Wie lange hat der Notartz Zeit jemanden wiederzubeleben?

8 Antworten

Ich habe hier schon viel Richtiges gelesen, aber auch einige Dinge, die ich ergänzen/ korrigieren möchte:

  •  Bei einem Herzstillstand ist die Laienreanimation einer der entscheidenden Faktoren! Eine grobe Faustregel besagt, dass ein Patient in jeder Minute, in der weder das Herz schlägt, noch eine Herz- Druck- Massage durchgeführt wird, 10 % Überlebenschance verliert. Wird also ein Patient erst 5 Minuten nach dem Herzstillstand durch den Rettungsdienst reanimiert, hat er viel schlechtere Chancen als jemand, der von Anfang an durch Ersthelfer wiederbelebt wurde!
  • Hier das wichtigste zur Laienreanimation:
  1. Bewusstlose Person laut ansprechen und berühren
  2. Um Hilfe rufen (Umstehende direkt ansprechen)
  3. Atmung für 10 s prüfen, dabei den Kopf leicht überstrecken
  4. Notruf absetzen (112), am besten durch 2. Helfer
  5. Wenn ihr keine normale Atmung feststellt (es gibt s.g. pathologische Atemmuster, es muss dann trotzdem reanimiert werden --> Wenn Zweifel bestehen, ob die Atmung normal ist, ist sie es nicht!), wird mit der Reanimation begonnen
  6. Im Wechsel wird 30 x schnell und tief (100-120 x pro Minute, 5-6 cm tief) auf die Mitte des Brustkorbs gedrückt und 2 x beatmet (Mund- zu- Mund oder Mund- zu- Nase bei überstrecktem Kopf). Wenn die Beatmung nicht klappt oder ihr sie aus irgendwelchen Gründen wie Blutungen oder Erbrechen nicht durchführen wollt, ist das nicht schlimm, drücken ist wesentlich wichtiger!
  7. Es wird so lange weitergemacht, bis ihr zu erschöpft seid (wenn möglich regelmäßig abwechseln), der Patient deutliche Lebenszeichen zeigt (gezielte Abwehrbewegungen, Öffnen der Augen o.Ä.) oder der Rettungsdienst euch ablöst.
  8. Traut euch! Selbst die schlechteste Wiederbelebung ist besser als keine, ihr könnt dem Patienten damit nicht schaden! Und niemand wird einen Ersthelfer vorwerfen, nicht perfekt reanimiert zu haben...
  9. http://www.drk.de/fileadmin/Angebote/erste_hilfe/auffinden_einer_person.jpg
  • Im Rettungsdienst gibt es keine feste zeitliche Vorgabe, wie lange reanimiert wird. Zunächst wird immer mit der Reanimation begonnen, wenn keine sicheren Todeszeichen vorhanden sind. Die Reanimation wird beendet, wenn keine Aussicht auf Erfolg gesehen wird. Das ist von vielen Faktoren wie dem Alter, dem (vermuteten) Grund des Herzstillstands, den Begleiterkrankungen, der Körpertemperatur etc. abhängig. Weder nach 15, noch nach 30 oder 45 min. wird abgebrochen, wenn noch Chancen für Erfolg gesehen werden. Zunehmend erfolgt auch bei laufender Reanimation der Transport ins Krankenhaus, wo rettende Eingriffe wie die Herzkatheteruntersuchung möglich sind.
  • Die Defibrillation ist ebenfalls sehr wichtig! Sie kann aber keineswegs nur in den ersten 2 min., sondern immer bei Kammerflimmern oder -flattern durchgeführt werden. Am besten ist der sofortige Einsatz eines AED (automatischer Defibrillator), der an den meisten öffentlichen Orten zu finden ist. Das Gerät ist durch Sprachanweisungen selbsterklärend und kann von jedem Helfer verwendet werden. Eine frühe Defibrillation erhöht die Chancen für den Patienten nochmals! 

So, sehr langer Post, aber die Wiederbelebung ist mir eine Herzensangelegenheit! Immer daran denken: Prüfen - Rufen - Drücken rettet Leben!

Wo kann ich sowas lernen Menschen zu retten, wäre besser wenn jeder das kann

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@DercooleSupaman

Ja, das wäre schön! Leider ist die Laienreanimationsquote in D. mit nur ca. 20 % niedriger als in fast allen westlichen Ländern... Es ist also notwendig, dass die Bevölkerung (alle von Kindern/ Jugendlichen in der Schule, Erwachsenen bei der Arbeit bis hin zu Rentnern) regelmäßig und sinnvoll in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult wird. Mit sinnvoll meine ich, das Dinge wie stabile Seitenlage oder der Druckverband deutlich weniger intensiv behandelt werden sollten, sie sind meist nicht lebensrettend (leider werden viel zu oft Menschen im Herzstillstand in die stab. Seitenlage gebracht, weil die Leute das im Gegensatz zur Herz- Druck- Massage gut kennen und beherrschen --> fataler Fehler!)

Meiner Meinung nach reichen 2 gut genutzte Stunden im Jahr, in denen Drücken, Beatmen und Umgang mit dem AED geübt werden. 

Was man als Einzelner tun kann: 1. Hilfe- Kurs besuchen, diesen regelmäßig auffrischen (z.B. bei Organisationen wir Rotes Kreuz, Johanniter etc.), den Arbeitgeber/ die Schule animieren, Kurse für Mitarbeiter/ Schüler anzubieten. Nur wer oft übt, kann im Ernstfall besonnen handeln.

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Es wird immer reanimiert, weil ja niemand mit der Stoppuhr daneben steht und sagt, wann die Bewußtlosigkeit, samt Herz- und Atmungsstillstand eingetreten ist.

