Wie könnte eine "gerechtere" Gesellschaft aussehen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe ein bisschen Probleme mit Deiner Frage. Du definierst eine gerechtere Gesellschaft als eine Gesellschaft, die den Menschen Geborgenheit, Sicherheit, etc. vermittelt. Klare Sache: das sind absolut anstrebenswerte Attribute einer Gesellschaft. Sie haben aber meines Erachtens nicht primär mit Gerechtigkeit zu tun. Sondern eher mit Menschlichkeit, Gemeinschaftssinn, vielleicht auch mit religiösen Inhalten.

Gerechtigkeit heisst für mich, dass jeder eine faire Chance hat. Oder auch zwei, oder drei. Wenn aber jemand alle seine Chancen vermasselt, und es ihm dann richtig schlecht geht, dann kann das meines Erachtens durchaus gerecht sein. Nur eben nicht menschlich, solidarisch, nächstenliebend, ...

Ich antworte daher in zwei Teilen:

Eine gerechtere Gesellschaft kann meines Erachtens daraus entstehen, dass einerseits in den Schulen, in den öffentlichen Debatten, in der Presse, in der Politik, in der öffentlichen Verwaltung, in den Unternehmen etc. viel stärker die Hilfe zur Selbsthilfe gefördert wird. Und dadurch, dass die Politik ganz intensiv darauf achtet und durch entsprechende Gesetzgebung untermauert, dass die Ausweitung von Macht und Einfluss einzelner Menschen/Gruppen/Unternehmen/Institutionen zu Lasten anderer sehr, sehr eng begrenzt bleibt. Hier gibt es sehr viel Nachholbedarf - das Kartellrecht beispielsweise ist hier meines Erachtens viel zu lasch.

Eine menschlichere, solidarischere, verantwortungsvollere (z. B. gegenüber der Umwelt), sicherere, angenehmere Gesellschaft zum Leben für Dich und mich und alle anderen kann aus einem gemeinsamen entsprechenden Leitbild in einer Gesellschaft entstehen. Da habe ich aber NULL Ahnung, wie man einer Gesellschaft zu einem gemeinsamen Leitbild verhelfen kann. Gegenwärtig passiert das Gegenteil (die Wertvorstellungen, das Weltbild, die Lebensmodelle, die Ideale, ... driften in unserer Gesellschaft immer weiter auseinander). Ich erkenne nichts, was diesen Trend umkehren könnte. Meines Erachtens können hier Politik, Institutionen und Bildungswesen nur Rahmenbedigungen schaffen, um ein einigermaßen verträgliches Miteinander der verschiedenen Strömungen zu bewirken. Ich denke, hier in Deutschland machen wir das relativ gut - im Gegensatz zu diversen anderen Ländern.

"Die Frage ist nicht für Jammerlappen und Versager, welche schreiben, dass etwas nicht funktioniert. Mit solchen Kleindenkern habe ich nichts gemeinsam.

Vllt. etwas freundlicher mit seinen Mitmenschen  umgehen

Wer kein Jammerlappen und Versager ist - sein will, denn bis auf seltene Fälle von Depression oder anderer psychischer Erkrankungen hat man das zumindest teilweise selbst in der Hand - ist nicht angesprochen.

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Generell halte ich von Menschen, die immer gleich wissen, dass "etwas" nicht geht nicht sehr viel und meide diese.

Dennoch kann ich dir mit

"Vllt. etwas freundlicher mit seinen Mitmenschen  umgehen"

sehr wohl recht geben.

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Das muesste meiner Meinung nach in erster Linie eine solidarische Gesellschaft sein, ein Wert, der in Deutschland zweitrangig geworden ist.

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