Wie läuft ein Traumacheck im Rettungswagen ab? Und im Anschluss im Krankenhaus??

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4 Antworten

Bei einem schweren Trauma geht man nach dem (c)ABCDE-schema vor. Das funktioniert wie folgt:

Zunächst werden akut lebensbedrohliche Zustände erfasst. Dabei werden offensichtlich lebensbedrohliche Verletzungen versorgt ((c) für modifizierte Kontrolle von Blutungen), dann die Atemwege kontrolliert (A für Airway), die Atmung selbst kontrolliert und gesichert (B=Breathing) und schwerwiegende Störungen des Kreislaufs erfasst und behandelt (C=Circulation). Lebensbedrohliche Zustände werden wie gesagt sofort behandelt. 

Dann geht es weiter mit dem Bodycheck. Dabei wird tatsächlich die Kleidung komplett entfernt und eine Untersuchung von Kopf bis Oberschenkel durchgeführt, um alle Verletzungen und Störungen  zu erkennen, die bisher noch nicht gefunden wurden. Dabei gilt: keine Diagnose durch die Hose. Also: Klamotten runter, meist mit der Kleiderschere, denn es muss schnell gehen. Wieder wird beim Bodycheck nach ABC vorgegangen, jedoch werden hier auch offensichtliche neurologische Störungen wie Lähmungen oder Gedächtnislücken erfasst (D=Disability). Während der Untersuchung, die nur etwa 2 Minuten dauert, wird man mitunter auch schon nach Dingen wie Allergien, Medikamenten, Vorerkrankungen etc. gefragt. Entkleiden, befragen und Erlangen aller möglicher Informationen sowie Maßnahmen wie Wärmeerhalt Fällen unter die Kategorie E (=Environment).

Ist einmal alles durch, wird bedarfsgerecht behandelt. Im Laufe des Transports erfolgt immer wieder eine erneute Einschätzung der Lage, um nichts zu übersehen, wird immer wieder nach dem ABCDE-Schema geschaut. Im Rettungswagen hat man möglicherweise auch mehr Zeit, eine gründliche neurologische Untersuchung durchzuführen.

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Kommentar von Dickerchen123
20.07.2017, 20:37

du scheinst dich gut auszukennen :) Ich hänge eine Frage dran. Ich habe in meinem Geldbeutel und meinem Adressbuch(Kalender), beides in der HAndtasche, einen Notfallpass mit den wichtigsten Angaben. Schauen die Rettungskräfte nach solchen Schreiben?

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Ich gebe nur mal ein paar Schlagworte, was gecheckt wird:

Atemwege und Atmung, Blutungen, Blutungsräume (innere Blutungen), neurologischer Status.

Dabei wird immer auch nach Prellmarken geschaut, also entkleiden. Die Mittel für Diagnostik und Versorgung im Rettungsdienst sind ja eher übersichtlich. Da ist einmal Abtasten und Inspektion, weitrhin Atemwegsmanagment bis zur Intubation (Schlauch im den Hals), Beatmung, Sauerstoff, Infusionsgabe, Medikamente, Schienung.

Letztendlich ist bildgebende Diagnostik wie Ultraschall und CT ist nur im Krankenhaus möglich, ebenso wie eine operative Therapie, die die inneren Blutungen behandelt. 

Ich hoffe das beantwortet die Frage.

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Man macht das sogenannte cABCDE-Schema. 

Das E steht hierbei für Exposure, wobei der Patient tatsächlich möglichst ganz ausgezogen wird und dann wird ein traumatologischer Basischeck durchgeführt (Bodycheck, IPPAF). Im Krankenhaus wird der Patient weiter untersucht (zB durch Röntgen. 

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Wenn es sich um ein generalisiertes Trauma handelt und die Besatzung sich an Algorhythmen nach ITLS o.ä. orientiert, dann wird man komplett entkleidet. Leitsatz: "keine Diagnose durch die Hose".

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