Wie lange darf man als Angeklagter im Gerichtssaal maximal reden - darf man beispielsweise zur eigenen verteidigung das ganze neue Testament vorlesen?

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8 Antworten

Du darfst reden, bis dir der Richter sagt, dass es reicht. Er kann dir jederzeit das Wort entziehen, wenn er der Auffassung ist, dass deine Rede nichts mit der anstehenden Sache zu tun hat.

Einen Filibuster wird er nicht zulassen.

In der Regel begrenzt sich die Zeit, die man als Angeklagter reden kann, darauf, die gestellten Fragen zu beantworten. Wenn du ein umfassendes Geständnis ablegen willst und die von dir begangenen Taten detailliert beschreibst, wird man dir mehr Zeit einräumen, wenn du nur so reden willst oder Dinge vorträgst, die mit dem Sachverhalt nichts zu tun haben, wird man dir das Wort entziehen. Und Filibustern, wie im amerikanischen Kongress, gibt es in Deutschland nicht, vor allem nicht vor Gericht.

Reden darfst Du solange bis Dir vom Richter das Wort entzogen wird. Wenn Du meinst das das Vorlesen des sogenannten "Neuen Testament" deiner Verteidigung nützt, kannst Du es versuchen. Ob es was genutzt hat, merkst Du beim Urteil

Das würde gegen die Verhandlungsgrundsätze verstoßen. Natürlich darf ein angeklagter zu allem was sagen. Sogar am Ende ein Plädoyer halten. Egal wie lange.  

Dein Testament wird im Gerichtssaal niemand interessieren. Um verurteilt zu werden, muß Dir die Schuld nachgewiesen werden, Du kannst zu Deiner Verteidigung Zeugen vorschlagen, die aufzeigen können, wie es passiert ist, dazu kannst Du, wenn Du angeklagt bist, auch Stellung nehmen.

Wenn es dem Richter zu lang dauert wird er dich schon ermahnen auf den Punkt zu kommen. Die haben auch nicht den ganzen Tag für dich Zeit.

Du kannst zwar Reden aber in Maßen.

wenn du es auf eine möglichst hohe Strafe abgesehen hast, einfach mal probieren...

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