Wie kommt es dazu das manche Frauen sich so behandeln lassen über Jahre hinweg?

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7 Antworten

Entweder rutscht man da langsam rein oder wurde vorher schon konditioniert (z.B. in einer vorherigen Beziehung oder sogar durch die Eltern). Es wurde einem also beigebracht, dass man immer selbst am Verhalten des anderen Schuld sei und alles Schlechte, das einem widerfährt, selbst durch sein Fehlverhalten ausgelöst hat. Man versucht also ständig, sich so zu verbessern, dass man freundlich behandelt wird.

Gerne sagen solche Gewalttäter (egal, ob als Partner oder Eltern) ja Sätze wie "schau mal, wozu du mich getrieben hast!" (z.B., dich zu schlagen).

Oft haben sie damit aus ihrer Sicht bedingt Recht: Sie können nicht mit ihren eigenen Gefühlen umgehen, und wenn es ihnen schlecht geht, "muss" das jemand in ihrer Umgebung verursacht haben.

Beide Parteien sind also in einem Teufelskreis gefangen: Das Opfer versucht, alles zu tun, damit es dem Täter gut geht, erfährt aber immer wieder Gewalt und damit auch Enttäuschungen und Abwertung.

Dem Täter geht es auch schlecht: Auf der einen Seite sucht er bei jedem schlechten Gefühl die Schuld beim Opfer - hättest du abgewaschen, die Kinder dazu gebracht, leise zu sein, mein Hemd gebügelt, meinen Chef zum Lachen gebracht etc., ginge es mir jetzt besser und ich müsste nicht schreien oder dich schlagen - auf der anderen Seite geht es ihm auch gerade deshalb schlecht, weil er nie ein gleichwertiges Gegenüber im Opfer hat. Das Opfer hat immer Angst vor Fehlern und vor ihm, rät also, was er hören will und kann ihm daher nie auf Augenhöhe begegnen, ihn also auch nicht stützen.

Zudem wird solchen Opfern von Täterseite immer wieder direkt oder indirekt suggeriert, dass alles NOCH schlechter werden kann: Der nächste Partner kann noch gewalttätiger werden, oder man verliert das Geld des Partners, die Wohnung, das Auto, das Ansehen. Gerne werten solche Partner auch ab: "Ohne mich bist du doch nichts! Was kannst du denn schon?!" Hört man solche Sätze jahrelang, glaubt man sie irgendwann, und sei es nur ein bisschen.

Dazu kommt Gewöhnung: Man findet schnell eine Routine. Man passt sich dem Partner an. Man verlernt, auf seine Gefühle zu hören und man verlernt normalen Umgang mit Menschen. Man verlernt, eigene Entscheidungen zu treffen. Man verlernt, Situationen einzuschätzen. 

Der Partner hat die Kinder geschlagen? - Die Kinder waren ja auch frech zum Partner. Man betrachtet die Kinder dann anders - als frech, störend, provozierend. Oder man sieht die Kinder selbst gar nicht mehr sondern nimmt nur noch seine eigene Aufgabe wahr, sie zu schützen.

Das Ganze ist dem Mobbing sehr ähnlich - man verlernt es, für sich einzutreten, sein Recht durchzusetzen, sich als gleichwertig zu sehen. Auch viele Mobbingopfer wollen ihre Situation nicht verlassen, weil es ja "noch schlechter" werden könnte.

Zudem mag der Partner gewalttätig sein, aber man kennt ihn. Man kennt die Wohnung. Man kennt den Tagesablauf. Verlässt man den Partner, muss man sich auf eine ganz neue Situation einstellen. Wenn man vor allem dafür lebt, der Angst zu entkommen und Provokationen zu verhindern, hat man keine Kraft, sich einem solch unbekannten Leben zu stellen und keine Vorstellungskraft, um zu überlegen, wie so ein Leben aussehen könnte und wen man um Hilfe bitten könnte.

Hilferufe sind auch schwierig, weil man sich schämt - nicht nur, dass man zu schwach ist, sondern mindestens heimlich auch Angst davor hat, dass der Partner Recht hatte.

