Wie lange kann ich Vorsteuer rückwirkend geltend machen

3 Antworten

In 12/2004? Und das fällt Dir erst jetzt auf? Wann hast Du denn die Steuererklärung (Umsatzsteuer) für 2004 abgegeben? Wenn ich mich recht erinnere, beträgt die Verjährungsfrist 5 Jahre ab Ablauf des Jahres, in dem die UST-Erklärung abgegeben wurde, sofern die Erklärung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stand. Das kann aber das zuständige FA besser beantworten.
Nachtrag: Man kann zwar vorlaufende Kosten bei einer Gründung geltend machen, jedoch bezweifle ich, dass ein Erwerb über 12 Monate vor Gründung anerkannt wird. Natürlich könntest Du den PKW (sofern entsprechende Nutzung vorliegt) zum Zeitwert einbringen, jedoch ohne die Möglichkeit, die VSt aus dem Erwerb geltend zu machen, es sei denn, Du hättest in 2004 bereits ein Gewerbe ausgeübt.

...also, die Zuordnung zum Unternehmensvermögen oder zum Privatvermögen ist im Moment des Kaufs zu treffen. Da du damals kein Unternehmer warst, konntest du den PKW nur deinem Privatvermögen zuordnen. Damit ist der Vorsteuerabzug hinfällig.
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Auch die spätere Einlage ändert hieran nichts, da du den PKW aus dem Privatvermögen ins Unternehmensvermögen gibst. Als Privatmann kannst du aber keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen.
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Anders wäre es, wenn du beim Kauf schon Unternehmer gewesen wärst, aber lediglich "vergessen" hättest, die Vorsteuer geltend zu machen. Dann käme es drauf an, ob der Umsatzsteuerbescheid noch änderbar ist. Das kann man durchprüfen:
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Die Umsatzsteuererklärung ist eine Steueranmeldung und als solche steht sie stets unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Der VdN endet nach Ablauf der regulären Festsetzungsfrist, hier also frühestens am 31. 12.2009, nämlich wenn die Erklärung in 2005 abgegeben wurde.
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Die Festsetzung wäre also noch änderbar. Zu beachten ist aber die Zustimmungspflicht des Finanzamts, weil eine niedrigere Steuer festgesetzt werden soll.
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Normen:
§§ 169, 170, 164, 168 AO

Enno hat alles gesagt was für den Fall relevant ist.

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