Wie könnte man den Kapitalismus perfektionieren?

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11 Antworten

Das Größte Problem, welches ich (und viele andere) im Kapitalismus sehe, ist die Schere zwischen Arm und Reich.

Das ist kein Problem sondern ehr ein Symptom eines anderen Problems.

So kommt es, dass ein paar Menschen auf ihren Milliarden hocken, ohne
sich darüber bewusst zu sein, dass Andere Menschen dieses Geld viel
dringender bräuchten. 

Dringender bräuchten bedeutet aber nicht auch automatisch sinnvoller einsetzen.

Ich sehe die Probleme u.a. in mangelnder Bildung besonders was Finanzen und Wirtschaft angeht. Vermutlich auch einer der Gründe für teilweise völlig schwachsinnige Kapitalismuskritik.

Würde man das Gesammte geld der Welt gleichmäßig auf alle 7,x Milliarden Menschen verteilen, würde jeder 8.000-20.000€(von bis, da der genaue existierende Geldbetrag nicht bekannt ist) besitzen. 

Das wäre Sozialismus, wenn nicht sogar Kommunismus und führt nur dazu, dass es allen schlecht geht.

Ein Mensch ohne Wissen im Bereich von Investition wird eine Summe X kaum so effektiv einsetzen können um Wohlstand zu mehren, durch Schaffung einer Firma, wie jemand der entsprechendes Fachwissen und Visionen hat.

Wer unternehmerisches Risiko trägt, soll auch die Früchte dessen ernten, u.a. durch höheres Einkommen und Vermögen, als jemand der dies nicht tut.

Wenn wir den Kapitalismus so umbauen würden, dass die Verteilung des
Geldes nicht so DERMAßEN ungleich ist, wäre das leben für sehr viele
Menschen lebenswerter.

Nein, das Problem liegt darin, dass vielen Gesellschaften die Mittelschichten wegbrechen und das zumeist nach unten. Einkommensentwicklung hält nicht unbedingt Schritt mit Produktivitätsentwicklung.

Z.T. ist die "Mittelschicht" auch selber daran Schuld. Alles sofort, vieles auf Pump und finanziell ungebildet durchs Leben und wenn man doch spart dann am besten der Bausparvertrag, hat ja schon bei Mami und Papi funktioniert, kann also nicht falsch sein (Achtung Ironie).

Wie also könnte man dieses Ziel erreichen?

Durch den Zwang eines totalitären Regimes, dass ich hoffentlich nicht mehr erleben werde. Wer versucht mich zu enteignen muss mir meinen Besitz schon aus meinen kalten toten Händen nehmen.

Und wie wir alle wissen: Reichtum macht nicht glücklich.

Seit ich Millionär bin, bin ich schon glücklicher.

Arbeiten hat für mich keine wirtschaftliche Notwendigkeit mehr, seitdem hab ich keinen Stress mehr im Leben, null!

Ich kann morgen in Rente wenn ich will, hat keinen Einfluss auf meinen Lebensstandard. Und ich für meinen Teil möchte auch nicht jemals wieder arbeiten MÜSSEN.

http://www.meinanzeiger.de/resources/mediadb/2012/04/05/96755_web.jpg

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Kommentar von Evoluzzer213
18.10.2016, 01:38

Dankeschön, bin genau deiner Meinung.

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Kommentar von islifereaI
18.10.2016, 01:43

Hey, danke für deine ausführliche Antwort.
Ich denke, wenn jemand wirklich so viel geleistet hat, dass er 1Mio besitzt, dann hat er es auch verdient sich zurück zu lehnen. Das Problem sehe ich nur darin, dass viele, die 1Mio besitzten eben NICHT so viel geleistet haben.

was ich damit sagen will, ist dass diejenigen, die durch Aktienhandel oder Börsentätigkeiten an ihr Reichtum kommen eben nichts für die anderen Menschen geleistet haben und diesen Reichtum deshalb nicht verdienen.

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Wenn man auf die Geschichte mit all ihren Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen zurückblickt, wirkt der Kapitalismus mit der Sozialen Marktwirschaft und die Demokratie schon sehr sinnvoll.

  • Kapitalismus & soziale Marktwirtschaft
  • Kapitalismus & Demokratie

Diese Dinge passen nicht zusammen. Sie gehören nicht zusammen. Und deshalb werden sie NIEMALS länger als ein paar Jahrzehnte zusammen funktionieren.

