Wie könnte man die Rolle des liberalen europäischen Islam stärken?

...komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Es gibt keinen liberalen europäischen Islam.

Es gibt in Europa lediglich eine Menge liberaler Muslime, von denen aber kaum etwas zu sehen und zu hören ist.

Was man sieht und hört, sind z.B. Türken, die für Erdogan oder gegen die PKK demonstrieren, wobei ich das PKK-Thema jetzt mal aussen vor lassen möchte.

Was man NICHT hört und sieht, sind z.B. Türken, die gegen die geplante Todesstrafe auf die Strasse gehen, gegen die Beschneidung der Medien, gegen die Verhaftung von 7000 Menschen, gegen die Lynchjustiz der letzten Tage, gegen Genitalverstümmelung, gegen Steinigungen, gegen Bestrafung von Vergewaltigungsopfern etc etc etc. Oder gar Demos gegen den IS - nein, das hat ja mit dem Islam nichts zu tun #Ironie off#

Natürlich hat all das mit dem Islam zu tun - und zwar nicht mit den liberalen Bewegungen, sondern mit den fundamentalistischen.

Was es hier braucht, ist Mut und Größe der liberalen Strömungen. Zuerst mal muss endlich anerkannt werden, dass der islamische Terror ein islamisches Problem ist. Und dann müsste man sich mal die Mechanismen anschauen, die die jungen Menschen dazu verleiten, sich zu radikalisieren bzw. sich benutzen zu lassen von einigen alten Zöpfen, die eine patriarchische und islamische Weltordnung anstreben.

Wenn ich junge Menschen von der Bildung fernhalte (Boko haram = Bücher sind Sünde), raube ich ihnen jegliche Perspektive abgesehen von einer Zukunft als Kameltreiber.

Wenn ich jungen Menschen einrede, dass Masturbation oder vor- bzw. ausserehelicher GV eine große Sünde sei, dann ist die einzige und logische Konsequenz, dass ich sie damit zu Sündern mache, weil es wider die Natur ist. Und schon hab ich sie da, wo ich sie brauche: in einem Abhängigkeitsverhältnis - eine Herde dummer Schafe, die einer Ideologie blind folgen, die sie nichtmal begreifen. Allen voran die Konvertiten, die überhaupt keine Ahnung haben und nur das glauben, was ihnen ihr Bekehrer und der Iman vorschwätzen (wenige Ausnahmen ausgenommen).
Es ist ja kein Zufall, dass es fast ausnahmslos pubertierende Jugendliche sind, die zum Islam konvertieren. In einer Phase der Neuorientierung, die uns in den Genen liegt, sind sie besonder empfänglich für großherrliche Ideologien. Nur leider kann der fundamentalistische Islam seine Versprechungen nicht halten. Noch nichtmal die 72 Jungfrauen gibt es zum Lohn, wenn man sich nach einem vermeintlich verkorksten Leben eines großen Sünders mit einem modischen Gürtel ausstattet und das finale Knöpfchen drückt in dem Irrglauben, dass man sich damit das Paradies sichere.
Früher hat man sich in der Pubertät entschieden, ob man sich einer peergroup anschließt, die raucht oder laute Musik hört, die sich Punker oder Popper nennen etc. Heute gibt es auch noch eine islamische Alternative, die an genau demselben Punkt ansetzt und die jungen Menschen "abholt" wie der Rattenfänger von Hameln .... und sie damit benutzt und betrügt.

Also ... steht endlich auf GEGEN die Fundis. macht den Mund auf und lasst es nicht zu, dass sie die liebevolle Facette des Islam in den Dreck ziehen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Jessy74
19.07.2016, 18:50

Toll geschrieben! :)

2

der Sunnitenislam ist so durch-standardisiert wie Coca-Cola oder Aspirin. Auch in Europa ist die organisierte Masse der Moslems nicht liberal, sondern einfach sunnitisch, mit der vorgegeschrieben Denk- und Verhaltensstruktur wie überall, in jedem Land der Erde.

Liberaler Islam existiert in Westeuropa wie in allen Ländern, in denen Sunniten nicht die ideologische Hegemonie haben, nur als Propagandaartikel zur Einschläferung islamkritischen Denkens. Nämlich ausschliesslich in den Selbstdarstellungen diverser Verbandssprecher, wie etwa Herrn Mazyek, dem Märchenonkel, der Kreide gefressen hat.

Denn nichts, was irgendein islamischer Verbandssprecher je den Ungläubigen erklärt, ist relevant für den real praktizierten Islam.

Relevant sind ausschliesslich die Hadithe, die Fatawas der sunnitischen Rechtsgelehrten und die Predigten und Lehren der bestallten Moschee-Imame.

Das wissen natürlich auch unsere politischen und juristischen Institutionen: zu Anhörungen wird nicht der Obstverkäufer Mustafa oder der Dönerdreher Ali befragt, was er sich so alles denkt zum Islam, sondern es wird der Grosscheich der Al-Azhar Universität geladen.

