Wie kommt es eigentlich, dass trotz mehrerer großer Massenaussterben...?

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11 Antworten

Nach jedem Massenaussterben kommt es zu einer adaptiven Radiation, also einer Auffächerung der überlebenden Organismen, bei der nicht nur neue Arten entstehen, sondern auch ökologische Nischen besetzt werden, die frei geworden sind. Dadurch wird die verlorengegangene Biodiversität wieder hergestellt.

Es ist ein Vorteil, eine Nahrungsquelle nutzen zu können, die sonst niemand verwerten kann, da man durch das Dominieren einer Nische  keine Konkurrenz fürchten muss, und in einem weitgehend entvölkertem Ökosystem ist das gut möglich. Fleisch und Aas sind nun einmal sehr wichtige Nahrungsquellen, und auch nach dem Aussterben sämtlicher bisheriger Räuber werden diese nicht lange ungenutzt bleiben.

Könnte es eine Welt ohne Fleischfresser geben?

Vielleicht gab es so eine Zeit mal auf der Erde. In der 580-540 Millionen Jahre alten Ediacara-Fauna aus der Frühphase des tierischen Lebens gibt es keine Hinweise auf räuberische Aktivitäten. Weder gibt es Fossilien mit Fangarmen oder Reißzähnen, noch Verteidigungsvorrichtungen wie Stacheln oder Schalen, noch Verletzungen, die sich auf Angriffe zurückführen lassen. Eventuell war die Abwesenheit von Räubern und Aasfressern auch der Grund, warum die weichen Tiere aus dieser Zeit so ungewöhnlich gut erhalten waren (normalerweise findet man fast ausschließlich Fossilien von Hartteilen wie Knochen oder Schalen). Erst beim Übergang des Ediacarium ins Kambrium vor 540 Millionen Jahren treten die ersten panzertragenden Organismen und die ersten Spuren von Räubern auf.

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Die physikalische Erklärung:

Wie Evolution bzw. die Entstehung von Leben physikalisch funktioniert, hat Ilya Prigogine in seiner Theorie Dissipativer Strukturen gezeigt, für die er 1977 den Nobelpreis erhielt.

Danach entwickelt sich das Leben entsprechend der verfügbaren Energien. Steht irgendwo eine ungenutzte Energiequelle zur Verfügung, wird sich das Leben so entwickeln, dass diese Energiequelle irgendwann mal angezapft wird. Fleisch ist eine bedeutende Energiequelle, sodass sich früher oder später zwangsläufig Lebensformen entwickeln werden, die diese Energiequelle nutzen.

Aus diesem Grund schlossen sich an alle Massenausterben evolutionäre "Explosionen" an, weil plötzlich sehr viele Energiequellen frei wurde, die das Leben dann erneut besetzte.

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Meinst du eigentlich Fleischfresser oder Raubtiere? Zu den Fleischfressern zählen nämlich auch bestimmte Pflanzen, Insekten, Spinnen, Vögel, Wale...

Könnte es eine Welt ohne Fleischfresser geben?

Ja! Zu einer bestimmten Zeit war die Welt ohne Fleischfresser! Ich müsste aber erst recherchieren, in welchem Zeitraum genau das der Fall war. Aber das kannst du bestimmt auch selber.


Hab so das Gefühl, du fragst, ob es zwangsläufig irgendwann auf einem belebten Planeten zur Entwicklung von Fleischfressern kommen muss.

Da müsste ich erstmal drüber nachdenken. Aber es scheint mir sehr naheliegend zu sein, dass Organismen, je mehr Zeit sie dazu haben, immer mehr bzw. unterschiedliche Nahrungsressourcen nutzen und somit irgendwann auch Tiere "ausprobieren".

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Kommentar von grubenhirn
19.02.2016, 21:06

"Hab so das Gefühl, du fragst, ob es zwangsläufig irgendwann auf einem belebten Planeten zur Entwicklung von Fleischfressern kommen muss."

Ja, das ist auf jeden Fall die wichtigere Frage für mich.