Der Grund? Ganz einfach: Das Ziel - und der Motor - des Kapitalismus ist die Akkumulation von Kapital. 

Dabei ist ALLES, was das behindert (etwa "Arbeitsschutz- oder Verbraucherschutz"-Gesetze) hinderlich. Und was hinderlich ist, wird man immer versuchen zu beseitigen.

Eine "soziale Marktwirtschaft" ist also "Kapitalismus, dem ein Arm auf den Rücken gebunden und ein Stein am Bein befestigt" wird. Es ist ein System, das den Kapitalismus künstlich (= mit Gesetzen) einengt, ihn beschränkt, ihn teilweise handlungsunfähig macht.

Und die Unternehmen, die demokratisch funktionieren, musst du mir erst mal zeigen. Es gibt zwar einige wenige, doch sie alle zusammen stellen nicht einmal ein Promille der gesamten Menge.

Das Größte Problem, welches ich (und viele andere) im Kapitalismus sehe, ist die Schere zwischen Arm und Reich.

Das ist kein "Problem", sondern ein "lebensnotwendiges Feature" des Kapitalismus. 

Der Kapitalismus kann nur existieren, wenn es ein (möglichst großes) Wohlstandsgefälle gibt. Je "gleicher" der Wohlstand der Menschen ist, desto schlechter wird die Hauptaufgabe des Kapitalismus erfüllbar: Die Akkumulation von Kapital.

Die Folge? Der Kapitalismus verliert seinen zentralen Motor; namentlich die "Lust reich zu werden".

Und vor allem, dass diese [Anm. Schere zwischen Arm und Reich] automatisch immer größer wird. 

Sie ist der Beweis, dass Kapitalismus (zumindest temporär) funktioniert. Und sie ist der "moralische Motor" der Menschen: Sie wollen nicht arm sein. Also gehen sie arbeiten. Und während sie jeden Tag in der Fabrik oder auf dem Feld arbeiten, träumen sie davon, wie gut es ihnen gehen wird, wenn sie sich erst einmal "reich gearbeitet" haben.

Wir Menschen sind so verdammt Geldgierig, dass wir nicht genug haben können.

Das ist nicht richtig. Richtig ist vielmehr, dass es dazu eine ganze Reihe von Studien gibt, die zu dem Schluss gelangen, dass "Reiche" ihr Geld nicht mehr als Geld, sondern als "Werkzeug" (also so, wie der Schneider das Leder und der Metzger das tote Schwein am Haken vor ihm) verstehen. 

Und sie benutzen es, um der Hauptaufgabe des Kapitalismus nachzukommen: Noch mehr Kapital akkumulieren.

Das machen sie nicht aus "Selbstzweck" oder Langeweile. Das machen sie, weil die Gesellschaft sagt: "Aaaaaahhhh, guckt mal! Der ist reich. Das ist ein toller Hecht!" Die Gesellschaft misst also die "Qualität der Mitmenschen" an ihrer Geldbörse. Reiche sind "gute & fleißige" Menschen; Arme (bspw. Hartz-IV-Empfänger) sind "schlechte & faule" Menschen.

Würde man das Gesammte geld der Welt gleichmäßig auf alle 7,x Milliarden Menschen verteilen, würde jeder 8.000-20.000€(von bis, da der genaue existierende Geldbetrag nicht bekannt ist) besitzen.

Ja, für genau einen Tag. (Falls überhaupt so lange.)

Dann würden sich Leute finden, die den Gutmütigeren und "weniger Geldgierigen" ihren Anteil abnehmen würden. Mit Erpressung, mit Mord, mit Diebstahl ... oder mit "wirtschaftlichen Geschäften".

Denn der Kapitalismus - der gesellschaftliche Anerkennung für Reichtum fokussiert - existiert immer noch. Und mit ihm die Moral-Vorstellung, dass Geld nur dann gut ist, wenn es auf dem eigenen Konto liegt.

Wenn wir den Kapitalismus so umbauen würden, dass die Verteilung des Geldes nicht so DERMAßEN ungleich ist, wäre das leben für sehr viele Menschen lebenswerter.

... und der Kapitalismus bräche innerhalb weniger Jahrzehnte zusammen.

Auch, wenn die Propaganda gern anders tönt: Es ist nicht jeder Mensch zum "Unternehmer" geboren. 

