Wie könnte eine Formel für die Berechnung des Einsatzes einer Verlustprogression lauten (Sportwetten)?

1 Antwort

Mit 2,8 bis 4,2 meinst du die Quoten für "unentschieden richtig vorhersagen", oder?

Du willst eine Formel, die dir angibt, dass nachdem du in Wette 1 Summe X mit Quote Q1 verloren hast, du dann eine Summe Y in Wette 2 mit Quote Q2 setzst, bei der du im Gewinnfall Summe X, Summe Y und dazu noch einen Reingewinn R hast, verstehe ich das richtig?

Die Quote Q1 des ersten Verlustes spielt dafür keine Rolle, schließlich
ist es egal, mit welcher Quote du verlierst, die Quote hat nur im
Gewinnfall Auswirkungen.

Die allgemeine Form wäre dann:

Y * Q2 = X + Y + R
Y * Q2 - Y = X + R
Y * (Q2 - 1) = X + R

---> Also Summe Y mal Quote minus 1 gleich Summe X + Reingewinn R
---> Dann X, Q2 und R einsetzen und nach Y auflösen

Für dein Beispiel, X = 5€, Q2 = 2,9 und R = 10€ (nicht allgemeingültig!) wäre das:

Y * (2,9 - 1) = 5 + 10
Y * 1,9 = 15
Y = 15/1,9 = 7,90€ (aufgerundet)

---> heißt du bekommst im Gewinnfall 22,91€ raus, das entspricht in etwa 5€ + 7,90€ + 10€

Im Übrigen, ich will ja echt nicht den Klugscheißer raushängen lassen und es ist ja schön, dass du es immerhin versuchst "mit Strategie" zu machen, aber lohnen wird es sich langfristig auf keinen Fall. Schließlich sind die Quoten so angelegt, dass das Wetthaus langfristig immer gewinnt, weil man im Mittel immer ca. der realen Wahrscheinlichkeit (dem "echten" Erwartungswert) entsprechend gewinnt, die Quoten aber noch eine Gewinnmarge drin haben. Solche Strategien sind nur Zahlendreherei, statistische Gesetze kann man nicht "austricksen". Jedes mal, wenn du verlierst, wird der zum "ausgleichen" nötige Einsatz und damit das Risiko größer, genau wie bei allen anderen Wettstrategien.

Wow, vielen Dank!

Super, so lässt es sich tatsächlich berechnen.

Aber dass sich das deiner Meinung nach auf lange Sicht nicht lohnen wird, verstehe ich nicht.

Selbst wenn ich mit 2 € Einsatz anfangen würde und meinen Einsatz nach jeder verlorenen Wette um 75 % steigere, habe ich trotzdem einen ganz klaren Reingewinn.

Beispiel:

Einsatz: 2 € - verloren, Einsatz 3,5 € - verloren, Einsatz 6,13 € - verloren, Einsatz 10,73 € - verloren, Einsatz 18,78 € - verloren, Einsatz 32,87 € - verloren, Einsatz 57,52 € - verloren, Einsatz 100,66 - 281,85 € gewonnen mit Quote 2,8 (absichtlich eine extrem schlechte Quote für Unentschieden genommen).

Die Summe aller Einsätze beläuft sich auf 232,19 €.

Der Reingewinn beträgt also 49,66 €.

Im Normalfall würde die Quote, mit der ich wahrscheinlich gewinne, über 3,0 liegen, weshalb der Reingewinn dann nochmal größer wäre. Außerdem ist es unrealistisch, dass ein Team, das extra für Unentschiedenwetten ausgesucht wurde, 7 Spiele aufeinander kein Unentschieden bringt. Aber man könnte ja selbst Bayern nehmen, die vielleicht 16 Spiele am Stück kein Unentschieden bringen. Selbst wenn man immer um 50 % erhöhen würde, würde der Reingewinn beim Unentschieden im 17. Spiel extrem hoch sein, da die Quoten für ein Unentschieden bei den Bayern in der Liga immer sehr hoch ist. Man muss natürlich erstmal das Geld für die 16 Spiele auslegen, aber im 17. hat man doch den Einsatz plus einen satten Reingewinn gewonnen. Also warum würde sich das auf lange Sicht nicht lohnen? Das einzige "Problem" ist das Kapital, aber dafür sollte man vor Beginn dieser Wettstrategie sorgen.

Es gibt hier kein Risiko, wenn man ein hohes Kapital hat. Nenn mir eine europäische Mannschaft, die in einer Saison nicht Unentschieden gespielt hat.

Trotzdem herzlichen Dank für deine Mühen. :)

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@Lesius

Wenn du "unbegrenzt" Kapital hast, mag da sicherlich etwas dran sein. Aber das Problem ist, wie ich finde, das zu hohe Risiko. Du musst nur einmal "im großen Stil" Pech haben und dann bist du viel Geld los.

Ich kenne mich mit Sport nicht aus und weiß nicht, wie häufig in etwa ein Unentschieden vorkommt. Wenn es sagen wir mal jedes fünfte Spiel vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit für 20 mal kein Unentschieden hintereinander zu bekommen (4/5)^20 = 0,011529 = ca. 1,15%. Also durchschnittlich jedes 87ste mal. Wenn unentschieden nur jedes zehnte mal vorkommt, ist es sogar (9/10)^20 = 12,16% Risiko, jedes 8,2-te mal.

Die aufsummierte Summe (der zum Ausgleich nötige Einsatz) wird schnell extrem groß, das ist aufgrund der Formel so. Mal als Beispiel, die Quote ist immer 3 und der erste Einsatz war 5€, der angestrebte Gewinn bleibt immer 10€:

Für das zweite Spiel sind wir bei 5 + 5/2 = 7,50 um alles auszugleichen.

Beim dritten Spiel ist es schon 7,50 + 7,50/2 = 11,25

Beim vierten 11,25 + 11,25/2 = 16,875

Beim fünften 16,875 + 16,875/2 = 25,3125

etc...

Der Einsatz ist immer das 1,5-fache der vorherigen Runde, gegeben die Quote bleibt immer 3. Als Funktion wäre das also:

f(x) = 5 * 1,5^(x-1)

mit x = Anzahl der verlorenen Spiele. Man muss erst ab dem zweiten Spiel vorherige Verluste ausgleichen, deshalb (x-1).

Wenn du jetzt Zahlen einsetzt, siehst du, wie schnell die Summe extrem groß wird.

Z.B. Für die 10te Wette bräuchtest du 192,22€

Für die 15te Wette 1459,65€

Und für die 20ste Wette 11084,19€

Und wie bereits oben beschrieben, ist die Gefahr dafür (je nach Wahrscheinlichkeit für Unentschieden, ich kenne mich da nicht aus) zwar recht gering, aber durchaus möglich. Mir wäre das zu riskant. Nicht dass es nicht Spaß machen würde, darüber zu spekulieren, wie viel man mit theoretischen Einsätzen und Chancen gewinnen könnte, aber mit echtem Geld so hoch zu pokern halte ich für gefährlich. ;) Gerade solche "Verlustausgleichsstrategien" verleiten dazu, extreme Risiken einzugehen, die man sachlich gesehen niemals eingehen würde.

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