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Noch eine Beobachtung dazu: die Beuteltiere stellen ja eine entwicklungsgeschichtlich separate Unterklasse von Säugetieren da, dennoch haben sich aber auch unter ihnen Pflanzen- und auch Fleischfresser herausgebildet (z.B. die pflanzenfressenden Kängurus und der fleischfressende "Tasmanian Devil").

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Das liegt einfach daran, dass Fleisch eine höhere Energiedichte als Pflanzen hat. Je größer das Gehirn, desto größer der Energiebedarf, desto eher Fleischfresser. 

Dass das so ist, weiß jeder: Veganer sind dünner als Fleischfresser :-)

Da die Natur aber kein Öko-Supermarkt ist, ist es ein echter überlebensvorteil, Fleisch zu essen. Daher tauchen diese auch zwangsweise immer wieder auf.

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Kommentar von Imago8
19.02.2016, 21:13

Dass man im Zusammenhang mit Fleischessen immer wieder diesen Quatsch mit dem Gehirn lesen muss....

Es reicht nicht, ein Gehirn zu besitzen. Es verbraucht nur Energie, wenn es benutzt wird!

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Es könnte eine Welt ohne Raubtiere geben. Eine Welt ohne Fleischfresser wird jedoch schwer. Da Aas ohne Maden und Würmer lange liegen bleibt und somit Krankheiten verbreitet. Angenommen jedoch, es handelt sich um ein Ökosystem mit unglaublich hohem Nahrungsvorkommen, das jedoch von Kurzlebigen Kreaturen bevölkert wird, oder von Kreaturen die durch Witterung o.Ä sterben, ist es durchaus denkbar, dass Raubtiere nicht nötig sind um den bestand an Beutetieren zu dezimieren.

Die scheint nämlich, der Sinn von Raubtieren nicht bewusst zu sein. Ohne Raubtiere vermehren sich andere Spezies viel zu schnell und fressen sich gegenseitig das Futter weg, was dazu führt, dass ein Großteil an teils auch wichtigen Tieren verhungert. Und sobald ein Teil des Ökosystems ausfällt ist das ganze gefährdet. Daher sind Raubtiere immer wichtig.

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Kommentar von grubenhirn
19.02.2016, 19:17

Aber so funktioniert doch die Natur nicht. Die Natur kann ja nicht denken, also muss ein Mechanismus dahinter stecken.

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Nimm die Säugetiere, die gab es schon zur Zeit der Dinos. Als die großen Dinos ausstarben, konnten die Säugetiere in die freigewordene Nische schlüpfen und sich endlich ungestört weiter entwickeln.

Hältst du Fleischfresser für einen Fehler der Evolution? Dem ist nicht so. Die Evolution schert sich nicht um vegane Moralvorstellungen.


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Kommentar von grubenhirn
19.02.2016, 19:19

Ich frag' mich, ob es Planeten geben kann ohne Fleischfresser bzw. Raubtiere.

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du hasst es doch selbst genannt. wenn nicht alle restlos aussterben, haben die überlebenden doch "freie bahn" um sich in den nächsten jahrmillionen neu und besser zu entwicklen.

lass nur ein kakerlaken-pärchen nach dem besuch des kammerjägers überleben, wieviele zählt man einen monat später?

die evolution funktioniert nur mit fressfeinden, die schwache/kranke ausmerzt, damit sich die starken fortpflanzen können.

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Kommentar von grubenhirn
19.02.2016, 19:16

Nur, was wäre, wenn 100% aller Fleischfresser aussterben würden, gäbe es dann irgendwann wieder Fleischfresser?

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Solange nicht alle Tiere ausgestorben sind, kann sich die Tierwelt wieder rehabilitieren. Ich glaube es muss Fleischfresser und Pflanzenfresser geben, um im Gleichgewicht zu bleiben.

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Moment mal, die Säuger starben doch vor 65 Millionen Jahren kaum aus, sondern doch "nur" die Saurier. Ich verstehe daher deine Frage nicht.

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Was hat das massenhafte Aussterben von Lebewesen mit den Ernährungsgewohnheiten der Tiere zu tun?

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