Im häuslichen Bereich kommt da viel Versagen von Laien hinzu. Wer nicht reanimiert, minimiert auch die Chancen für den Verletzten/Erkrankten, jemals wieder normal am Leben teilzunehmen.

Bei Unfällen und ähnlichem kann daher eine Reanimation glücken, oder auch komplett schief gehen. Mit letzterem meine ich, daß der Mensch zwar lebt, aber durch die Unterversorgung mit Sauerstoff so gravierende Hirnschäden erlitten hat, daß ein lebenswertes Leben nicht mehr möglich ist.

Im Krankenhaus wird auch gerne mal durch Ärzte reanimiert, wo es vollkommen sinnlos ist. Weil Ärzte einen Todesfall als persönliches Versagen empfinden, wo man einen alten Menschen ganz in Würde hätte gehen lassen können.

Nach drei Minuten ohne Sauerstoffversorgung fängt im Gehirn der Abbau der Zellen an.

Das Hirn hält ca. 2-5 Minuten ohne Sauerstoff aus. Daher ist es extrem wichtig, das Laien die Reanimation beginnen. Dadurch wird der Sauerstoff mit dem Blut weiter ins Hirn geleitet. Der Retungsdienst trifft in der Regel nach ca. 10 Minuten ein. Da ist das Hirn schon tot, ohne dass jemand vorher hilft.

Das Herz ist hier nicht das Problem, es hält mindestens 30 Minuten ohne Sauerstoff aus. Falls es zum Kammerflimmern kommt (das Herz schlägt unkontrolliert und leitet kein Blut mehr), reicht es nicht zu drücken, sondern es muss ein Defibrillator eingesetzt werden. Dieser muss in den ersten 2 Minuten eingesetzt werden, sondern hilft er nicht mehr. Daher ist es hier wichtig, dass genug Defis für Laien in der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Also: Ersthelfer müssen helfen, sonst hat die Therapie keinen Sinn!10 Minuten sind zu spät!

Falls ein Defibrillator zur Verfügung steht, sind diese mit einem Computerprogramm ausgestattet, das einem bei der Reanimation unterstützt.

Wie lange die Reanimation in Händen des Notarztes dauert, entscheidet er. Normalerweise werden 3mal der Defibrillator eingesetzt, dann wird abgebrochen (ca. 15 Minuten)

PS: 30 Minuten ohne Sauerstoff sind lächerlich, zudem jemand, der sich aufhängt, auch noch Kehlkopfverletzungen davonträgtund gar keine Luft mehr bekommen kann.

Naja, den Link zu Video hab ich gepostet, die haben es auch geschaft, der lebt wieder. UNd es waren ja 30 MInuten während die schon gemacht haben, nicht ernst nach 30 Minuten angefangen.

Und macht es nicht immer sinn jemanden zu retten ?

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@DercooleSupaman

Wenn man sofort hilft, kann auch ein Erhängter überleben.

Und es macht nicht immer Sinn jemanden zu retten, der Notarzt (und das RD-Personal) kann entscheiden, ob es möglich ist, das der Pateint reanimiert wird.

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@ArduinoMega

Ich meinte weil du geschrieben hast, das nach 10 min terapie kein sinn mer macht, aber wäre es nicht besser es auch dan noch zu versuchen entweder es klappt oder klappt nicht, auch nach 10 minuten

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@DercooleSupaman

Prinzipiell schon, hier hat man das Problem sich wieder einsatzbereit zu melden und möglicherwiese jemand anderen zu retten, der noch klare Chancen hat, oder einen ziemlich sicher Toten nioch zu reanimieren.

Schwierige Lage, aber der Notarzt hat Erfahrung und kann (die moderne Medizin kann das gut unterscheiden) einen Toten von einem Reanimationspflichtigen/tief Bewusstlosen unterscheiden.

Wenn der Doktor noch Anzeichen des Lebens erkennt, ird er reanimaieren, keine Sorge^^

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@ArduinoMega

Sollen die den doch dabei ins Krankenhaus bringen und die machen da dann weiter...

Weil wie gesagt, in dem Video https://www.youtube.com/watch?v=1AlaeS\_ccd8

hat es auch nach 30 Minuten noch geklappt, dann könnte das auch bei anderen gehen, ich meine wenn die nach 20 aufgehört hätten, wär der Junge jetzt Tod.

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@DercooleSupaman

Tja, so leicht ist das nicht. Normalerweise hält man den RTW an, m auch den Defi einzusetzen. Erst ein stabiler Patient wird transporttiert, oder modernerweise ein halbwegs stabiler.

Wie gesagt, weil der Notarzt in dem Video noch ein Funken Leben im Jungen vermutet hat, hat er weitergemacht, obwohl er wusste, das es extrem unwahrscheinlich ist, das der überlebt.

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@DercooleSupaman

Bei dem jungen Mann in dem Video sprach meiner Meinung nach viel dafür, dass er gute Chancen hat:

  • Junger, vermutlich gesunder Patient
  • Bekannte Ursache für den Herzstillstand, die schnell behoben wurde (Strangulation)
  • Beobachteter Stillstand, sofortiger Notruf

Schlecht ist, dass er nicht von den Betreuern reanimiert wurde, somit sind wsl. ca. 10 Minuten ohne Gehirndurchblutung ins Land gegangen. Dennoch hat der Notarzt nicht nach 10 min. abgebrochen, weil er die o.g. Gründe höher bewertet hat als den Zeitverlust. Wie man sieht hat das positive Ergebnis ihm recht gegeben.

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