Schaue dich einfach nur um: Sehr oft hast du es, dass ein Vater seinem Nachwuchs die Firma vererbt. Und der Nachwuchs ruiniert diese Firma dann mit hoher Geschwindigkeit. 

Da hast du ein klassisches Beispiel von Unternehmer (= Vater, der dazu "geboren" wurde und es beherrscht hat, ein Unternehmen aufzubauen) und "Nicht-Unternehmer" (= Sohn/Tochter, der bzw. die diese Eigenschaften nicht mitbringt und deshalb versagt).

Natürlich ließe sich das Unternehmen meist erhalten: Nahezu jedes Unternehmen hat in seiner Belegschaft Mitarbeiter, die diese "Unternehmer-Gene" besitzen. Doch ihnen gehört der Laden nicht. Und sie können ihn sich auch nicht leisten. Deshalb wird der (unfähige) Nachwuchs die Firma erben. Und der (fähige) Mitarbeiter wird sich schon bald einen anderen Job in einer anderen Firma suchen müssen.

Klar: Auch das könnte man aushebeln. Man vererbt Unternehmen nicht mehr, sondern übergibt sie dem fähigsten Mitglied des Firmen-Kreises, ganz egal, ob "rechtmäßigem Erben" oder Mitarbeiter. 

... doch dann bist du WEIT vom "Kapitalismus" entfernt. Und du zerstörst zugleich die Motivation der Firmen-Gründer, sich überhaupt anzustrengen und eine Firma aufzubauen. Denn der Aufbau beginnt in aller Regel mit Jahrzehnten der Arbeitsüberlastung, des Stresses, des Risikos zu Scheitern. Wozu sollte sich ein Unternehmens-Gründer das antun, wenn er und/oder seine Familie in 20, 30 oder 40 Jahren nichts mehr davon hat und die "Früchte der Arbeit genießen" kann?

PS: Und wie wir alle wissen: Reichtum macht nicht glücklich. Also wäre den Milliardären unter uns auch nicht geschadet.

Wie der Volksmund zu sagen weiß: "Geld macht nicht glücklich. Aber es beruhigt ungemein."

Das Ziel ALLER Menschen ist "Auskommen mit dem Einkommen". Sie wollen "sorgenfrei" leben können und "finanziell abgesichert" sein. Wer diese Stufe erreicht hat, der will auch "gesellschaftliche Anerkennung". Der will vom Nachbarn bewundert werden. Der will Freunde und Feinde beeindrucken.

Und wer "maßlos reich" ist, der ... lebt im Kommunismus. Für den hat Geld keinerlei Bedeutung mehr. Er geht in den Laden und nimmt sich, was er haben will oder zu brauchen meint. Es spielt keine Rolle mehr, ob das, was er da haben will, viel oder wenig Geld kostet. 

Das ist die "gelebte" Definition von Kommunismus. Doch im Kapitalismus reicht Viel nur für Wenige. Das wird durch das existenziell lebensnotwendige Wohlstandsgefälle zwischen Arm und Reich bewirkt. 

Denn ... ach, machen wir ein Gedanken-Experiment: Stelle dir mal vor, ALLE Menschen wären "maßlos reich". Was geschähe dann? Wer würde bei jedem Wetter die Pakete zustellen wollen, wenn Millionen auf dem Konto liegen? Wer würde die Toiletten reinigen? Wer würde die Glühlampe auswechseln? Wer würde die (Luxus-)Autos bauen? Wer würde die Häuser bauen? ... Wer würde all die gesellschaftlich notwendigen Arbeiten leisten, wenn alle "finanziell völlig unabhängig" wären und niemand mehr "Drecksarbeit" machen müsste? 

... Und das ist nur EIN Aspekt der Folgen. Das System bräche umgehend zusammen. Du würdest (vielleicht) in einer Villa leben. Doch du würdest in deinem eigenen Müll ersticken. Und das noch lange, bevor die Waren in den Läden ausgehen, weil niemand mehr morgens um 3:00 Uhr aufstehen will, um sie für dich herzustellen...

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Kurz gesagt: Die Schere zwischen Arm und Reich ist für das gesamte System lebensnotwendig. Und im Angesicht der Tatsache, dass längst nicht mehr alle Menschen zur Erhaltung des Systems notwendig sind, kann man durchaus "Schwund" einplanen.