Ansonsten lies, was die hochqualifizierten Nutzer @DottorePsycho und @1988Ritter zum Thema geschrieben haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von jentolon
19.07.2016, 20:48

Danke für deinen Post

Richtig beschäftigt habe ich mich mit dem Islam nicht, aber nach den Post hier etwas eingelesen.

Muss ich dir Recht geben, den Begriff des "liberalen europäischen Islam" habe ich zum ersten Mal aus einer Talkshow gehört. Vllt war das der Herr Mazyek.

Heißt praktisch, dass liberale Sichtweisen wie beim liberalen Islamischen Bund http://lib-ev.jimdo.com/ gerade erst in Entwicklung sind (lehnen Teile der Hadithe ab etc) und sie in der Minderheit sind.

Ufuk Özbe hat in Gesellschaft für Kritische Philosophie geschrieben, dass (von mir jetzt sehr verkürzt wiedergegeben; habe da auch nur einen Abstract gelesen), dass die liberale Sicht nicht mit dem Islam zu vereinbaren ist. Wie die Quelle zu bewerten ist, weiß ich nicht.

http://www.gkpn.de/Oezbe_Kritik-der-liberalen-Auslegungen-des-Islam.pdf

___________________

Kann man als Fazit sagen, dass die "Aufklärung im Islam oder Erneuerung" (Begriff wieder aus Talkshows genommen) erst anfängt oder gar nicht begonnen hat.

1

Wie kommst Du jetzt auf die Annahme, es gäbe einen liberalen europäischen Islam?

Islam ist Islam, und dies egal wo auf der Welt.

Wer Muslim sein will, der befolgt Koran, Hadithe und Scharia.

Andere Möglichkeiten gibt es da nicht.

Der von Dir angedachte Versuch ist schon längst vollzogen worden, und gilt hinsichtlich der Ausbildung für Imame als geschietert. Die theologische Fakultät Münster hat Studiengänge mit dem Abschluss des Imam. Allein die muslimischen Gemeinden wollen mit den dort ausgebildeten Imamen nichts zu tun haben, und geben diesen keine Arbeit.

Die Zusammenarbeit der Gemeinden ist gleichsam gegeben. Allerdings bleiben diese getreu ihrer Glaubensansicht unter sich.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wie könnte man die Rolle des liberalen europäischen Islam stärken?

Indem man dafür sorgt, dass so etwas überhaupt erst existiert. Bisher gibt es "den liberalen europäischen Islam" als solchen nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

- Nicht alle Muslime über einen Kamm scheren, und in der Öffentlichkeit deutlicher unterscheiden zwischen denen, die einen modernen, weltoffenen und toleranten Islam praktizieren, und den rückwärtsgewandten Frömmlern . 

- Die liberalen Muslime besser gegen Angriffe ihrer fundamentalistischen Glaubensbrüder in Schutz nehmen, vor allem auch öffentlich.

- Dein erster Vorschlag ist auch gut. Auch wenn ich als Atheist grundsätzlich Bedenken habe, wenn sich der Staat um die Ausbildung von Geistlichen kümmert, scheint das hier das kleinere Übel zu sein.

- Deinen zweiten Vorschlag habe ich nicht ganz verstanden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von jentolon
19.07.2016, 20:22

Danke für deinen Post.

Beim zweiten Punkt, hab ich dran gedacht, dass die liberalen Muslime mehr zusammenarbeiten könnten und beim ersten Punkt hatte ich die Ditib im Hinterkopf.

0

Dann müsste man doch zunächst einmal klären, wer ein Interesse einer Stärkung des Islam in Europa hat.

Diese Institutionen sehe ich dann in der Pflicht.

Keinesfalls kann es jedoch Aufgabe des Staates sein sich in solche Belange einzumischen.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DottorePsycho
19.07.2016, 14:55

Definitiv! Das muss von den liberalen Muslimen selbst kommen.

0
Kommentar von BTyker99
19.07.2016, 15:18

Ich finde schon, dass es Ausgabe des Staates ist. Die Kanzlerin hat ja etwas ähnliches geschworen wie, dass sie Schaden von Deuschland abwenden möchte. Daher sehe ich die Regierung sogar in der Pflicht, Deutschland vor dem Islam zu schützen.

0

Hallo
Den "liberalen Islam " gibt es nicht , wer auch nur einen Koran Vers oder Hadith abstreitet ist kein Muslim .
Ich meine mir ist es egal wie jemand lebt soll doch jeder leben wie er leben möchte aber man braucht sich dann nicht als Muslim zu bezeichnen von mir aus sollen sie das was sie Leben anders nennen und es als ihre Religion bezeichnen .
So nun mein Vorschlag was man dagegen tun kann das Menschen sich Terrororganisationen anschließen :
Aufklärung ist das Stichwort .
Man muss den Menschen den wahren Islam näher bringen und zwar den Islam wie er ist und keinen an "europäische Werte " angepassten Islam .
Wenn jemand herkommt und erzählt das es ok sei Alkohol zu trinken auch wenn man Muslim ist wird diese Person hoffentlich keiner ernst nehmen denn das ist nicht Islam .
Wenn man den Islam so nimmt wie er ist ruft er aufkeinenfall zu Gewalt auf und ist die friedlichste und schönste Religion die es gibt .

