Wie lange ist die Kündigungsfrist in der Probezeit, wenn diese verlängert wurde?

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3 Antworten

Die Verlängerung der Probezeit über die gesetzliche Maximaldauer von 6 Monaten ist rechtlich völlig irrelevant.

Wenn Du jetzt im 8. Monat des Beschäftigungsverhältnisses bist, kannst Du mit der gesetzlichen Frist von 4 Wochen/28 Kalendertagen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats kündigen, wenn nicht arbeitsvertraglich eine längere oder tarifvertraglich eine längere oder auch kürzere Frist vereinbart wurde.

Du kannst also mit der gesetzlichen Frist frühestens zum 31.05.2017 kündigen, wenn die Kündigung spätestens am 03.05.2017 beim Arbeitgeber ist.

Die Alternative ist ein Aufhebungsvertrag mit Beendigung zu einem beliebigen Datum.

Moment mal,

sind 6 Monate Probezeit nicht maximal zulässig laut Gesetz, oder hab ich da etwas verpasst?

Wenn du tatsächlich noch in der Probezeit sein solltest, was normalerweise nicht sein sollte, dann 14 Tage. ^^

Wenn ich das richtig verstehe und es nicht mehr als 6 Monate Probezeit sein dürften, dann könntest du fristlos kündigen.

https://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin.wordpress.com/2011/03/20/darf-die-probezeit-im-arbeitsverhaltnis-langer-als-6-monate-sein/

Vielleicht findest du da brauchbare Infos.

Hab mal schnell gegoogelt.

Mfg

tucemico 25.04.2017, 18:24

also in deinem Link steht wieder das was überall steht. Also wenn der AG den AN kündigen will ... aber was ist wenn der AN aus eigener initiative kündigt ? und sind mit 14 Tage Werktage gemeint oder kann ich am 09.04 gehen ?

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Doenertier90 25.04.2017, 18:28
@tucemico

Ui, hmm schätze mal 14 Tage insegesammt und schade wenn da das allgemeine steht. ^^

Problematisch wird es mit Alg, wenn kein schwerwiegender Grund vorliegt, denn dann kann es sehr wahrscheinlich zu Sperren kommen, oder du hast eine andere Stelle zu der du wechselst.

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Doenertier90 25.04.2017, 18:36
@Doenertier90

Kannst ja mal dein Chef nach einem Aufhebungsvertrag Fragen, wenn du wegen Jobwechsel eh kündigen möchtest, dann hättest du zumindest vertraglich keine Folgen.

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Familiengerd 25.04.2017, 18:37

Wenn du tatsächlich noch in der Probezeit sein solltest, was normalerweise nicht sein sollte, dann 14 Tage.

Der Fragesteller ist aber nicht mehr in der Probezeit, weil die nach dem BGB § 622 Abs. 3 maximal 6 Monate beträgt.

Die Vereinbarung einer Verlängerung ist - was die rechtlichen "Konsequenzen" und Möglichkeiten einer Probezeit betrifft - völlig belanglos.

Es gelten die gesetzlichen oder vereinbarten Kündigungsfristen außerhalb der Probezeit. 

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Familiengerd 25.04.2017, 23:53
@Familiengerd

Ergänzung:

Der erste Satz "Wenn du tatsächliche [...] 14 Tage." ist selbstverständlich das Zitat, auf das sich mein Anmerkung bezieht, und sollte in Anführungszeichen stehen!

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seit wann gibt es in der Probezeit eine Kündigungsfrist bzw. überhaupt eine Probezeit die länger als 1 Monat dauern darf?

Würde mit dem Vertrag zum Rechtsanwalt marschieren.

Familiengerd 25.04.2017, 18:27

In Deutschland kann im Arbeitsverhältnis eine Probezeit bis maximal 6 Monaten vereinbart werden; die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt in der Probezeit 14 Tage.

Im Ausbildungsverhältnis muss eine Probezeit von mindestens 1 Monat und maximal 4 Monaten vereinbart werden; hier kann in der Probezeit "normal" fristlos gekündigt werden.

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Anna1230 25.04.2017, 19:29

Genau, in Deutschland gibt es andere Fristen. In Österreich ist die Probezeit auf einen Monat eingeschränkt und in der Zeit kann ohne Frist von heute auf Morgen gekündigt werden.

In vielen Branchen sogar im gesamten ersten Arbeitsjahr ohne Angabe von Gründen.

Da wir aber hier von Deutschland reden, gilt eine Frist von 4 Wochen zum 15. oder Monatsletzten.

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