Alle 10 Sekunden stirbt ein Mensch auf diesem Planeten an den Folgen von Armut. Und? Behindert es dich in irgendeiner Form? Macht es, dass du weniger Geld in der Tasche hast? Macht es, dass die Auswahl in den Läden kleiner wird? 

Nichts dergleichen geschieht, nicht wahr?! Es ist einfach EGAL, ob dieser Mensch nun verhungert oder nicht.

Wichtig ist nur eines: Es müssen so viele "Arme" überleben, dass das System am Laufen gehalten werden kann. ... und das werden immer weniger. Also "systemrelevante und damit systemnotwendige Arbeitskräfte".

Deshalb - und hier schließe ich den Kreis - sind "Demokratie" und "soziale Marktwirtschaft" auch nichts, was der Kapitalismus braucht. Er kommt sehr viel besser ohne diese Dinge aus. Denn es wird IMMER genug Menschen geben, die für die Verhungerten oder an Krankheiten (sinnlos) Gestorbenen nachrücken.

Auch hier ein Beispiel: Stelle dir vor, du besäßest einen Pharma-Konzern. Ganz allein. Niemand könnte dir in deine Entscheidungen reinpfuschen. Nun hast du die Möglichkeit, ein "Krebs-Heilmittel" zu erfinden. Ein ultimatives Heilmittel, das jeden Krebs endgültig heilt. Und deine Kunden müssten nur eine einzige Pille davon nehmen, um gesund zu werden. Obendrein würde die Herstellung dieser Pille nur 1 Cent kosten. 

Was würdest du als Unternehmer, der an seine Familie denkt, tun?

A) Ich würde diese Pille herstellen und für 2 Cent (= 100% Gewinn) verkaufen. 

B) Ich würde das Medikament abschwächen und dann den Verkauf für 3 Euro dauerhaft initiieren, so dass die Kunden diese Pille idealerweise 1x pro Woche einnehmen müssen, um "geheilt" zu sein. Danach würde ich mich zur Ruhe setzen, denn nun verdient sich mein Wohlstand von ganz allein. Ich und meine Familie bräuchten nie wieder zu arbeiten.

In beiden Fällen wärst du "Menschenfreund", denn der Preis für ein Krebsheilmittel, das gerade einmal 3 Euro kostet (und in armen Ländern ja bis auf 1 Cent herunter - beliebig billiger gemacht werden kann), tut niemandem weh und heilt sogar die Menschheit von einer der größten Krankheiten.

Genau das geschieht in der Pharma-Industrie. Nur ist die "Familie" nicht deine Sippe, sondern die "Aktionäre", die ihrerseits Dividenden sehen wollen. Und Dividenden - übrigens: möglichst hoch, denn daran hängt die Altersversorgung der Aktionäre - wollen maximiert werden. MÜSSEN maximiert werden. 

... es gilt auch hier wieder: Nicht der Mensch, sondern das Geld steht im Mittelpunkt des Kapitalismus. Menschen wachsen von ganz allein nach, wenn sie "kaputt" gehen. Gewinne und Dividenden nicht. Deshalb muss man sich um die Gewinne und Dividenden kümmern; nicht um die Menschen. Aus - wie ich ansatzweise gezeigt habe - vielfachen Gründen.

Also ist "Bekämpfung des Wohlstandsgefälles" nicht nur für den Kapitalismus kontraproduktiv und damit schädlich. Es würde obendrein sogar seine Existenz insgesamt bedrohen. 

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Wie also könnte man dieses Ziel erreichen?

Nun, indem du zunächst einmal das gesamte Wirtschafts-&-Gesellschaftssystem hinterfragst und darüber nachdenkst, wie Kapitalismus eigentlich funktioniert ... und ob Kapitalismus wirklich eine "nachhaltige Ordnung" ist, die dauerhaft funktionieren kann.

