Wie lange ist es normal zu trauern?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo W4keM3Up,

ich selbst habe vor wenigen Jahren meinen Vater, meine Mutter und eine meiner Schwestern relativ kurz hintereinander durch den Tod verloren. Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können.

Jeder trauert auf eine andere Weise und es gibt auch kein Zeitmaß für die Trauer. Sehr hilfreich ist es, mit jemanden zu sprechen der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Für den Trauernden ist es nämlich schon eine große Erleichterung, jemanden zu haben, der verständnisvoll zuhört.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Am meisten aber hilft mir die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: "Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden... zu einer Auferstehung" (Johannes5:21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?

Ich kann von mir jedenfalls sagen, dass mir diese Hoffnung sehr hilft, besonders dann, wenn alles um mich herum grau und trüb aussieht. Ich bin Gott sehr dankbar dafür, dass er uns diese schönen Verheißungen gegeben hat und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er sie auch erfüllen wird.
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft bei der Bewältigung Deiner Trauer!

LG Philipp

Was du beschreibst kommt ziemlich oft so vor. Im Moment, da etwas geschieht, z.b. Suizid, bleibt man ruhig und kühl. Oft viel später kommt einem der Mensch wieder in den Sinn und man beginnt über ihn und die Beziehung zu ihm nach zu denken. Dann kommt trauer, wut, ohnmacht, usw in einem hoch. Es gab in meinem Umfeld auch Suizide, wo ich dachte, ich hätte mich damals besser Verhalten können, aber das stimmt so nicht, denn damals wusste ich ja nicht, was ich heute weiss! Du tust eigentlich gerade schon ziemlich viel, um klar zu kommen, viel mehr kann man kaum tun. Bei mir war es so, dass meine Selbstanklage bald verschwand, es wurde mir klar, dass ich grosszügig zu mir sein muss und darf. Über die Suizide blieb ein gewisses Bedauern, aber auch viel Verständnis bis zum heutigen Tag. Sei lieb und grosszügig zu dir! Alles Gute! Patrickson

Vielen Dank für siese motivierende Antwort (:

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Trauer, wenn die einfach nicht weg geht, ist eben hormon gesteuert. Da kannst du nichts machen. Die Hormone sind stärker als du und führen ein Eigenleben. Wenn es Gefühle wären, wärst du schon lange darüber hinweg. Gefühle halten nicht sehr lange.

So eine Trauer kann fast ein Jahr gehen, bis sie endlich verschwindet. Ist genau wie verliebt sein. Das ist auch hormon gesteuert und dauert in der Regel 9 Monate. Dann kommt man wieder langsam auf den Boden der Realität und fängt an am Andern rumzunörgeln.So lange man verliebt war, störte einem nichts.

Irgendwann schalten die Hormone dann wieder um und irgend eine andere Stimmung macht sich breit.

Keine Angst, das wird schon wieder. Musst diese schwere Zeit einfach irgendwie überstehen. Nimms einfach so hin und lass es geschehen. Die Natur findet schon eine Lösung.

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Dazu kommt, dass ich das zumindest das Gefühl habe, als würden alle Leute die ich kennen sich von mir distanzieren. Gestern habe ich bspw. einen guten Bekannten von mir auf WhatsApp mit einem "hallo" angeschrieben, woraus zunächst ein ganz 2-min langes Gespräch entstanden ist. Jedenfalls meinte er kurz danach, dass wir uns lange nicht mehr gesehen hätten, worauf ihm ein treffen vorgeschlagen hatte. Als Nächstes haben wir dann besprochen,was wir dann machen könnten. Nachdem dies getan wurde meinte ich: " Welcher Tag würde dir denn am besten passen?" Er: "keine Ahnung" .. Dann ich wieder:" mir würde der Freitag am besten passen.", worauf keine Antwort von ihm kam. Also fragte ich ihn nochmal folgendes: "und bei dir?" Doch auch darauf kam keine Antwort

Dann gibt es noch eine weitere Person, welche ich auf einer Ausstellung kennengelernt habe. Jedenfalls haben wir uns kurz danach innerhalb von einer kurzen Zeit 5-6 mal getroffen, aber uns auch danach öfters geschrieben.. bis sie mich fast mit einem Moslem verkuppelt hatte, welcher mich zuerst verarscht bzw.ausgenutzt und anschließend den Kontakt ohne Grund und Erklärung (lautlos) abgebrochen hat. Als ich sie einige Monate danach anschrieb, kam keine Reaktion,wonach sie mich blockiert hat. Natürlich sprach ich sie drauf an. Naja, drauf meinte sie dann dass ich ihr zu anstrengend sei und wir nix gemeinsam hätten, weshalb sie denn Kontakt erstmal einschlafen lassen wollte. Gleich danach brach ich in Tränen aus und meinte zudem, dass ich solch verhalten extrem kindisch finde,sie dann doch gehen solle und ich nix mehr mit ihr zutun habe wolle 😡😡

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