Wie lange brauch im Jiu Jitsu vom weissen Gurt bis zum Schwarzen Gurt (1.Dan)?

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2 Antworten

Jiu Jitsu ist die alte Kampfkunst der jap. Samurai - das zu lernen ist nicht so, als wolle man den Führerschein machen.

Es gibt unterschiedliche "Abstandszeiten" zwischen den einzelnen Prüfungen - und bei den höheren Kyu-Graden gibt es mehrere Prüfungen für den einzelnen Kyu, bei denen es wieder Mindestzeiten gibt, die dazwischen eingehalten werden müssen. Nicht jeder Dojo nimmt diese jedoch zur Orientierung, und in manchen werden zumindest die ersten Prüfungen leider etwas "lockerer" gesehen. An Deiner Stelle würde ich einen Dojo suchen, der hier traditionell arbeitet, denn nur aus diesem kommen Schüler, die am Ende ihre Techniken auch abrufbar parat und integriert haben - anstatt nur "Gürtelträger" zu sein und irgendwann einmal Techniken trainiert zu haben, um einigermaßen gut durch die Prüfungen zu kommen. Eine solche Haltung und Einstellung wäre Blödsinn und reine Kraft- und Zeitverschwendung. Es interessiert nicht, welchen Gürtel Du trägst, es interessiert allein, wie Du Deine Techniken beherrschst und wie gut Du sie in andere Bewegungsabläufe integriert hast. Diese Arbeit braucht enorm Zeit - und die sollte man sich unbedingt nehmen. Dein Stil wird dadurch mit den Jahren geprägt - bzw. ob Du überhaupt einen haben wirst.

Es kommt sehr darauf an, wie intensiv und ernsthaft Du trainierst - und wie Du Techniken allgemein verinnerlichst. Auch müssen zu höheren Kyu auch zusätzliche Lehrgangs-Nachweise vorhanden sein, auch z.B. in anderen Kampfkünsten und Kuatsu als Maßnahme zur 1. Hilfe. Auch z.B. mit Bo (Langstock)- und Kendo (Schwert)-Techniken kann hier ergänzt werden. All diese Dinge brauchen ihre Zeit. Sich mechanisch Techniken anzueignen, um sich möglichst schnell zu den Prüfungen anzumelden, reicht hier nicht.

Ein Schüler sollte erst dann zur Prüfung zugelassen werden, wenn er die Techniken fließend und spontan beherrscht und nicht mehr "herumwuschteln" muss. Insbesondere junge Männer fragen oft, wie lange sie brauchen werden, bis sie z.B. den 1. Dan erreicht haben. Dies ist eine völlig falsche Einstellung! Es geht bei den alten Kampfkünsten und ihrer Philosophie nicht darum, hier ein "Immage" zu erhalten, schnell hochrangig, cool, und respektabel dazustehen - es geht um Bushido, den Weg. Wenn Du den Weg nur hastig und in großen Sprüngen zurückgelegt hast, wird es mit Deinen Künsten nicht weit her sein. Je länger Du auf Deinem Weg unterwegs bist, je mehr Zeit Du Dir nimmst, je sorgfältiger Du ihn gehst, desto tiefer kann sich der Weg in Dir "versenken" - mit anderen Worten: Du wirst wirklich gut.

Jiu Jitsu ist nicht nur eine Vielzahl von Techniken, eine herausragende, harte Fallschule und das Abklappern von Prüfungsordnungen. Ein guter Dojo vermittelt neben den Kampftechniken auch die innere Haltung, die Philosophie - die keine "Haudraufs" produziert, sondern im Gegenteil besagt: "Je besser ein Krieger, desto weniger kämpft er." Damit ist nicht etwa gemeint, dass, wer gut ist, den Kampf schon nach einer Minute für sich entscheidet, sondern: Das Ziel ist, GAR NICHT zu kämpfen. Jiu Jitsu bildet keine Kampfmaschinen aus, es macht "friedlich" - vorausgesetzt, es wird so gelehrt, wie es ursprünglich gedacht war. Angewendet bleibt es immer eine tödliche Waffe.

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Das hängt von dir selber ab.

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