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Kommentar von islifereaI
18.10.2016, 13:19

Wow! Danke für deine ausführliche Antwort. Ich glaube ich habe den Kapitalismus jetzt nochmal besser verstanden. Leider geht aus diesem Verständnis auch hervor, das es schlicht und einfach nicht Möglich ist den Kapitalismus Menschenwürdiger auszulegen. Das ist sehr schade, aber wohl eine unumgängliche wahrheit :|

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Den Kapitalismus hat niemand gewollt. Er ist im Zuge der fortschreitenden Arbeitsteilung, gepaart mit dem wissenschaftlichen Fortschritt und der dadurch ausgelösten Industriellen Revolution über uns gekommen, obwohl die damals am Ende des Feudalismus Herrschenden, der Adel und vor allem die Kirche sich mächtig dagegen gesträubt haben. Verbunden damit war ja auch eine Bevölkerungsexplosion in Europa, deren erstes Ventil die Besiedlung Amerikas war. Angefangen mit Adam Smith haben dann politisch-ökonomische Theorien Entwürfe geliefert, wie der sich entwickelnde Kapitalismus in "menschliche Bahnen" und Vorteil für alle fortentwickeln könnte. Er ist auch schon vor Marx von den Land- und Grundbesitzern und ihren "Wissenschaftlern" kritisiert worden, die natürlich zu den Verlierern gehörten.

Seit Smith hat es viele wissenschaftlich Vorschläge gegeben, die "Segnungen" des Kapitalismus als sich unaufhörlich fortwälzende ökonomische Entwicklung den Menschen zugute kommen zu lassen und die wilden Entwicklungen zu bändigen: Genutzt hat es nicht viel. Alle Vorschläge, so wie der Deinige, waren idealistisch durchtränkt und haben mit sich (sogar bei Marx) ein idealistisches Menschenbild mitgeschleppt, das sich so in der Realität nie gezeigt hat. Meine Meinung: Solange wir nicht von unserem idealistischen Ross heruntersteigen und uns Menschen mal so sehen, wie wir im Durchschnitt sind (also nicht Mutter Theresa als Maß für alle), das in unsere Handlungssysteme übernehmen, werden viele weiter idealistisch enttäuscht herumjammern, während die Cleverles die Schlupflöscher und Wirkweisen der Realität ausnutzen und sich gegen die unrealistischen Idealisten durchsetzen.

Wenn es Dir gelingt, schon in der 1. Klasse die sich abzeichnende Teilung in dumm/faul und schlau/strebsam aufzuheben, bist Du in Deinem Bestreben, die Aufteilung in reich und arm zu beenden, schon ein Stückchen weiter. Wahrscheinlich wirst Du erkennen, dass schon Mutter Natur das Ungeheuer ist, das die Menschen so ungleich ausgestattet in die Welt entlässt. Dein Vorschlag würde die Welt arm machen. Denn in dem sogenannten Reichtum sind ja die Betriebsvermögen mitgerechnet. Und was soll so ein Hüttenbewohner in Afrika, der gerade mal mit Ziegen umzugehen gelernt hat mit Anteilen an Microsoft? Soll jetzt ein Kuhbauer aus Indien über die Stahlproduktion dort mitbestimmen? Was willst Du manchem Dortmunder Fußballfan zumuten, welche Lasten der Entscheidung über die Forschungspolitik bei Behringer er mittragen soll, wo er gerade mal die Spieler aus Dortmund kennt.

Mit Deiner Illusion in viel kleinerem Maßstab ist doch schon Ludwig Erhard gescheitert, der alle Arbeitnehmer am Kapitaleigentum Schritt für Schritt beteiligen wollte. Ausgerechnet KPD, SPD und Gewerkschaften, die Vertreter der "Arbeiterklasse" sind damals dagegen Sturm gelaufen und haben es zu Fall gebracht. Die wollten ja nicht, dass alle mitregieren, sondern nur ihre eigenen Bosse und so ist es in der DDR ja auch gelaufen. Der Kleine Mann war theoretisch Volkseigentumsbesitzer und hatte ansonsten nichts zu sagen. Und dann haben sie im Sozialismus alles runtergewirtschaftet. Du möchtest also eine heruntergewirtschaftete Welt? Reichtum heißt doch nicht nur "verzehren". Reichtum heißt Macht und Verantwortung. Wer von den Normalos möchte sich denn von morgens bis abends mit den Wirtschafts- und Firmendaten herumschlagen, um dann - wie er meint - die richtigen Anlagen zu treffen? Die meisten wissen doch gar nicht was Geld ist, viel weniger, was Aktien oder Obligationen sind. Reichtum hat auch was mit Wissen, Verantwortung und viel Arbeit zu tun. Das passt nicht in die gefälligen Klischees, ist aber dennoch die Wahrheit.

