Wie läuft eine Therapie bei einer Depression ab?

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3 Antworten

Wie eine Therapie abläuft hängt primär von der Form der Therapie ab. Es gibt in Deutschland nur 3 anerkannte Psychotherapie-Formen, die bei ambulanter Therapie von der Krankenkasse übernommen werden:

  • Verhaltenstherapie
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Psychoanalyse

Genauere Angaben zu jeder Therapieform findest du hier: http://deprimed.de/psychotherapie/

Unabhängig der Therapieform wird als erstes eine Diagnose gefällt bzw. wenn eine schon vorhanden ist, diese überpfüft. Dazu findet ein Gespräch statt, welches sich meist am internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 orientiert. Da du nicht schreibst warum du in eine Psychotherapie musst, kann ich dir keine genaueren Antworten geben.

Danach musst du vermutlich diverse Fragebögen ausfüllen (z.B. der BDI-II bei Depressionen). Da du nicht schreibt um was es bei dir geht kann ich dir auch da leider keine Antwort geben.

Schlussendlich findet die Therapie statt, welche sich je nach Form in ihrem Verlauf und Inhalt stark unterscheidet (siehe Link oben). Bei einer Verhaltenstherapie werden vor allem Übungen gemacht während bei einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und einer Psychoanalyse vor allem das Gespräch im Vordergrund stehen.

Du musst allerdings aufpassen, dass du einen richten Psychotherapeuten (bzw. Therapeutin) findest, der von seinem Job eine Ahnung hat. Eine Therapie bedarf eines klaren Konzepts, welches auch in die Tiefe geht. Oberflächliche Gespräche sind keine wirkliche Psychotherapie. Zudem muss die Chemie zwischen Therapeut und Patient stimmen. Man muss sich wohl fühlen, nur so kann man sich öffnen.

Eine Psychotherapie ist ein hoch effektives Verfahren (zumindest bei Depressionen und Angststörungen). Allerdings dauert es oft Monate, wenn nicht Jahre bis sie wirkt. Du brauchst also etwas Geduld.

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Ein Therapeut wird versuchen herauszubekommen unter welchen Symptomen du wie stark leidest. Für Depressionen gibt es einen Katalog an Symptomen (3 Haupt- und 7 Nebensymptome), von denen eine gewisse Anzahl vorhanden sein muss. Abhängig davon ob du nur die Mindestanzahl oder mehr dieser Symptome hast, wird dann ermittelt, ob es sich um eine leichte, mittlere oder schwere Depression handelt. 

Man wird also fragen wie es dir geht, ob du gute und schlechte Phasen hast, wie lange diese gehen und welche Gefühle dich dabei beschäftigen. 

Je nach Therapieansatz bzw. Therapeuten wird unterschiedlich stark nach deinem bisherigen Werdegang gefragt. Auch Themen wie Familie, Freunde, Job und Partnerschaft werden angesprochen. Der Therapeut braucht einen gewissen Überblick über deine Situation, damit er/sie arbeiten kann. 

Auch Fragen zu deiner sonstigen Gesundheit (Operationen, dauerhafte Einnahme von Medikamenten usw.) müssen geklärt werden. Depressionen können nämlich auch von Medikamenten verursacht werden, was abgeklärt werden muss. 

Wichtig ist, dass du einen Therapeuten findest, mit dem du persönlich gut klar kommst. Du wirst dieser Person wahrscheinlich sehr persönlich Dinge erzählen. Auch Dinge, für die du dich vielleicht schämst. Daher ist es wichtig, dass du dieser Person auch entsprechend vertrauen kannst. 

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In der Verhaltenstherapie wird geguckt, wie du dein Verhalten am besten ändern kannst um aus einem tiefen Loch wieder heraus zu kommen. Dir werden z.b Skill beigebracht (Alternativhandlungen) ein Skill ist z.b das Entgegengesetzte Handeln. Wenn du nicht aufstehen willst, sollst du lernen das Gegenteil davon zu machen, also aufstehen.

In der Gesprächstherapie, redet der Therapeut viel mit dir und versucht z.b an deinen Gedanken zu arbeiten.

Bei einer Depression werden dir z.b folgende Fragen gestellt : "Hast du oft Selbstmordgedanken?" "Hast du schonmal versucht dich umzubringen?" "Hast du schwierigkeiten ein/durchzuschlafen?" und viele andere Dinge werden abgefragt. Es wird geschaut ob du besonderst viele Ängste hast und ob du ein geringes Selbstwertgefühl hast.

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