Wie kommt ein Kapitalist an sein Kapital?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Über die Theorien von Karl Marx können mit den Schlagwörtern „Historischer Materialismus“ und „Marxistische Wirtschaftstheorie“ (das Hauptwerk von Karl Marx dazu ist „Das Kapital“) rasch Informationen gesucht werden.

Geschichtlich gehen der kapitalistischen Gesellschaft nach dem historischen Materialismus andere Gesellschaftsformen voraus. Sie hat sich aus dem Feudalismus mit einer vor allem nach Ständen aufgebauten Gesellschaft entwickelt. Darin gab es das Bürgertum als dritten Stand, darunter Handwerker mit ihren Betrieben und Manufakturen (Produktionsbetriebe mit überwiegender Handarbeit, eine Vorstufe zu Fabriken).

Es gab in der Gesellschaft Menschen mit ausreichend Geld und Besitz, um etwas als Kapital anzulegen. Möglich ist auch das Leihen von Geld (Darlehen, Kredit) von anderen, die viel haben (z. B. auch Banken).

Die erste Erscheinungsform des Kapitals ist das Geld. Ein Unternehmer kauft mit seinem Kapital Sachen, gibt sie in einen Produktionsprozess, in dem ihnen Wert zugesetzt wird, verkauft sie zu mehr Geld als er ursprünglich eingesetzt hat und legt das Geld aus dem Verkauf erneut an, womit ein fortgesetzter Kreislauf (Zirkulation) entsteht.

Im Produktionsprozess wird durch Arbeitskraft Wert hinzugefügt. Produzierte Waren haben einen größeren Wert als die am Anfang gekauften Waren, die dann bearbeitet wurden.

Ein Kapitalist ist nach Karl Marx jemand, der über Produktionsmittel (Land, Bodenschätze, Gebäude, Maschinen, Werkzeuge, Materialien) verfügt. Der Unternehmer kauft mit seinem Kapital Waren, gibt sie in einen Produktionsprozess, in dem ihnen Wert zugesetzt wird, verkauft sie zu mehr Geld als er ursprünglich eingesetzt hat und beginnt den Kreislauf mit dem Geld aus dem Verkauf erneut. Die Arbeiter werden nach der Theorie von Karl Marx für die Anwendung ihrer Arbeitskraft dabei nicht voll bezahlt (Ausbeutung).

Der Gewinn (Mehrwert) kann für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Wenn der Kapitalist es wieder in die Produktion anlegt, setzt er seine Tätigkeit als Kapitalist fort.

Wer sich um die Arbeitsleitung kümmert, ist Vorarbeiter, leitender Angestellter, Geschäftsführer, Manager. Ein Kapitalist kann dies zwar auch tun, aber in dieser Funktion setzt er Arbeitskraft ein. Ein Kapitalist ist er, indem er Geld einsetzt (arbeiten lässt).

In dem er einen gewissen Umsatz erzielt und dann seine Kosten begleicht? Danach bleibt der Gewinn und sowas nennt man auch das von Unternehmer eingebrachte eigentkapital.

Im Prinzip siehst Du das alles richtig und unsere momentane Finanz- und daraus resultierende Wirtschaftskrise bestätigt Deine Sicht der Dinge. Das beste Beispiel für Deine o. g. Kenntnis haben einmal mehr die Banken geliefert, die in betrügerischer Weise das ihnen anvertraute Kapital ihrer Anleger verzockten und damit zahllose Bürger unseres Landes in die Armut getrieben haben. Wir alle, die Steuerzahler, müßen nun die milliardenschwere Zeche zahlen und da mag sich schon mache/r die Frage gestellt haben, welche nützliche Funktion haben die Banken überhaupt noch in unserer Gesellschaft? Andererseits gibt es sehr viele Unternehmen in unserem Land, deren Chefs durch harte Arbeit ihr Unternehmen aufbauten und zu Kapitalisten wurden, die aber dennoch dafür sorgen, daß es weiterhin rund läuft und die Masse ihrer Mitarbeiter in Arbeit und Brot bleiben!

Kriese und Armut sind nicht Resultat falscher Politik oder des Strebens gieriger Bänker, sie sind Normalität im Kapitalismus und treten in Zyklen auf. Banken sind für den Kapitalismus überlebensnotwendig, z.B. damit sich Menschen Geld von ihenen leihen können. Kein Mensch braucht Banken und Lohnarbeit in einer Gesellschaft ohne Marktwirtschaft.

0
@Liberador

Du scheinst wohl selber Banker zu sein, wenn Du den Wert- und Sinn dieser Institutionen derart hochstilisierst? Es ist jedoch eine unstrittige Tatsache, daß die Banken bislang in Zyklen, - um bei Deiner Wortwahl zu bleiben - die anvertrauten Milliarden unserer Bevölkerung auf schamlose Weise verzockten. Die Weltwirtschaft funktioniert nach Spielregeln, über die sich die Banken einfach immer wieder hinwegsetzen. Wenn Du neue Spielregeln erfindest, kann der Vertrauensverlust in die unersättlichen Banken vielleicht noch gerettet werden?

0
@Gabi40

Baken verleihen Kapital, und Kapital neigt dazu in Verwertungskriesen zu kommen. Die Banken "verzocken" nichts, sie sind vom Markt abhängig. Diese Kriese entstand, um es kurz zu fassen, weil Kapital auf der Suche nach profitablen Anlagemöglichkeiten in Wertpapiere investiert wurde, die nicht den erwarteten Profit abwarfen, da dieser sowieso nur Spekulativ war. Das liegt nicht an Bänkern, Banken oder Managern, diese sind nur Sachverwater des Systems, das diese Kriesen immer wieder hervorbringt.

0
@Liberador

Danke für Deine Rückantwort! Dennoch muß ich kontern. Wenn das Kapital der vielen Millionen kleinen Anleger ausschließlich in profitable Wertpapiere investiert wurde, dann sollten die dafür verantwortlichen Bank-Manager, die ja für ihren hohen Wissens- und Erfahrungsstand außergewöhnlich gut entlohnt werden, zur Rechenschaft gezogen werden. Es sind allesamt Fehlspekulanten, die in ihrer grenzenlosen Gier "nicht zum erstenmal" das Vertrauen ihrer Anleger auf verbrecherische Weise mißbrauchten und damit die Volkswirtschaften in eine der schlimmsten Krisen führten, deren Ende noch lange nicht in Sicht ist. Nicht die produzierende Wirtschaft, sondern die Banken waren bislang noch immer Sachverwalter des Niedergangs!

0

Was möchtest Du wissen?