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Kommentar von berkersheim
18.10.2016, 09:34

Noch nachzutragen: Die Schere zwischen Arm und Reich gibt es nicht erst seit dem sog. Kapitalismus. Die gibt es seit der Steinzeit. Und da war sie viel extremer. Da war sie meist nicht mal an Leistung gebunden sondern an die Geburt z.B. im Adel. Der Unterschied zwischen Arm und Reich war im christlichen Mittelalter extrem viel größer, weil vor allem die Armen so unendlich arm waren, immer an der Überlebensgrenze während sich die Fürsten alles nehmen konnten, hübsche Töchter inclusive (hat der gute Goethe noch von partizipiert!). Lies mal einen gut recherschierten Roman wie DIE SIECHENMAGD, spielt im mittelalterlichen Frankfurt. Dann reden wir weiter.

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Mir fällt dazu gerade der Länderfinanzausgleich ein. Dieser sorgt in Deutschland dafür, dass alle Bundesländer UNGEFÄHR gleich wohlhabend sind. 

Ich würde mir den Kapitalismus in der Zukunft folgendermaßen vorstellen, wenn alles optimal läuft: Jede Region hat bestimmte vor-und nachteile. Würde man diese gut abwägen, könnte jeder Region eine Aufgabe zugeteilt werden(z.B. Landwirtschaft, Energiegewinnung, Industrie). Nun gibt es einen Festgelegten wert, was jeder Mensch pro stunde verdient. Die die viel arbeiten haben somit viel geld. Nicht jede Arbeit sollte gleich gut bezahlt sein. Es müsste objektiv Ausgearbeitet werden, wie viel mehr z.B. jemand verdient, der sein Leben mit der Arbeit riskiert. 

Es wäre keineswegs so irreal wie der Kommunismus, und es würde trotzdem keine überreichen geben, da der Besitz klar mit der vollbrachten Arbeit gekoppelt ist (und somit auch mit der Produktivität, die man der Gesellschaft beisteuert).

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Kommentar von Xentox501
18.10.2016, 01:25

Ach, und wichtig wäre natürlich noch, dass es so etwas wie die Börse nicht mehr geben dürft, da ja der Sinn an meinem erdachten Prinzip ist, dass JEDER für sein Geld etwas produktives geleistet haben muss. (Anstatt dass er weiß, wie man am besten durch unproduktive Tätigkeiten Geld verdient)

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Kommentar von kevin1905
18.10.2016, 01:32

Würde man diese gut abwägen, könnte jeder Region eine Aufgabe zugeteilt werden(z.B. Landwirtschaft, Energiegewinnung, Industrie).

Das passiert im Kapitalismus idealerweise automatisch, nennt sich Handel.

Freihandelsabkommen können dabei helfen! =)

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Kommentar von islifereaI
18.10.2016, 01:34

Hey, danke für die Antwort! auf so etwas habe gehofft. Auch wenn dein System noch viele Lücken hat, zeigt deine Antwort, dass du verstanden hast, wonach ich suche.

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Kommentar von Wischkraft1
18.10.2016, 01:57

Arbeit ist für dich nur biblisch. ...im Schweisse deines Angesichts... oder so ähnlich.
Man kann aber auch ganz entspannt ein Bild malen, weil man das kann und verkaufen, weil andere das schön finden; ein paar Töne aus einem Instrument (auch Stimme) herausbringen und das verkaufen, weil andere das gut finden oder eine Idee haben, die eine Tätigkeit erfolgreicher, leichter, qualitativ besser macht und die verkaufen, weil andere das gut finden.

Hast du gelesen? .....weil andere das gut, schön erstrebenswert etc finden!

Das ist Marktwirtschaft.

Der eine macht etwas, das andere wollen und letztere sind bereit, dafür zu zahlen. Welche Tätigkeit jetzt gerade mehr Wert ist, bestimmt die Zeitgeschichte, bestimmt der Markt.
Ein andererer kümmert sich um die Entwicklung der Firmen, wie stehen sie, was produzieren sie, machen sie Produkte, die gefragt sind und wie sind diese Firmen bewertet? Er findet heraus, dass eine Firma weniger gut bewertet ist und Potenzial hat,und kauft Anteile dieser Firma    -    und wird reich damit, ohne einen Finger krumm gemacht zu haben.  - Aber er nutzte sein Wissen.
Gleichheit
Existiert nicht. Sonst wären alle blond blauäugig und 1m87, könnten alle 100kg stemmen und 100m in 7 Sekunden laufen, hätten einen IQ von 100.

