Wie kriege ich meinen Nachhilfeschüler dazu Hefte zu führen?

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8 Antworten

Hi.

Also mit Latein habe ich keine Erfahrung (da hätte ich fast selber Nachhilfe gebraucht), in Mathe hab ich den Leuten gezeigt, wie ich es mache (das spießige Original mit Datum am Rand und 3 Farben^^, und jede Aufgabe beginnend mit Gegeben, Gesucht, (Skizze, Formel)) und Ihnen das Versprechen abgerungen, das einen Monat lang genau so zu machen. Um zu sehen, dass es klappt, dass die Mehrarbeit nen Effekt bringt. Haben sie dann auch. Deswegen hab ich das ja ursprünglich auch angefangen^^. Wenn Du es Dir jobmäßig erlauben kannst, dann könntest Du es evtl. als Voraussetzung für die Nachhilfe fordern. Argumentieren kannst Du mit der besseren Merkleistung durch Beteiligung mehrer "Sinne" (idF Hören, Sehen, Schreiben).

Bei uns in der 10. in Latein war es übrigens so, dass wir gar nicht mehr gar so viele Hefteinträge hatten. Wir haben zwar noch n paar Horror-Cicero-Spezial-Ablativkonstruktionen gemacht (und ins Heft geschrieben), aber ansonsten größtenteils übersetzt (Bayern, paar Tage her).

Ich selber hatte meinen Durchhänger in Latein Anfang der 10., da habe ich es so gemacht, dass ich mir für die Grammatik die Bücher der 7.-9. gekauft habe (das waren 3 aufeinander Aufbauende, hieß "Felix", lt. Lateinlehrern gar nicht so gut, aber damit hatte ich halt vorher schon gearbeitet und es war Lehrplankonform) und pro Tag mir ne Deklination oder Konstruktion vorgenommen hatte. Von Anfang an. Und danach mit ner Lektüre mit Lösung hinten drin (hatte den Lateinlehrer gefragt, was er empfielt) Übersetzen geübt. In Summe so ne Stunde bis Anderthalb pro Tag. Vokabeln musste ich nix machen, da war der Lehrer hinterher, wir hatten von der selben Buchreihe n Vokabelheft, wo er jedes Mal 2 Seiten ca. DIN A6 aufgegeben und benotet abgefragt hatte. Was bei dem übrigens extrem nützlich war, war, dass er nicht die Grundform abgefragt hatte sondern immer gleich dekliniert - also z.B. nicht "vocare - rufen" sondern (ist bestimmt jetzt falsch, hab ewig nimmer dekliniert, deswegen Phantasieendung) "vocabantur - er möge gerufen haben". Damals hab ich es gehasst, mittlerweile würde ich dem Mann den Effizienzpokal verleihen^^. Und in Summe hat meine Arbeit geklappt, hab so ca. die Zeitspanne zwischen 2 Klausuren gebraucht, bis es ging und die Selbe, bis ich wieder gut mitkam.

Ich kann Dir noch ganz generell empfehlen, dass Du versuchst, dass der Knabe motiviert ist. Also intrinsisch, zusätzlich zu der Zwangsmotivation durch Angst vor Durchfallen & schlechten Noten. Ist bei Latein nicht leicht, ne Berufspropedeutik zu erkennen, aber die gibts^^. Hab da schon mal n paar Zeilen geschrieben, vll hilft es Dir ja: https://www.gutefrage.net/frage/motivation-latein--mit-latein-die-welt-verbessern?foundIn=list-answers-by-user#answer-233704471

Saqge der Person, dass die Nachhilfe nur gut funktioniert, wenn du weist was sie im Unterricht machen und wenn du im Heft und Arbeiten sehen kannst, wo die Probleme liegen...

Erinnere an die Noten und Zukunftswirkung, mehr kannst du nicht tun.

Wenn die Person es selber nicht will, dann wird es wenig bringen.

Der Schüler sagt DIR doch, was er an Hilfe braucht und wie die aussehen soll. Warum willst Du ihm irgendwelche Vorschriften machen? Wenn Du genauso vorgehen willst wie die Schule, bist Du ihm keine Hilfe.

