lassen, Urlaub machen ...
  12. Nie wieder arbeiten

Es ist auch interessant, sich diese Frage selbst einmal zu stellen.

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Prinzipiell würde ich das bedingungslose Grundeinkommen sogar begrüßen.

Bedingungslose Spitzeneinkommen gibt es ja schon lange und wir finden das vollkommen normal.

Wir sehen, es gibt nur ein Verteilungsproblem, so dass nur ganz wenige davon partizipieren.

Es würde sich auch weitaus größerem Zuspruch erfreuen, würde man damit aufhören, menschliche Arbeitskraft zu besteuern und stattdessen mehr die von Maschinen ausgeführte Arbeit besteuern.

Warum sollten Leute, die an der Automatisierung von Fertigungsprozessen mitgewirkt haben, nicht dafür auch durch ein regelmäßiges Einkommen entschädigt werden, dass aus der neu gewonnenen Wertschöpfung hervorgeht?

Die wenigsten Hartz-IV-Empfänger sind sonderlich glücklich über ihre Situation und würden lieber arbeiten. Selbst ein bedingungsloses Grundeinkommen würde nicht zum Reichtum gereichen, aber es würde den Menschen freier in der Entscheidung machen, wieviel er zusätzlich arbeiten kann und will. Aber grundsätzlich wollen die meisten Arbeiten. Wenn auch zumindest nur aus ethischen Gründen.

Einige Bankenmanager haben schon einmal in jüngster Vergangenheit eine große Finanzkrise herbeigeführt, viele Arbeitsplätze zerstört und etliche Menschen arbeitslos gemacht. Sie haben etliche Milliarden an Steuergeldern zur Bankenrettung eingeheimst und dafür noch millionenschwere Prämien für besondere Leistungen eingestrichen. Wer sind da eigentlich die größeren Schmarotzer?

Wir sollten aufhören, die Ärmsten in unserem Lande zum Feindbild zu erklären. Natürlich gibt es diese Leute, die sich darauf ausruhen würden. Ich finde, es bringt auch nix, jemandem zum Arbeiten zu zwingen, der partout nicht arbeiten will. Wer glaubt denn allen ernstes, dass solch einer, zu welcher Arbeitsstelle man ihn auch immer schicken mag, sich irgendwo nützlich machen würde?

Bevor ich mich auf einer Arbeitsstelle mit solchen Null-Bock-"Mitarbeitern" herumärgern muss, ist es mir sogar lieber, wenn diese zu Hause bleiben. Solche kannst Du zum Arbeiten auch nicht gebrauchen. Wenn man denen einfach nur ein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsküche in einem Sozialwohnheim zusagen würde und sie von Amtswegen einfach so gewähren lassen würde, kommen die uns weitaus billiger, als wenn man die Ämter damit belastet, diese zur Arbeit zu zwingen und immer noch mehr Geld für immer weitere Maßnahmen zum Fenster hinauswirft.

Es bringt nix, Menschen, die nicht wollen, zum Arbeiten zu zwingen. Es kommt eh nix dabei rum. Und die prozentual relativ wenigen Drückeberger kann eine produktive Gesellschaft sicherlich gut verkraften.

Also ich wäre für das bedingungslose Grundeinkommen. Es würde den Arbeitnehmer wesentlich freier in seinen Entscheidungen machen und er wäre weitaus weniger erpressbar.

Denn im Durchschnitt arbeiten wir ja fast dreimal so viel, als es für die Absicherung unserer Existenz eigentlich notwendig wäre. Denn wir erarbeiten ja nicht nur die Steuern für den Staat, sondern auch die Zinsen und Dividende der Banken und Aktionäre. Das sind genau die Gelder, die der Arbeiter weniger als Lohn ausgezahlt bekommt.

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Kommentar von Paulina42
18.07.2017, 07:44

Das wären genau meine Worte! Meine Freundin arbeitet im Jobcenter. Sie sagt, die Leute die ums verrecken zu faul sind, bekommt man eh nich richtig integriert. Der Verealtungs- und Betreuungsaufwand ist unverhältnismäßig hoch. Diese faulen Schmarotzer werden wir eh immer haben. Das bedingungslose Grundeinkommen ist ja nur etwa 200€ mehr als Hartz4, die Verwaltungskosten eines Hartz 4 sind mehr. Wir gehen davon aus, dass die Leute, die jetzt arbeiten auch weiter arbeiten werden. Mit den Unterschied, dass sich der Arbeitgeber mehr Mühe geben muss. Arbeitsplätze müssten attraktiver gestaltet werden, damit die Leute freudig hingehen. Dann gehen die auch los. Ich glaube hier in Schleswig Holstein geht das jetzt tatsächlich los. Ich bin gespannt

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Kommentar von sassenach4u
18.07.2017, 07:59

Du sprichst mir aus der Seele!!!

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Dafür müsste das gesamte deutsche Sozialsystem umgekrempelt werden.

Auf ein solches Experiment kann sich ernsthaft kein Staat einlassen.