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von berkoc97
20.07.2016, 21:08

Selamu aleykum subhanallah gibt es Muslime die weder gewaltätig oder radikal liberal sind das sie den kuffar ähneln du sprichst mir aus der seele bruder.

0

Vor allem auch in den Medien anders mit "dem" Islam umgehen.

- Deutlich machen, dass es nicht "den" Islam gibt.

- Zeigen, dass die Mehrheit aller Muslime liberal denkt und lebt.

- Medienberichte über Extremisten nicht mehr so überproportional verbreiten.

- Terrorgruppen, welche den Namen "Islam" für sich verwenden, deutlich von der muslimischen Religion abgrenzen.

- Bildung, Gespräch, Begegnungen, ....

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von 1988Ritter
19.07.2016, 15:08

Das habe ich jetzt so richtig verstanden:

  • Medienberichte über die täglichen Unerfreulichkeiten des Islam kommen nur noch gestreut damit der Islam gut da steht ?
  • Die Mehrheit der Muslime hat sich niemals gegen wahhabitisches und salafistisches Gedankengut aufgelehnt, aus dem der Terrorismus hervorgegangen ist......aber....wir sagen jetzt einfach die Mehrheit der Muslime ist liberal.
  • Und die Masse der unterschiedlichen Terrorgruppen, Al Quaida, Bocu Haram, Al Nusra, Hamas, IS, usw. ....da sagen wir dann jetzt ...ja was ??? ......"Böse Onkels" ????
4

Wo ist denn der "liberale europäische Islam"? Ich sehe ihn nicht. Und Bassam Tibi, der Wissenschaftler, der vor Jahren den "Euro-Islam" erhoffte, erklärt inzwischen, dass es in die andere, konservative, reaktionäre Richtung geht. 

Die Islamverbände sind alle konservativ bis türkisch-nationalistisch. Nach Umfragen sind bis zu zwei Drittel der europäischen Moslems antiwestlich eingestellt und stellen die Koran-Gebote über die Verfassungen der europäischen Staaten. 

Der einzige nichtkonservative Professor, der Imame ausbildet, Khorchide in Münster, wird von den Islamverbänden angefeindet, seine Studenten haben null Chance, bei der Ditib oder Milli Görüs angestellt zu werden. 

Die Ditib ist Erdogans Werkzeug, macht türkische, nationalistische Politik, und bekommt die Imame aus der Türkei geschickt. 

Wirklich liberale Moslems habe ich noch keinen einzigen kennengelernt. Wenn er liberal wird, hört er fast immer auf, Moslem zu sein. Denn Liberalismus, Demokratie, Toleranz haben im Koran keine Stütze. Dies sagt der Korankenner und Islamwissenschaftler Tilman Nagel.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es tut mir leid dich zu enttäuschen , aber diese idee würde zu einer Spaltung der Muslime führen. Da keiner bereit ist den islam zu ändern. Man sollte eher tolerant umgehen, sachen wie Karikaturen, Beleidigungen jeglicher religionen verbieten. Ich meine muslime leben nicht erst deit 2000 in europa

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DottorePsycho
19.07.2016, 13:29

Die Muslime sind doch schon längst gespalten. Sunniten, Schiiten, etc. ....... und dann noch die Fundis und die Liberalen ... dann noch die Mitglieder des IS, Taliban etc.

Ich denke, dass die entsprechenden Gruppierungen schon längst existieren. Es liegt halt leider in der Natur der Sache, dass die Liberalen immer leiser sind als die Fundis.

5
Kommentar von Kenfmisttoll
19.07.2016, 13:30

Wer Krarikaturen malt/beleidigt, setzt schon sein Leben aufs Spiel. Warum also noch verbieten?

0
Kommentar von raimas
19.07.2016, 13:32

Was wäre so schlimm daran? Die Muslime sind doch schon gespalten. 

Karikaturen sind eine Form von Kritik. Das muss man aushalten können! 

Toleranz gegenüber fundamentalistischen, intoleranten und menschenverachtenden Überzeugungen, wie sie bei einem nennenswerten Teil der Muslime anzutreffen sind, ist völlig unangebracht.

3
Kommentar von berkoc97
08.11.2016, 12:08

Der ur islam. Der kuran die hadithe dürfen nicht geändert oder veleugnet werden wer das tut ist kein moslem mehr.. ein europäischer oder neuer islam ist nicht möglich... jede änderung würde eine gründung einer neuen religion bedeuten es gibt im islam nur den islam... wir haben keinen papst der sich gottes freund nennt und jedesmal gesetze ändert, dass läuft bei uns bisschwn ernster ..das meine ich mit spaltung. Die siiten etc. Haben andere ausführungen die sind auch nicht liberal oder so 

0

Nicht immer son großes Ding draus machen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ein Islam der wahllos Menschen mordet, der sollte verboten werden

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?