Natürlich kannst Du die Hilfe unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen, aber wenn Du ihm sagen willst, wie er zu lernen hat und ob er irgendwelche Hefte zu führen hat, dann wird das nichts. Das hat ja schon in der Schule nicht funktioniert, wie man sieht. Die Vorschriften sind der Grund, warum die Leute sitzen bleiben.

Will Dein Klient Latein lernen oder will er ein guter Schüler sein. Das sind zwei verschiedene Dinge. Das eine ist eine Fremdsprache, das andere ist Gehorsam; das Letzte übrigens auch dann, wenn es mit freundlichen Worten geschieht

Gruß Matti

Hey vielen Dank 😊 

Also es ist ja nicht der Schüler der Nachhilfe möchte sondern die Eltern. Wenn es nach ihm ginge wäre das erst mal egal (Pubertät und so) ... Wäre die Bereitschaft vom Schüler aus wäre das nicht so schwer 😊

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@crazyCookie21

Das ist wieder mal so typisch. Da wollen die Eltern etwas, was das Kind nicht will. Wie soll das funktionieren? Frag IHN, ob er Hilfe will. Wenn nicht, lass es. Lass es auch, wenn er nur deshalb will, weil seine Eltern ihn zwingen.

Die Eltern wollen einen gute Schüler - schön für sie. Was hat das mit dem Kind zu tun?

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Kuhlmann was hast du bitte für eine weltfremde Sicht?
Als Nachhilfelehrer hat man häufig einen anderen Zugang zum Schüler als als normaler Lehrer. Außerdem erklärt man ihm nochmal genau, wie er am besten z.B. Vokabeln wiederholen sollte und macht einen Plan. Oft wissen die auch einfach nicht, wie sie richtig anfangen sollen.
Als Nachhilfelehrer vereinfacht man ihnen das Lernen auch indem man Ordnung reinbringt.

Ein 10. Klässler der einfach faul ist, Pubertät und so sollte von den Eltern schon ein bisschen angetrieben werden, finde ich. Als Jugendlicher kann er einfach noch nicht richtig selbstverantwortlich handeln, wenn es um sowas geht. Später würde er seine Faulheit wahrscheinlich bereuen.

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@questionAntwort

Du bestätigst hier nur noch mal, was ich bereits im Kommentar auf Deine Antwort geschrieben haben. Du glaubst, wie die meisten Lehrer in der Schule, der Schüler hat dem Lehrer zur Verfügung zu stehen. Das ist zwar eine weit verbreitete Haltung, aber sie ist es, die weltfremd ist, um bei Deinem Vokabular zu bleiben.

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Ich gebe seit paar Jahren Latein-Nachhilfe und ich fange immer mit den Grundlagen, also deklinieren und konjugieren an. Denn wenn sie das nicht können, hilft es ihnen  auch wenig, irgendwie zu lernen wie man ein Adverb steigert. Außerdem ist es ohne die Grundlagen nicht leicht zu verstehen.
Ich sage meinen Nachhilfeschülern immer direkt, dass sie auf jeden Fall Vokabeln lernen müssen und bringe ihnen bei, Karteikasten zu führen. Dann sag ich, wenn sie trotzdem nicht lernen, dass ich in 6 Wochen aufhören werde ihnen Nachhilfe zu geben, falls es bis dahin nicht deutlich besser wird. Hat bis jetzt immer ganz gut gezogen in Verbindung mit dem Karteikasten. Würde ich aber vom Typ anhängig machen, ob ich das so direkt sage.
Bei mir hatten bis jetzt alle ein Heft/ Schnellhefter, nur ein 6.-Klässler hat nicht alles mitgeschrieben soweit ich das erkannt habe.
Da muss man halt sagen, dass sie es tun sollen, ihnen die Bedeutung davon klar machen, ich denke, wenn sie Erfolge haben, dass sie langsam besser konjugieren könne/ in einer vokabelausfrage eine 2 haben oder so, dann kriegen sie dadurch etwas Motivation. Ich würde zur Not wahrscheinlich auch wieder mit aufhören drohen.

Viel Glück

Vielleicht solltest Du Deine Methode Abrichten durch Erpressung nennen und nicht (Nach)Hilfe.

