Wie konnte man im Zweiten Weltkrieg eigentlich Sachen wie eine Besatzung und Konzentrationslager wegen der Sprachunterschiede organisieren?

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5 Antworten

Da ging alles auf Deutsch, soviel ich verstanden habe. Primo Levi schreibt in "se questo e un uomo" (Wenn das ein Mensch ist), dass Deutschkenntnisse in Ausschwitz überlebenswichtig waren. Viele seiner italienischen Freunde kamen um, weil sie Anweisungen nicht verstanden und erschossen wurden, etc. Und er stellt fest dass die Überlebensrate der italienischen Juden in Ausschwitz wesentlich tiefer war als die der Juden aus anderen Ländern, die vielleicht Jiddisch sprachen.

Die osteuropäischen Juden sprachen damals zum grössten Teil yiddisch (neuhochdeutsch mit hebräischen Ausdrücken, meist in hebräischer Schrift geschrieben) und konnten daher deutsch verstehen. Ich denke, dass die, die nicht verstanden sich meist jemanden finden konnten, der ihnen übersetzte. tw gab es auch lokale KZ-Wächter oder Hilfswächter (Polen, Ukrainer, Balten, etc), die sprachen dann wohl eher die Landessprache.

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Kommentar von Accountowner08
21.03.2016, 13:20

PS: Marcel Reich Ranitzky hatte einen job als deutsch-polnisch-Übersetzer im Ghetto von Warschau, er konnte sich dadurch eine zeitlang vor der Deportation in die Lager retten. Er schreibt darüber ziemlich ausführlich in seiner Biographie...

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Wieso Polnisch lernen? Du hast da eine völlig falsche Vorstellung von den Zuständen damals. Die Polen wurden, wie alle Slawen, als "Untermenschen" angesehen und es wurde ganz offiziell geplant, sie zu sterilisieren und als Arbeitssklaven zu missbrauchen. 

Es gab eine Umsiedlungsaktion um Auschwitz, in der die Polen, die momentan eben in der Nähe des KZs wohnten, umgesiedelt wurden. In einem bestimmten Umkreis (ein paar Kilometer) durfte niemand mehr wohnen. 

Polen war doch unter NS-deutscher Besatzung.

Übrigens, nebenbei: Die Nazis wussten es sich zunutzen zu machen, dass die KZ-Häftlinge unterschiedliche Sprachen hatten. Die sollten einander ja gar nicht verstehen. ... Für sich selbst haben sie Dolmetscher requiriert, d.h. sie haben gefragt, wer von den Neuankömmlingen Deutsch konnte, und es hat sich dann schon jemand gefunden. So konnten einige Häftlinge überleben, also indem sie z.B. als Dolmetscher, Schreiber oder Arzt für die Nazis tätig waren. 

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Gab garantiert mehrsprachige Menschen auch damals.

Ansonsten dürfte die Körpersprache mithelfen, denn wenn ein Mann mit einem Gewehr neben mir steht und mich auffordert "mitanzupacken" dann versuche Ich diesem Mann möglichst gut entgegenzukommen.

("Es gibt viele verscheidene Sprachen auf dieser Welt, aber ein Lächeln versteht jede/r").

LG Dhalwim

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Wieso polnisch lernen?

Es wurden nicht nur jüdische Deutsche oder Polen in den Kz untergebracht und ermordet, sondern auch viele andere Volksgruppen.

Auch die normalen Truppen waren u.a. in Polen, Frankreich, Griechenland, Dänemark, Norwegen usw. einmarschiert. Wenn dir einer eine Waffe unter die Nase hält, verstehst du auch ohne Worte, was der will.

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Gewalt ist eine Sprache die jeder versteht. 

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Kommentar von LordRob
20.03.2016, 11:32

Mit gewalt kann mann keine komplizierten befehle erteilen

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