(Wie) lässt sich Glück definieren bzw. kategorisieren?

7 Antworten

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Ich schreib jetzt mal einfach so drauf los... .-)

Zuerst könntest du auflisten, was Mensch so alles unter Glück versteht: materiell, zwischenmenschlich, gefühlsmäßig.

Diesbzgl. eine Stellungsnahme, was erfüllender, anhaltender... empfunden wird.

Dann vielleicht, wie Glücksgefühle im Körper entstehen (Stichwort Glückshormone :-).

Und dann gehst du zur philosphischen Betrachtungsweise über.

Glücklich sein ist ein Seinszustand, der dann aufblüht, wenn Mensch sich durch Selbsterkenntnis selbst durchdrungen hat, sich all seiner Wesensanteile bewusst wurde, diese alle integriert hat. Dadurch entsteht innerer Frieden, gepaart mit stiller Glückseligkeit.

Der Mensch, der nach Glück sucht, wird es nicht finden, da er davon ausgeht, dass es "nicht bei ihm ist" und so ist es dann eben auch.

Der Mensch, der glücklich IST, strahlt dies aus und zieht damit weiteres Glück an.

So, ich hoffe, dass ein paar Impulse für dich dabei sind :-)

Stichwort Glückshormone war ein super Impuls, das werde ich mit einbeziehen :) Vielen Dank!

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Versucht Bilder zu finden von Menschen oder Situationen. Lasst Eure Klassenkameraden entscheiden und Begründen Glück oder nicht. Erstellt Situationen Lasst Eure Klassenkameraden wiederum entscheiden und Begründen Glück oder nicht. Notiert alle Antworten an einer Tafel oder Whiteboard. Nach einer begrenzten Anzahl von Situationen oder Bildern eine Diskussion mit Euren Mitschülern " Teilen Sie die Meinung zur Einschätzung des Bildes oder der Situation", "Sind Sie etwa anderer Meinung"? Als Fazit wird sich bestimmt unter dem Strich ergeben, daß Glück Ansichtssache ist und das wir alle durch Medien, dem was wir erlebt haben und dem was uns als Glück beigebracht wurde jeder für uns entscheiden was Glück ist. Über dieses Thema kann man lange sprechen und eine Unterrichtsstunde ist schnell gefüllt.

Wenn Du in der Hölle sitzt, ist es Glück, ein möglichst kühles Plätzchen zu ergattern. Sitzt Du auf einem Eisberg, bist Du glücklich für jedes Kissen, das die Kälte fernhält. Glück ist nicht nur situationsbedingt, es ist gesellschaftsbedingt und hat unverbrüchlich damit zu tun, wie die jeweiligen Lebensbedingungen sind, wie die Werte der jeweiligen Gesellschaft. Darum bedeutete Glück in der Antike etwas anderes als heute, in der Zeit der Machbarkeiten. Glück und Seefahrt bedeutete früher, nicht in einen Sturm zu geraten, der die kleinen Nussschalen auf die Klippen getrieben hat. Heute bedeutet es, nicht an einen Kapitän zu geraten, der im Größenwahn ein Mammutschiff auf Grund setzt. Glück bedeutete früher, wenn Eltern und Heiratsvermittler den richtigen Partner ausgesucht hatten, heute bedeutet es Glück, wenn man sich selbst dabei nicht getäuscht hat. Glück ist lebensrealitätsgebunden und ein Prachtbeispiel dafür, dass Worte über Jahrhunderte gleich bleiben können, obwohl jedes Jahrhundert sie mit anderer Bedeutung füllt. Wer kann heute noch nachvollziehen, dass Leute glücklich waren, wenn sie für viel Geld einen Ablass erwerben konnten (Mittelalter), wodurch ihre Verwandten von den kirchlichen Strafen des Fegefeuers bewahrt wurden? Heute weiß kaum jemand, was die kirchlichen Strafen des Fegefeuers sind.

Schau Dir auch mal das Sonderheft von "Aufklärung und Kritik" an zum Thema "Glück und Lebenskunst" unter

www.gkpn.de/AuK_So14_08.pdf

und ich empfehle einmal ab Seite 188 "Glück kann man kaufen" über Ergebnisse der Glücksforschung und modern ab Seite 176 "Die Glücksmaschinen" mit einer Darstellung, wie "Glück" heute instrumentalisiert wird.

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