Wie läuft mein Pferd durch's Genick?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Also ich stimme deiner Bekannten da zu...

Dein Pferd hat, wenn es keinen gut ausgeprägten oberen Halsmuskel hat, nicht die Kraft, durchs Genick zu laufen. Außerdem kommt "durchs Genick" eigentlich von hinten, sprich aus einer gut untertretenden Hinterhand, dadurch einem aufgewölbtem Rücken, und so setzt sich das nach vorne fort - da wird der Hals dann auch vom oberen Muskel getragen und nicht mehr vom Kopf-Arm-Muskel aka Unterhals gedrückt. Daher geht sie auch gut, wenn du sie am langen Zügel hast - da kann die Hinterhand anfangen, zu arbeiten und sie kann die Haltung einnehmen, die ihr mit dieser Bemuskelung und diesem Ausbildungsstand angenehm ist.

Wenn du sie mit Ausbindern in eine Position schnallst, die für dich schön aussieht, die sie aber nicht halten kann weil schlicht die Muskeln nicht da sind, tut ihr das natürlich weh. Ausbinder werden ja so eingeschnallt, dass das Pferd am gespannten Ausbinder in der gewünschten Position ist. Da ist dann keine Bewegung mehr nach vorne möglich, die aber automatisch auftritt, wenn sich das Pferd bewegt (ganz minimal, ein zwei Zentimeter meine ich da), und dadurch rupft sich das Pferd dauernd selbst im Maul herum. Deswegen verkriechen sie sich dann oft entweder hinter dem Zügel/Ausbinder oder sie lehnen sich drauf, damit dann wenigstens das Rupfen aufhört und stattdessen eben dauernd Druck da ist (was shice anstrengend und schmerzhaft ist, weil sie den Kopf ja mittels Kopf-Arm-Muskel nach hinten ziehen bzw nach vorn drücken müssen und gleichzeitig noch hochstemmen, der ist dann wie Beton - verkrampft, hart und schlecht durchblutet)

Mein Ratschlag also: Weg mit den Ausbindern, auch weg mit dem Martingal, und dann lass das Pferd mal kommen. Du kannst sie nicht zu etwas zwingen, zu dem sie nicht bereit ist, egal ob körperlich oder psychisch. Das endet nur in Verspannung, Schmerz und Misstrauen... Wenn du ihr die Zeit und die Möglichkeit gibst, sich dir von selbst anzuvertrauen, wird das was. Also am langen Zügel mal schauen, dass die Hinterhand ordentlich läuft, auch wenn sie dafür fürs erste ein hohes Tempo braucht - sobald sie weiß, dass man da hinten auch laufen und Gewicht aufnehmen kann und das nicht nur dazu da ist, dass der Hintern nicht übern Boden schleift, geht das Tempo immer weiter runter. Gleichzeitig geht auch der Kopf runter, sie wird die Dehnung suchen - und aus der Dehnung kannst du dann immer wieder mal anfragen, ob sie dir nicht das Genick hergibt. Irgendwann schenkt sie es dir, und dann wird Reiten erst richtig geiI :) dagegen ist alles, was dein Pferdi dir vorher unter Zwang gezeigt hat, nur hölzernes Gestolper.

hat es denn irgendeinen grund, dass deine bekannte sagt, sie hätte schmerzen wenn sie durchs genick geht? wenn es gesundheitliche probleme geben könnte, sollten die natürlich als erstes abgeklärt werden

Guter Reitunterricht kann helfen. Und wenn das Tier schmerzen hat, dann sollte da jemand mit Ahnung drüher schauen, es kann ja nicht nur durch Verspannungen wegen falschem Reiten, sondern vielleicht auch wegen der Zähne schmerzen haben.

Was möchtest Du wissen?