Wie kommt es zu unvorhersehbaren Verspätungen bei der Deutschen Bahn?

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6 Antworten

wenn irgendwo kinder auf den gleisen spielen oder ein technischer defekt das zusammenstellen eines zuges verhindert, hast du schon zwei gründe, die dazu führen können, dass es auf einzelnen strecken zu verspätungen kommen kann. Gleisanlagen und weichen müssen gelegentlich gewartet oder ausgetauscht werden. Wenn du mal die verspätungen nimmst, die täglich im straßenverkehr entstehen, wirst du feststellen können, dass die bahn der pünktlichere verkehrsträger ist.

Nach nunmehr knapp zehn Jahren ICE-Pendeln glaube ich, so ziemlich alle Ausreden zu kennen. Natürlich gibt es Verspätungen, für die die Bahn wirklich nichts kann (z.B. sog. "Unfälle mit Personenschaden", auch Selbstmorde genannt). Diese sind aber m.E. eher selten. Es ist ja übrigens erstaunlich, wie oft sich ein Unternehmen, das mal mit "Alle reden vom Wetter, wir nicht" geworben hat, bei Verspätungen auf Wettereinflüsse verweist.

Die meisten ärgerlichen, d.h. wesentlichen Verspätungen haben nach meinem Eindruck ihre Ursache im Einflussbereich der Bahn und ihrer Lieferanten. Ich sage nur: "Wegen einer Störung am Triebfahrzeug...". Das ICE3-Debakel ist ja noch in lebhafter Erinnerung. Und sind die ständigen Oberleitungsschäden und Signalstörungen nicht doch größtenteils zu vermeiden ?

Trotz ständiger Optimierungen verplant sich die Bahn auch gerne mal in ihrem Fahrplan. Oder wie soll man das sonst verstehen, wenn ein Zug wirklich TÄGLICH 5 bis 10 Minuten zu spät ankommt ? Beim nächsten Fahrplanwechsel wurden die Zeiten angepasst und das Problem somit erledigt.

Kurz gesagt: Da ist noch deutlich Luft für Qualitätssteigerungen. Dann wäre ich als eigentlich zufriedener Bahnkunde noch zufriedener.

Ich fahre sehr oft Bahn und Verspätungen kamen bei mir nur sehr selten vor. Und wenn sie mal vorkamen, dann war die Bahn nie wirklich dran Schuld. Sehr oft (nicht immer!) sind die Mitfahrer selbst dran Schuld - oder die Wetterlage oder sonstiges - aber nur ganz selten die Bahn selbst. Vorbeugen tut die Bahn mit solch grob geplanten Fahrplänen schon - nur leider ist das net immer möglich. Und noch interessanter finde ich es ja, dass Busse, mit denen ich fahr, immer zu spät kommen - nur darüber regt sich irgendwie keiner auf ...

Wie hier schon gesagt, sollte man als Bahnfahrer immer eine Portion Verständnis haben.. ;)

Die Bahn beugt sehr wohl vor: Seit einigen Jahren werden die Fahrzeiten generell großzügig berechnet. (Da zur Zeit auf mindestens zehn Hauptstrecken Großbaustellen eingerichtet sind, ist das zu verstehen.) Die Fahrzeiten werden aber durch die 'geplanten Reserveminuten' (!) für alle Reisenden länger. Ich fuhr im vergangenen Jahr mit dem Weltmeister-Pass 35 Tage Bahn, hatte Dutzende Male Verspätungen von mehr als zehn Minuten die sich wie durch ein Wunder ins Nichts auflösten. Auf der Schnellfahrstrecke Köln - Frankfurt/Flughafen sind 300 km/h konsequent möglich, und die Bahn wirbt auch mit dieser Geschwindigkeit, aber: Die 169,3 Kilometer werden ohne Halt von ICE 127 (14Uhr44 bis 15Uhr41) in 57 Minuten zurückgelegt. Einen schnelleren ICE fand ich nicht. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 178,2 Kilometer pro Stunde. Ha!!! ICE1819 benötigt noch fünf Minuten mehr (164 km/h). Ich war damals richtig froh, verspätete Züge zu erwischen, sonst hätte ich das 300 km-Gefühl immer nur wenige Minuten genießen können.

Weder arbeite ich bei der Bahn, noch nutze ich diese oft - aber als logische Erklärung hätte ich vielleicht folgendes anzubieten:

Es kann doch immer mal wieder vorkommen, dass irgendwas auf den Schienen liegt. Z.B. ein umgestürzter Baum, ein (totes) Tier oder Kinder legen (aus Spass!??) irgendwas auf die Gleise. Ich habe auch schon oft mitbekommen, dass Züge auf Busse warten (müssen?), da die Fahrgäste sonst keinen Anschluß mehr haben. Bei den Bussen kommen Verspätungen natürlich öfter vor, da sie auf der Strasse ja mehr Verkehr haben - dadurch entstehen sicher auch viele Verspätungen bei den Zügen. Wenn eigentlich nur ein kurzer Halt vorgesehen ist, aber eine gehbehinderte Person länger zum Aussteigen braucht, gehen auch schon mal einige Minuten verloren, dies summiert sich dann sicher schon mal.

Ich denke, Verspätungen sind für jeden ärgerlich, wenn er selbst davon betroffen ist, aber wenn man selbst mal länger zum Ein- oder Aussteigen braucht (z.B. auch mit Kinderwagen etc.) will man doch auch nicht, dass der Zug einfach losfährt!?

Sollten wir da nicht alle etwas toleranter sein, und sowas gleich von vornherein mit einplanen?

Ist ja schön, wenn Kolibri hier Toleranz anmahnt, gleichzeitig aber zugibt, selten mit der Bahn zu fahren.

Ich habe es bei täglich zwei Fahrten in sechs Monaten exakt ein einziges Mal erlebt, dass mein Zug pünktlich ankam und meine Toleranz ist inzwischen gleich Null.

Von "unvorhersehbar" kann unter diesen Umständen natürlich auch keine Rede mehr sein, denn unvorhersehbar ist es allenfalls, wenn der Zug ausnahmsweise einmal pünktlich ankommt.

Für die Verspätung gibt es im Detail sicher unterschiedliche Gründe, die aber in aller Regel in der Verantwortung der Bahn liegen und die man meist unter "miserable Planung" zusammenfassen könnte - für umgefallenen Bäume hätte ich ja Verständnis.

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