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Erstens es ist kein Erpressung, die schließt nämlich Rechtswidrigkeit mit ein und zweitens es liegt immer an ihnen selbst ob sie lernen, manche Leute lernen ja sogar ohne „Erpressung“. Wenn sie nicht lernen, bringt die Nachhilfe auch nicht viel und nur sinnlos das Geld aus ihnen rauszusaugen wäre doch ziemlich unfair oder nicht 😂

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@questionAntwort

Ich meine Erpressung hier nicht als Rechtsbegriff, sondern als kleine Überspitzung. Du knüpfst Deine Hilfe daran, dass ein anderer Deine Bedingungen erfüllt, dabei müsstest Du seine erfüllen. Und wenn Du dazu nicht in der Lage oder Willens bist, musst Du es lassen.

Das ist so ähnlich wie in der Entwicklungshilfe. Der arme Afrikaner hat gefälligst die Hilfe anzunehmen, die wir ihm geben. Wenn er die nicht will, bekommt er keine mehr von uns. Das ist Erpressung, aber nicht im rechtlichen, sondern moralischen Sinne.

Du benutzt das Wort "lernen", meinst aber etwas ganz anderes.

Wenn sie nicht lernen, bringt die Nachhilfe auch nicht viel ...

Das heißt nichts anderes, als: Wenn sie nicht tun, was Du sagst, bringt die Nachhilfe nichts. Du meinst DEINE Nachhilfe bringt nichts. Richtig.

Beim natürliche Lernen stellt der Lernende die Frage und der Lehrende antwortet. So funktioniert das Lernen seit Jahrmillionen. Die Schule hat daraus Belehrung gemacht, verkauft sie aber als Lernen. Sie degradiert Menschen zu Schülern, das heißt, sie macht aus einem Subjekt ein Objekt, mit dem der Lehrer tun kann, was er für richtig hält. Er kann 20 oder 30 Objekte in einen Klassenraum sperren und sie zwingen, das zu tun, was der Lehrplan vorgibt. Und zwar mit Methoden, die dem Lehrer geeignet erscheinen. Wenn das bei dem einen oder anderen Objekt nicht funktioniert, ist das Objekt falsch.

Weil ein Lehrer studiert hat und es demnach wissen muss, hat er Recht. Die Zweifel des dummen Schülers, die sich in Faulheit, Stören, Ungehorsam und fehlender Heftführung äußern, werden als das Problem angesehen. Das eigentliche Problem ist aber die ungefragte Belehrung des Schülers durch den Lehrer und seine anmaßenden Forderungen.

Hier erklärt Dir ein ehemaliger Lehrer mit anderes Worten, was ich meine. Er sagt es nicht so böse wie ich.

http://www.rolf-robischon.de/stelldirvor.html

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Und was sind deine anderen Verschwörungstheorien?
Meine Nachhilfe schülerin aus der 6. hat sich von einer 5 in der schulaufgabe auf einen2 verbessert also ich glaube dass ich schon ein recht guter nachhilfelehrer bin; achso ja also wenn sie nichts lernen, das heißt zb. ihre Vokabeln nicht auswendig lernen dann bringt die nachhilfe ziemlich wenig

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Mach ihm klar, dass er die Nachhilfe braucht. Und dass er sich das alles, wenn er sich nicht auf die Spielregeln einlässt und offenbar nicht mitmacht, auch sparen kann.

Bringe es Ihm bei Datum , Thema , Seite 1 von ..? immer auf die

Nachhilfe-Übungs. .Blätter zu schreiben. Und lege mit ihm einen Nachhilfe Ordner an.

Ich kann mir vorstellen dass er das ach hasst und alles ablehnt was damit zu tun hat.

Auch ein Gespräch mit dem Vertrauenslehrer wenn seine Eltern das schriftl. Einverständnis geben  wäre ratsam.

Denn seine alten die es ihm selbst nicht beibringen können, werden schon merken dass Du dir sehr viel Mühe gibst.

Sollte er die 10. Klasse wieder nicht raffen merkst wohl im letzten Drittel breche alles ab. Dann ist er zu doof höheres zu erreichen.

Ab der 11. Klasse muss er soweit sein dass er selbst oder in Gruppen etwas erarbeitet.

Rede mit seinen Eltern, wenn das nicht fruchtet, breche ab, denn dann steht keiner hinter Deiner Hilfe.

Du musst mit denn Eltern sprechen.

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