Wie kommt man über den Tod seines Bruders hinweg?

11 Antworten

Hallo ElCapri63,

es tut mir leid, dass Du schon in so jungen Jahren Deinen Bruder verloren hast! Vor einigen Jahren habe ich meine Schwester verloren; sie starb an einer Essstörung! Und letztes Jahr im Mai verstarb meine Frau an Krebs!

Ich weiß daher, wie groß der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sein kann und man braucht unter Umständen viel Zeit, um diesen Schmerz einigermaßen verarbeiten zu können.

Es ist so, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Die Trauer hält bei vielen ein Leben lang an, doch wird der Schmerz allmählich erträglicher. Was in dieser Zeit helfen kann ist, wenn man mit jemandem über seine Gefühle sprechen kann, am besten mit jemandem, der vielleicht Ähnliches erlebt hat. Von diesem fühlt man sich viel besser verstanden! Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Einigen mag es sehr schwerfallen kann, über ihre Gefühle zu sprechen und sie ziehen sich eher von anderen zurück. Hier kann es helfen, einmal all das aufzuschreiben, was einen bewegt und es dann später wieder zu lesen.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist nach meinem Eindruck ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses.

Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du immer mal wieder weinen musst. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und nach außen immer stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, kann manchmal sehr befreiend sein!

Was mir am meisten hilft, nicht zu verzweifeln, ist die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte:

"Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, ..." (Johannes 5:21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?

Diese wundervolle Aussicht gibt mir bis heute viel Trost. Zu wissen, dass ich meine Frau, meine Eltern und all die lieben anderen eines Tages wiedersehen werde, hilft mir, mit den Gefühlen der Trauer besser fertig zu werden.

Ich weiß ja nicht, wie Du zur Bibel stehst und ob Du überhaupt an Gott glaubst. Ich habe eben versucht, meine persönlichen Erfahrungen und meine Hoffnung wiederzugeben. Vielleicht hast Du ja eine ganz andere Meinung dazu.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, mit Deinem Schmerz zu leben und ihn nach und nach zu verarbeiten!

LG Philipp

Hallo,

Trauer ist bei Menschen verschieden. Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge. Falls Du noch zur Schule gehst: Gibt es an Eurer Schule vielleicht einen Vertrauenslehrer? Dann kannst Du auch mit diesem reden.

Ich bin Christ. Der Glaube hilft vielen Menschen. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

Verlust eines nahen Angehörigen, vor allen wenn gewaltsam und unnatürlich aus dem Leben gerissen, ist immer schwer zu verkraften. Im Zweifel professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Das deine Eltern bedenken haben ist doch nach einem Jahr nach Verlust des eigenen Kindes doch klar. Wenn Du willst machst Du den wenn Du 18 bist.

Du und deine Familie ihr habt einen schmerzlichen Verlust erlitten und jeder geht anders mit der Trauer und der Verarbeitung um.

Ein Jahr ist noch keine Zeit und vielleicht solltest du dir eine Person deines Vertrauens suchen, um mal über deine Gefühle zu sprechen. Auch hier geht jeder anders damit um.

Du hast deinen Bruder in deinem Herzen und du musst dir die Zeit geben, das zu verarbeiten. Am Anfang steht der Schmerz um den traurigen Verlust im Vordergrund und es wird immer weh tun, aber der Schmerz verändert sich und es tut anders weh.

Der Tod ist unbegreiflich und bei einem Unfall noch mehr, dass ein geliebter Mensch einfach nicht mehr da ist. Jeder der das selbermal erlebt hat, wird deine Gefühle nachvollziehen können.

Deine Eltern trauern genauso wie du, denn wenn man ein Kind verliert, muss man das auch verarbeiten.

Man kann sie verstehen, dass sie Angst um dich haben, vielleicht hilft es dir, mal mit ihnen darüber zu reden.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute.

Ein Jahr ist noch keine lange Zeit dafür. Du musst Dir selbst Zeit geben. Vor allem, lass Deinen Gefühlen freien Lauf. Versuch auch mal, mit Deinen Eltern oder wer auch immer da ist, zu reden und zwar, wie Dein Bruder war, was er gemacht hat.

Verständlich, dass Deine Eltern nicht wollen, dass Du den Motorradführerschein machst. Sie haben einfach Angst, dass es Dir genauso gehen könnte.

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