wie konnten sich die Menschen dem Regime der SED Widersetzen?

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9 Antworten

Grundsätzlich gar nicht, wer es versuchte wanderte ins Gefängnis.

Der letzte Versuch des Widerstandes war der 17.Juni 1953 und endete recht drastisch.
Was geschah wenn Widerstand oder Reformation aufkamen konnte ein jeder 1968 bei Prager Frühling erleben.

Zudem konnte ein Widerstand nicht wirklich entstehen, dafür sorgte schon Horch & Guck, gewöhnlich als Stasi bekannt.

1988/89 ist ein anderes Thema.

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Wer sich nicht vereinnahmen lassen wollte oder wegen eines Ausreiseantrags o. ä. Schwierigkeiten im Job hatte, konnte sich eine Arbeit bei der Kirche (meist der evangelischen) suchen. Es gab auch kirchliche Krankenhäuser, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen, die auch Leute beschäftigten, die nicht in der Kirche waren (obwohl das erwünscht war). Natürlich durften sich diese dann nicht an Morgenandachten usw. stoßen.

Hier warst du ein Stück außerhalb der Reichweite des Regimes. Allerdings: Das Reiseverbot galt trotzdem, und Karriere konntest du dort auch nicht unbedingt machen.

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Vielleicht mussten sich manche gar nicht widersetzen, weil sie es nicht als Regime gesehen haben. Viele lebten besser mit billigen Mieten, preiswerten Lebensmittel und sicheren Arbeitsplätzen. Die Menschen wurden nicht massiv unter Druck gesetzt, wenn man sich nicht öffentlich gegen den Staat stellte.

Auch die Bespitzelung, von der man heute immer redet, nahmen die meisten nicht wahr, gleich wohl jeder wusste, dass es sie gab. Das lief alles im Hintergrund ab. Die Menschen waren nicht so gläsern wie heute. Was die Leute auf ihren Konten hatten, kontrollierte niemand, außer die Bank vielleicht. Das ging niemanden was an.

Schulsystem, Kinderbetreuung und medizinische Versorgung waren vorbildlich. Warum sollte man sich widersetzen?

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Kommentar von dressurreiter
08.08.2016, 07:26

Ach ja? Wie alt bist du das du solche Unweisheiten verbreitest, oder besser gesagt Lügen?!

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Es kam darauf an wie prominent man war. Wenn man einen berühmten Namen hatte, weil man ein Wissenschaftler oder ein Schriftsteller war, konnte man schon ein wenig Kritik am System üben ohne dass man sofort eingesperrt wurde. Normale Leute hatten da weniger Glück. Eine Frau aus meiner Nachbarschaft hatte bereits mehrfach Ausreiseanträge gestellt, die aber allesamt abgelehnt wurden. Aus Protest hat sie dann eine weißes "A" wie Ausreise auf ihre Fensterscheibe geklebt. Es hat nur 30 Minuten bis zu ihrer Verhaftung gedauert. Sie kam für 2 Jahre in den Knast obwohl sie keinerlei Widerstand gegen das Regime geleistet hat. Zum Ende der DDR hat sich natürlich alles geändert. Da haben sich die Leute in den Kirchen organisiert, sich zu Demos verabredet und einige haben sogar Flugblätter gedruckt. In den Jahren davor hätte das schlimmste Strafen nach sich gezogen. Einige Leute haben einfach die Arbeit nieder gelegt und ihren ganz privaten unbegrenzten Streik begonnen. Sie sind so lange zu hause geblieben, bis sie verhaftet wurden. Genau das hatten sie mit ihrer Aktion im Sinn. Sie wollten keine Hand mehr für die SED rühren und wollten diesem Staat einfach zu nichts mehr nütze sein. Viel lieber wollten sie dem Staat Kosten im Knast verursachen. Das war ihre Art des Widerstandes. Wenn sie nach der Haft immer noch nicht arbeiten wollte, wurden sie in der Regel ausgewiesen, aber nicht in jedem Fall. Deshalb war dieser Weg mit viel Risiko behaftet. Organisierter, gemeinschaftlicher Widerstand war äußerst selten. Solche Gruppen wurden zu schnell geschnappt, weil sich der Staat ja an keinerlei Gesetze halten musste. Die Stasi konnte schalten und walten wie sie wollte.. 

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Zum Beispiel bei " Nacht und Nebel" Flugblätter an öffentlichen Begehungen abzulegen. Die Kommunisten haben das selber unter Hitler getan.Daher schrieben sie Bücher über ihren Widerstand. Das waren gute Lehrbücher wie man es machen muss in der Diktatur.Hat den Genossen vom MFS über Jahre viele graue Haare gekostet und hat viel Staub aufgewirbelt.Presse schwieg durfte darüber nicht berichten. Flüsterpropaganda war angesagt. 

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Wer aktiven Widerstand leistete, der stimmte mit den Füßen ab und verließ die DDR manchmal sogar unter Verlust seines Lebens.

Wem die Flucht zu riskant erschien, der übte sich in Passivität. Man brauchte kein IM zu werden. Einen Kontakt mit einem überzeugten Roten ging man tunlichst aus dem Wege. Was sagte doch einmal Adenauer über seine Zeit im dritten Reich: er sei in die innere Emigration gegangen.

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Kommentar von 666Phoenix
03.05.2016, 19:31

Der diesem Beitrag immanente Versuch, SED-Regime und "drittes Reich" gleichzusetzen, ist einfach nur primitiv und dumm!

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Man ging z.B nicht zur Wahl. Oder man strich den Wahlzettel durch. Manche Leute malten auch Parolen an Hauswände, z.B. Nieder mit der SED. 

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Auch wenn ich "leichte Probleme" mit der Komik von "Zack"=Michalowski habe, nötigt mir seine Biographie (bei WIKI nachzulesen) höchsten RESPEKT ab: Der Mann ging als Kriegsdienst-Totalverweigerer für seine Überzeugung sogar in den Knast!

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Der Komiker "Zack" Michalowski hat`s vorgemacht: Als Totalverweigerer des Kriegsdienstes ging er sogar in den "Knast". Nachzulesen bei "Wiki".

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