Die Vielfalt machts doch. Der eine kann dies, der andere das. Manchmal ist dies gefragt, manchmal jenes mehr. Entsprechend schwankt der Preis dafür.

In einem guten Staat werden Exzesse geglättet, wachsen Bäume nicht in den Himmel, deshalb die Steuerprogression. Klar doch, dass es Berufe gibt, die dieses Regelwerk versuchen zu umgehen und Vorteile daraus ziehen, Stichwort Steuerschlupflöcher. Berater ist aber auch ein Berufszweig wie der Klempner.

Gerechtigkeit? Richtig?
Tja, auch dafür gibt es Berufe, die das herausfinden, was das ist. Jedenfalls keine abslute Grösse, eher ein Zeitwert, wie die Mode. Mal ist Todesstrafe en vogue, manchmal werden Täter zu Opfer gemacht.

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Machen wir mal ein Gedankenexperiment:

Nehmen wir mal an, mit einem Hammerschlag haben wir die beschriebene Situation herbeigeführt. Was meinst Du was wären die Folgen?

Stelle Dir mal vor, jemand muss mit solchen relativ sehr kleinen Beträgen ganze Unternehmen führen, Investitionenin Mio-Höhe tätigen, Gehälter zahlen usw.

Wie Du siehst, ist alles nicht so einfach und "sinnvoll", wie es scheint.

Günter

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In welcher Traumwelt lebst du denn eigentlich? Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ausgerechnet im Kapitalismus groß umverteilt wird. Das widerspräche ja immens dem Wesen dieser Gesellschaftsordnung, es wäre gewissermaßen die Quadratur des Kreises.

Soziale Marktwirtschaft ist nur ein Schlagwort und dient der Volksverdummung. Ähnlich isses mit der bürgerlichen Demokratie, die der breiten Masse herzlich wenig nutzt. Ich kann nun nicht sagen, dass ich von ihr einen Nutzen bis jetzt hatte.

Ob der Kapitalismus gut oder schlecht ist, ist fast ausschließlich ne Frage des Portmonnais, nämlich wieviel darin steckt. Für arme und bewcheiden lebende Menschen ist er keinesfalls "gut", für Wohlahbende und Reicher ist er der wahre Segen. So wie du vorgehst, nämlich völlig weltfremd und nutr abstrakt, kann keine gescheite Bewertung rauskommen.


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Nennt man das dann nicht kommunismus?

Das grundproblem des kapitalismus ist die stetige kapitalvermehrung. Das stetige wachstum. Und das führt unweigerlich zu dem was wir heute haben. Nämlich waren mit geringer lebenzeit/haltbarkeit.

Arbeiter die trotz millionen gewinne entlassen werden damit die dividenden, aktien oder sontwas steigen...

Märkte müssen meiner meinung nach reguliert werden. Wr hilfe vorm absturz will muss auch die auflagen in kauf nehmen. Die hätten den banken schon längst das spekulieren verbieten sollen. Gerade weil man sie nicht pleite gehen lassen kann.

Das ist auch so eine doppelmoral im kapitalismus. Ausbeuten und risiken eingehen und wenns dann daneben geht rumheulen und auf rettung vom staat hoffen.

Deswegen mehr grundsätzliche vernünftige regulierung um den wettbewerb zu fördern. ggf. standards zu qualitäts und haltbarkeiten entwickeln. Und wachstum verlangsamen bzw. sinnvoll herbeiführen.

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Kommentar von felixuser
18.10.2016, 01:05

Na, Ja Kommunismus nicht grade, eher Sozialismus, aber was ich feststellen muss das scheinbar viele Menschen die im Kapitalismus leben, keinerlei Ahnung haben um was es sich dabei eigentlich handelt.

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Kommentar von kevin1905
18.10.2016, 01:30

rettung vom staat

Ist am Kapitalismus nicht vorgesehen. Scheitern ist elementarer Bestandteil der Selbstregulierung des Marktes.

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Der Kapitalismus frisst bereits seine Eingeweide, siehe Amerika. Er ist am Ende. Er basiert auf Wachstum, doch wir haben nur diese eine Erde. Daher werden noch viele vor die Hunde gehen, bevor eine andere Wirtschaftsform ihren Einzug halten wird.

