wie konnte trump mit weniger stimmen als clinton gewinnen?

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8 Antworten

Es liegt schon an den Wahlmännern und an dem "the winner takes it all"-System. Hier habe ich versucht, das einmal bei einer älteren Frage auf sehr einfache Weise zu erklären:

https://www.gutefrage.net/frage/electoral-college-warum-kann-es-sein-dass-der-gewinner-der-public-votes-nicht-automatisch-der-gewinner-der-electoral-votes-ist

Damit solltest du verstehen können, wie ein Kandidat, der insgesamt weniger Stimmen hat, trotzdem mehr Wahlmänner haben kann.

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Vereinfacht gesagt ist das wie folgt möglich:


in den USA haben Sie ein Wahlsystem, wo pro Staat eine gewisse Anzahl an Wahlmännern vorhanden ist. Bundesstaaten mit sehr wenigen Einwohnern haben auch wenig Wahlmänner - Bundesstaaten mit vielen Einwohnern haben auch viele Wahlmänner.

Nun wird so gerechnet: nehmen wir an, in einem Staat gibt es 20 Wahlmänner. In dem Staat war dann das Ergebnis bei meinetwegen 51 % für Trump und bei 49 % für Clinton. Jetzt kommt der Clou - anstatt, dass jetzt beide 10 bekommen (oder Clinton 9,9 und Trump 10,1) bekommt die Person, die hier gewonnen hat (und das kann durchaus so knapp sein, wie ich gerade geschrieben habe) ALLE Wahlmänner dieses Staates zugesprochen.

So war es dann möglich, dass Clinton trotz mehr Stimmen verlieren konnte. Ich habe noch gehört, dass die Auszählung irgendwann abgebrochen wird, wenn eindeutig ein Gewinner feststeht, da weiß ich aber nicht sicher, ob das tatsächlich so ist. Sollte es so sein, dann würde das zwar daran nichts daran ändern, dass Trump gewonnen hätte, aber es hätte sich noch verschieben können, wie sich die Wahlstimmen zusammengesetzt haben.

Hoffe, ich konnte helfen.

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Kommentar von ahorn99
15.11.2016, 15:34

Dankeschön !!! Das ist auch das, was ich jetzt so geschrieben hätte..das hab ich verstanden. 

Aber meine Lehrerin meint, da gibt es noch mehr zu sagen....und das ist das, was mich irritiert....ich weiß keine anderen gründe

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Kommentar von supersuni96
15.11.2016, 15:38

Da hast du vollkommen recht.  Es wurden nicht alle ausgezählt, als Trump bereits als Sieger feststand. Von Bekannten aus USA habe ich erfahren, dass nach der finalen Auszählung Trump tatsächlich mehr Stimmen bekommen hat, dies aber nicht mehr berichtet wurde. 

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Gewählt ist in den USA nicht, wer die meisten Wählerstimmen hat, sondern wer die meisten Wahlmänner hat. Und wer in einem Staat die Mehrheit der Stimmen hat, erhält alle Wahlmänner dieses Staates. 

So hatte zwar Hillary Clinton die Mehrheit der Wählerstimmen, aber nicht die Mehrheit der Wahlmänner.

Man darf aber nicht unmittelbar daraus folgern, dass Hillary Clinton gewonnen hätte, wenn der Präsident direkt vom Volk gewählt würde. Denn wir haben ja eine höchst unterschiedliche Wahlbeteiligung.

In den Staaten, in denen der Wahlsieger von vorneherein feststeht, ist die Wahlbeteiligung viel niedriger, weil ja das Ergebnis des Staates vorn vorneherein feststeht.

Beispiel: Kalifornien, wählt immer demokratisch, oder Oklahoma wählt immer republikanisch. Dementsprechend ist die Motivation der Bürger, dort überhaupt zur Wahl zu gehen viel niedriger, weil es ja nicht darauf ankommt, wie hoch der Vorsprung eines Kandidaten in dem Staat ist. In den "Battleground States" kommt es dagegen auf jede Stimme an. Deshalb ist die Wahlbeteiligung auch viel höher.

Würde nun der Präsident direkt vom Volk gewählt, würde jede Stimme zählen und die Motivation zur Wahl zu gehen wäre auch in den "sicheren" Staaten höher. Damit würden noch viel mehr Leute zur Wahl gehen.

Deshalb kann man zwar sagen, dass Hillary Clinton mehr Wählerstimmen bekommen hat, aber man kann daraus nicht folgern, dass Hillary Clinton die Wahl gewonnen hätte, wenn man eine Direktwahl in ganz Amerika durchgeführt hätte. 

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Das ist eine neutrale Aufgabenstellung wie sie im (Schul-)Buche steht ! Wunderbar. Keine politische Meinungsbildung wird hier verhindert.

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Erklärung:

Wahlmänner-System in den USA & Jeder Staat für sich kriegt Wahlmänner ...

anstatt USA weit einfach nach Stimmen

außerdem ist das USA Wahl-System super manipulierbar, egal in welche Richtung -> Wahlcomputer, mehrfaches Wählen  ( weil Wahlen nicht zentral )

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Also es ist falsch zu behaupten dass Clinton zwangsläufig Präsident geworden wäre, wenn es nur darum gehen würde wer die meisten Stimmen hat. Es könnte sein, aber das wissen wir nicht. 

Dass das Wahlsystem in den USA nicht das Beste ist, das ist klar. Andere Gründe sind vielleicht der schwere Zugang zur Wahlurne, besonders in sozial schwächeren Vierteln. 

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Er hatte ja nicht weniger Stimmen. Er hatte deutlich mehr Stimmen der Wahlmänner auf sich vereint als Clinton. Sonst wäre Clinton Präsi geworden.

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Kommentar von GXleif
15.11.2016, 15:21

Er hat aber weniger stimmen von den normalen "Einwohnern" bekommen, aber nur leicht weniger, eher fast gleich.

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