Wie läuft eine homöopathische Konstitutionsmitteltherapie ab?

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4 Antworten

Ich will versuchen, es einmal einfach zu beschreiben: Anders als bei einer akuten Erkrankung (z.B. Mandelentzündung), ist es bei langdauernden, chronischen Beschwerden erforderlich, ein sogenanntes Konstitutionsmittel für den Patienten zu finden.

Das bedeutet nichts anderes, als sämtliche Symptome, Vorlieben und Abneigungen, typischen Eigenschaften dieses Menschen zu erfassen. Und zwar in allen Lebensbereichen, nicht nur auf die Krankheitssymptome bezogen. Also: Was macht den Patienten aus? Was unterscheidet ihn von anderen? Wie sieht sein Gefühlsleben aus? Denn jeder Mensch ist ja ein Individuum mit durchaus sehr unterschiedlichen Reaktionslagen (es gibt Menschen, die bei kalten Füßen Schuhe und Strmpfe ausziehen, damit sie wieder warm werden...)

Das ist eben das wesentliche Kennzeichen der klassischen Homöopathie: Hier werden alle relevanten Dinge erfasst, die den Patienten ausmachen. Physisch und psychisch. Das dauert seine Zeit. Die erste Sprechstunde dauert daher mind. 1 Std., meist 90 Min. Aus allen diesen Inormationen versucht der homöopathisch arbeitende Arzt oder Heilpraktiker dann die passende Arznei zu finden.

Als "Indienfan" weißt du bestimmt, dass in Indien Homöopathie Teil des staatlichen Gesundheitssystems ist. Dort gibt es auch homöopathisch arbeitende Krankenhäuser.

vielen Dank für die ausführliche Beantwortung.

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Unter Konstitution wird die angeborene, geistige und seelische Verfassung und Reaktionsweise eines Menschen bzw. angeborene und erworbene Tendenz des Krankheitsverlaufes verstanden. Die Besonderheit der Konstitution ist das Erscheinigungsbild. Verschiedene Patienten, die unter ein bestimmtes Typenbild fallen, neigen auch zu entsprechenden Krankheiten, den sogenannten Konstitutionskrankheiten.

die anfangs-sprechstunde dauert lange. in der ärztlichen gebührenordnung kann man erkennen, warum. Wortlaut der GOÄ-Ziffer 30: "Erhebung der homöopathischen Erstanamnese mit einer Mindestdauer von einer Stunde nach biographischen und homöopathisch-individuellen Gesichtspunkten mit schriftlicher Aufzeichnung zur Einleitung einer homöopathischen Behandlung - einschließlich homöopathischer Repertorisation und Gewichtung der charakteristischen psychischen, allgemeinen und lokalen Zeichen und Symptome des jeweiligen Krankheitsfalls, unter Berücksichtigung der Modalitäten, Alternanzen, Kausal- und Begleitsymptome, zur Auffindung des homöopathischen Einzelmittels, einschließlich Anwendung und Auswertung standardisierter Fragebogen". das finden des simile - oder auch konstitutionsmittels - bedeutet, dass hier diagnostik und therapie gleichzeitig erfolgen, denn das finden des passenden arzneimittelbildes ist zugleich das finden des homöopathischen mittels, welches heilt. ob es auf anhieb das passende ist, zeigt natürlich erst die wirkung nach einiger zeit der einnahme. wenn es aber wirkt, dann heilt es alles, was überhaupt heilbar ist. wo ist die grenze? nicht heilbar ist alles das, was bereits zu stärkeren organischen veränderungen geführt hat, beispiel hüftgelenksarthrose, wo im röntgenbild die gelenkflächen nicht mehr glatt, sondern schrumpelig erscheinen. da kann mit homöopathie keine glatte gelenkfläche mehr erreicht werden - aber es können schmerzen gelindert werden.

einführung ins denken der methode klassische homöopathie studiert man als laie am besten mit hilfe des buches von vithoulkas, medizin der zukunft.

Patron, seit jahrzehnten heilpraktiker

vielen Dank für die ausführliche Beantwortung

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Etwa so:

Schon lustig, aber mit Homöopathie hat das nicht viel zu tun (bis auf das Aufzählen der verschiedenen Mittel).

Alles Schulmedizin-propaganda ;)

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