Die jetzigen Rentner würden sich bedanken, wenn sie plötzlich für DEIN Mindesteinkommen weniger Rente bekämen.

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Hallo Paulina42,

das bedingungslose Grundeinkommen, dieser Wunschtraum ist so alt wie die Menschheit!

Wie lange dieser Versuch laufen müßte?

"Solange es Menschen gibt und solange, bis Milch und Honig von selbst fließen!"

Bisher sind diese Träume immer an der Finanzierbarkeit und an der Realität gescheitert!

Mal sehen, was bei dem Versuch in Finnland rauskommen wird!

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/finnland-testet-bedingungsloses-grundeinkommen-von-560-euro-14594377.html

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Kommentar von RhoMalV
18.07.2017, 18:44

Bedingungslose Spitzeneinkommen gibt es doch schon lange.

Damit meine ich insbesondere DIE Leute, die sinnlos immer reicher werden ohne dafür irgendeine echte Wertschöpfung als Gegenleistung zu erbringen.

Solange wir uns DAS leisten können, kann das bedingungslose Grundeinkommen nicht an der Finanzierbarkeit scheitern.

Es müssten ja gar nicht dafür neue und mehr Gelder eingefahren werden. Es müssten nur die bestehenden Gelder fairer verteilt werden.

Und ich bin weder gegen Reiche noch für irgendeinen Sozialismus.

Jedem erfolgreichen Musiker, Schriftsteller, Software-Entwickler oder Erfinder, der mit seiner Tätigkeit seine 1 bis 2 Millionen Jahreseinkommen generiert, gönne ich das von ganzem Herzen. Denn er hat das Geld ja mit einer greifbaren Wertschöpfung erwirtschaftet.

Bei den anderen Reichen, die sich nur an Kapitalsammelbecken bedienen, anderer Leute Geld gassi führen oder gar verzocken und sich dafür noch satte Prämien einschreiben, während die einfachen Angestellten und Arbeiter zu Niedrigstlöhnen schuften müssen, sieht es schon ganz anders aus.

Immer wenn eine menschliche Arbeitskraft durch eine maschinelle Arbeitskraft ersetzt würde, müsste die durch die Maschinen erbrachte Wertschöpfung mehr der Allgemeinheit zugute kommen. Denn immerhin ist ja der technologische Fortschritt auch von der gesamten, arbeitenden Gesellschaft getragen worden.

Prinzipiell scheitert es ja nur an der Bereitschaft der Sinnlos-Reichen, auf einen Anteil ihrer Sinnlos-Einkünfte zu verzichten.

Wenn einer, der ohne Arbeit jährlich 5 Millionen verdient, stattdessen "nur" noch 2 Millionen verdienen würde, könnte man von den anderen 3 Millionen 3.000 Menschen ein Grundeinkommen von 1.000 Euro ermöglichen.

Dieser jene könnte auf diese Summe ohne Probleme verzichten, ohne dass er sich in seinem Lebensstandard einschränken müsste. Denn irgendwann ist der höchstmögliche Lebensstandard erreicht. Darüber gibts dann eh nix mehr.

Warum müssen gewisse Leute allein durch Verzinsungen so viel verdienen, dass sie das Geld gar nicht mehr ausgeben können, selbst wenn sie es wollten, während auf der anderen Seite viele Menschen obdachlos sind, da sie sich keine Wohnung leisten können, wenn doch gleichzeitig viele Häuser und Wohnungen leer stehen? - Das ist doch Wahnsinn.

Wenn Reiche auf die Hälfte ihres Einkommens verzichten würden, könnten sie selber sogar davon partizipieren. Denn wenn es ALLEN dadurch besser geht, können auch die Reichen ihren Reichtum vielmehr genießen und müssten sich nicht hinter einer Privatfestung verbarrikadieren, nicht stetig von mindestens 5 Leibwächtern beschattet werden oder in einer vollgepanzerten Limousine herumfahren. Eben weil sie sich auch vor kriminellen Übergriffen der Verelendeten fürchten.

Denn kein Einzelner könnte von sich behaupten, dass er SO VIEL leistet, dass er dafür ein Jahreseinkommen von 5 Millionen Euro oder mehr erhalten müsste.

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1Jahr ! Danach lässt sich der weitere fiskalische Verlauf berechnen. Was manche Leute hier alles schreiben, ohne eine Antwort zu geben ist schon sehr mysteriös ! ALLES was sich denken lässt ( technisch/fiskalisch/soziologisch) ist auch verwirklichbar !!!

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Pauschal denke ich kann man die Frage nicht beantworten. Es sollte einfach ein Testlauf gemacht werden.
ZUM BEISPIEL Zeitraum X danach sollte geguckt werden, ob und was sich getan hat.

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Kommentar von DerHans
18.07.2017, 12:32

Hast du denn einen Staat zur Verfügung, der sich da als "Versuchskaninchen" eignet?

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Kommentar von Schneefall222
18.07.2017, 13:30

Nein. Ich habe lediglich die Frage vom Fragesteller beantworten wollen. Und war Versuchskaninchen?

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