Ich war in einer ähnlichen - milderen - Situation mit einem Familienmitglied. Das erste Mal, als ich nach Hilfe fragte, wurde mir gesagt, dieser Mensch sei überfordert. Ich verstand das, was er mir immer eingeredet hatte: Dass ich an seinem Verhalten Schuld sei, weil ich ihn überfordern würde und er durch mich zu viel Arbeit hätte, was wiederum vor allem verbale Gewalt rechtfertigen würde. Ein Opfer hat Angst, so etwas zu hören - eine Rechtfertigung für das Verhalten des Täters und die Bestätigung, dass das Opfer dieses Verhalten auslöst, das Verhalten also völlig legitim ist und nur dem Opfer zuzuschreiben ist.


PS

Google mal "Co-Abhängigkeit". Vieles davon erklärt auch das Verhalten Deiner Mutter.

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Wenn eine Frau sowas über Jahre hinweg mitmacht, ist sie entweder psychisch sehr schwach sodass sie auf den Mann im mentalen Sinne angewiesen ist (Angst vor der Einsamkeit usw.) oder aber könnte sie finanziell auf eigene Faust nicht durchkommen ------------> der Mann finanziert durch seine Arbeit auch ihr Leben, bringt sie irgendwie mit durch & aus Existenzängsten (was wiederum im weitesten Sinne unter psychische Probleme fällt) lässt man sich das dann eben bieten.

Wäre zumindest eine Erklärung, ich habe das mal über mehrere Jahre hinweg bei einer ehemaligen Mitschülerin erlebt, die kein eigenes Geld hatte & auch psychisch ihre Probbleme aufwies.

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Ich glaube das macht die Liebe. Oft lieben Menschen andere Menschen, ohne zu wissen warum. Mir geht das gleich, ich liebe einen Menschen, der mich wie den letzten Abschaum behandelt. Mein Glück dass wir nicht zusammen sind. Aber ich denke, dass auch wenn der Partner einen so sehr verletzt und verachtet, man trotzdem meint, dass der einen liebt und vor allem, dass der es nicht so meint wie er es sagt oder tut. Ich kann es nicht so gut erklären, aber es ist auf jeden Fall eine Sache des Herzens und des Kopfes.

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Kommentar von ichweisnetwas
03.11.2015, 01:21

und frauen können trotz gewalt und anderem noch lieben??

Ich kann mir das nicht vorstellen. Sowas ist doch unmöglich...

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Sie ist halt wie soll ich sagen, ein relativ schwacher Mensch.(Nooffence ) Sie merkt selber das sie unterdrückt wird aber konnte leider nicht handeln. Manche frauen suchen sich halt solche Kerle weil sie in denen eine den "starken Mann" sehen(Fehlgeleitet von der Annahme was der mit mir macht, macht er auch mit anderen) quasi ein Falschbild des Beschützertyps haben. 

Warum sie sauer war kann ich nur mutmaßen, würde glaube ich auch was realistisches bei rum kommen aber das würde hier zu lange dauern, zwecks schreiben und so

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Kommentar von ichweisnetwas
03.11.2015, 01:28

danke für die antwort

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Angst

Wenn das so ein Psycho war, wie du sagst, dann wird er bestimmt mal gedroht haben --> "Wenn du mich verlässt, ...." , dann passiert das und das.

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Kommentar von ichweisnetwas
03.11.2015, 01:22

ja kann gut sein uns hat er ja auch gedroht "wenn ihr eurer mutter was erzählt und sie sich trennt dann ...." naja sprech ich hier lieber nicht aus

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Angst vor der Drohung, Angst vor dem Alleinsein, Angst davor was andere denken könnten, usw. Der Hauptgrund ist wohl Angst, vor was auch immer.

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Frauen sind unberechenbar. Die wenigsten verstehen sie. Tut mir leid, ich würde dir gern helfen. Aber geh einfach zur Polizei ^^

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Kommentar von ichweisnetwas
03.11.2015, 01:19

quatsch ist doch schon lange vorbei mein stiefvater wandelt auch nichtmehr auf dieser welt er beendete es danach selbst also aktuell gibt es keine probleme mehr deswegen ich wollte nur mal etwas besser verstehen was da wohl der grund war

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