Wie kommt man damit klar, dass seine Mama ganz plötzlich und unerwartet verstorben ist?

Ich liebe dich Mama :( - (Mutter, Tod, tot)

10 Antworten

Hallo Unsterblich1961,

dein Text hat mich unglaublich berührt, denn genau wie du habe ich ganz plötzlich meine Mama verloren. Das war am 26.09.2014 und auch sie ist an einem schweren Hinterwandinfarkt gestorben. Von einem Moment auf den anderen hört die Welt auf sich zu drehen, nichts ist mehr so wie es einmal war. Sie war meine Seelenverwandte, jeden Tag zünde ich eine Kerze an, rede mit ihr und stell mir vor sie ist irgendwie in meiner Nähe. Manchmal hilft es und manchmal zerreißt einen der Schmerz fast. Ich kann dich so wahnsinnig gut verstehen, man weis nicht wie man damit klar kommen soll, man versteht es nicht und im Kopf kommt es einfach nicht an. Seid dem Tag ist nichts mehr so wie es einmal war. Auch wenn ich dich nicht kenne, drück ich dich einmal und wünsche dir unendlich viel Kraft.

Und vielleicht sehen wir unsere Mamas irgendwann wieder........

es ist immer schwierig, all diese emotionen zu sortieren. aber das ist normal und gehört zum prozess der trauer dazu. vielleicht hilft dir ein anderer blickwinkel etwas weiter ... du warst in den letzten momenten in der nähe eines geliebten menschen - mehr kann niemand tun. das gefühl, es würde sonst niemanden interessieren kommt immer, aber selbst die menschen, die dir kühl erscheinen, so wie dein vater, machen dies in sich mit sich selbst aus. ich selbst habe 99 meine mutter und im april 14 mei nen vater verloren, beide viel zu früh und völlig unerwartet. denk an schöne momente, auch wenn das erst recht weh tut, klammer dich nicht and das, was noch hätte sein können, sondern halte das fest, was war. es wird leichter, es werden aber auch immer wieder momente kommen, die dich aus der bahn werfen - und genau das ist eigentlich auch gut so. ich merke daran, das ich die geliebten menschen nicht vergesse und im herzen trage, auch wenn ich manchmal das gefühl habe, das tägliche leben lässt die erinnerungen verblassen. mach spaziergänge, schau in die wolken, stell dir vor wie sie von da oben stolz auf ihre große tochter ist und dir mit jedem sonnenstrahl zulächelt und dir sagt, das es andem ort wo sie jetzt ist, gut ist, warm und geborgen. diesen ort findest du nicht im himmel - dieser ort ist in deinem herzen und den hast du immer bei dir. lass die wärme deines herzens auch für dich strahlen, dich erwärmen und stell dir vor, wie frei und unbeschwert die vögel über den himmel fliegen.... ich wünsch dir alles gute, diese schwere zeit geht vorbei und die erinnerungen werden dann einfach nur noch schön und tun auch nicht mehr so weh. lass dir zeit, alles für dich zu verarbeiten, es gibt keinen zeitrahmen für trauer. stell dir immer mal wieder vor, wenn es schwierig wird, welchen rat sie dir wohl gegeben hätte - daran wirst du auch ein stückweit wachsen. und die tränen lass zu, sie reinigen nicht nur die seele sondern auch die gedanken, klären das herz und machen platz für licht, wärem und liebe.

Danke!

Deine Worte zum sehr gut in dieser schweren Zeit, vielen Dank, du hast das so schön formuliert...

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Hallo Unsterblich1961,

Deine Erfahrung geht mir sehr nahe, zumal ich selbst vor wenigen Jahren meinen Vater, meine Mutter und meine Schwester verloren habe. Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können.

Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über meine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Dass Dein Vater offenbar nicht darüber reden will, mag nicht unbedingt daran liegen, dass er nicht ebenso wie Du tiefe Trauer empfindet. Er mag selbst sehr unsicher sein und nicht wissen, wie er damit umgehen kann und es mag ihm peinlich sein, Dir seine Gefühle zu zeigen. Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Schon die Bibel sagt, dass es "eine Zeit zum Weinen" gibt. (Prediger, Kapitel 3, Vers 1 u. 4) Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du weinen musst. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Mir hilft auch ungemein die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören  und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?

Die Bibel lässt auch erkennen, dass wir dann unter friedlichen, paradiesischen Verhältnissen leben werden. Dazu heißt es in Psalm, Kapitel 37, Vers 29: " Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, Und sie werden immerdar darauf wohnen."

Diese Hoffnung lässt mich immer wieder aufleben, besonders dann, wenn alles um mich herum grau und trüb aussieht. Ich danke Gott oft dafür, dass er uns diese schönen Verheißungen gegeben hat und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er sie auch erfüllen wird.

Vielleicht könnte Dir ebenso wie mir die Hoffnung der Auferstehung helfen, mit der Trauer besser umgehen zu können. Ich sehe mit großer Erwartung der Zeit entgegen, in der niemand mehr den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen ertragen muss und sich das erfüllt haben wird, was mit sehr ergreifenden Worten im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, beschrieben wird, wo es heißt:

"Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. 4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offenbarung 21:3,4)

Dieser Text aus der Bibel gefällt mir besonders gut und ich denke oft über die Zeit nach, in der Gott dieses Versprechen wahr macht.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, mit Deinem Schmerz zu leben und ihn nach und nach zu verarbeiten!

Liebe Grüße

Philipp

Hallo,

vielen Dank für deine lieben Worte, ich selbst kann mit der Bibel nur sehr wenig anfangen und auch mit Gott, mein Glaube besteht darin, dass ich mir sicher bin, dass unsere Seelen nach unserem menschlichen Leben hier auf Erden nicht auch gegangen sind, sie Leben weiter, nur auf einer anderen Ebene und sie sind auch oft bei uns, daran glaube ich ohne jeden Zweifel, weil ich dafür selbst schon Beweise bekommen habe, aber meinen Glauben an einen Gott habe ich schon sehr früh verloren...aber ich glaube an mehrere andere Dinge zwischen Himmel und Erde, aber trotzdem vielen lieben Dank für deine Antwort.

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@Unsterblich1961

Hallo Unsterblich1961,

darf ich fragen, was geschehen ist, dass Du schon sehr früh Deinen Glauben verloren hast?

Bei einigen ist es so, dass sie sich, angewidert von der Heuchelei, die in vielen Kirchen zu beobachten ist, vom Glauben insgesamt abgewendet haben. Anderen wiederum fällt es deswegen so schwer zu glauben, weil so viel Böses und so viel Leid geschieht.

Liebe Grüße

Philipp

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