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Grundsätzlich macht es nicht viel Sinn, ein gesellschaftliches System perfektionieren zu wollen, weil jedes System immer nur so gut ist, wie die Menschen, die darin leben. 

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Was du beschreibst hat nichts mit Kapitalismus zu tun, eher mit Kommunismus.
Kapitalismus ist darauf ausgelegt, dass es Verlierer und Gewinner gibt. Die Erde hat halt nur begrenzte Rohstoffe, wenn es keine Entwicklungsländer und Mindestlöhner gäbe, könnten wir niemals so in Saus und Braus leben, entweder es herrscht Kapitalismus, oder wir lernen nicht mehr so Konsumgeil zu leben.

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Der Sozialismus als absolutes Gegenteil des Kapitalismus ist zu verteufeln.

Ich sehe kein Problem in der Schere von Arm und Reich, die gehört im Kapitalismus auch dahin. Lässt sich in einem fairen System nicht verhindern.

Was du beschreibst, hat gar nichts mehr mit dem Kapitalismus zu tun, du kannst nicht einfach Leuten ihren Besitz nehmen, weil andere ihn viel dringender brauchen. Was für ein hirnrissiger Grund ist das denn?

Reichtum macht glücklich.

Lass den Menschen ihr Geld das sie verdient haben, es ist egal wie viel es ist. Wenn ein Mensch 3 Milliarden an der Börse erwirtschaftet dann hat er sie auch verdient, und wenn er davon nichts spenden will dann ist das halt so. Wenn man ihm sein Vermögen wegnimmt um es auf der Welt zu verteilen, dann ist das Diebstahl, egal ob Menschen damit geholfen wird. Es ist trotzdem Diebstahl und unrechtmäßig.

Die Welt, in der die Reichen hinter den Armen aufräumen und denen ihr Leben ermöglichen sollen ist eine Scheißwelt! Genauso sind die Steurklassen Bullshit. Wozu gibt es denn überhaupt prozentuale Einkommenssteuer wenn das dann doch nicht gerecht ist?? Man sollte einen einheitlichen Prozentsatz zahlen, wenn Menschen wirklich gleich sind, aber anscheinend sind die Armen wichtiger als die Reichen, was einfach nur unnatürlich ist.

Nur weil Leute Geld haben heißt das noch lange nicht, dass sie deswegen jeden anderen Mitmenschen durchfüttern müssen und wenn doch sollten sie das mit Zinsen zurückbekommen.

Unser Sozialsystem sollte nur dazu dienen, kranke Menschen und Rentner aufzufangen aber doch nicht jeden.

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Kommentar von ThenextMeruem
18.10.2016, 00:57

Große Konzerne wie Nestlé und co. haben sich ihr Vermögen ja auch alle fair und gerecht verdient wie wir alle wissen, Ausbeutung und Menschenunwürdige Bedingungen? Nein sowas gibt es nicht.

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Kommentar von islifereaI
18.10.2016, 00:59

Meine frage war auf die gesammte Menschheit bezogen. All diejenigen in Afrika, Bangladesh, China denen WIR VERDANKEN, dass ein T-Shirt 5€ kostet und nicht 100€, sollte ein ebenso gutes Leben ermöglicht werden. 

Die Welt, in der die Reichen hinter den Armen aufräumen und denen ihr Leben ermöglichen sollen ist eine Scheißwelt!

Ja, für die derzeitig Reichen, zu denen du ziemlich sicher zählst. Das leben könnte genauso schön sein, auch wenn das geld fairer verteilt währe.

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Kommentar von felixuser
18.10.2016, 01:00

 3 Milliarden an der Börse erwirtschaftet dann hat er sie auch verdient, und wenn er davon nichts spenden will dann ist das halt so. Wenn man ihm sein Vermögen wegnimmt um es auf der Welt zu verteilen, dann ist das Diebstahl, 

Wenn ich jetzt also klauen gehe und es mir wieder jemand nimmt ist das Diebstahl und ungerecht.

Faszinierende primitive Sichtweise, des römische dekadenten Endzeit Kapitalismus.

Wie wäre es mit einer Kandidatur als "Kanzler der Evoluzzer213" oder Josef Ackermann Ersatz, die suchen grade händeringend Prügelknaben. ^^ 

Du hast definitiv das zeug den Crash, auch noch um 50% zu beschleunigen. 

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