Wie können Verteidiger damit leben, dass sie überführte Vergewaltiger und Kinderschänder verteidigen müssen?

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14 Antworten

Sie schalten einfach Gefühle ab und ziehen ihren Job sachlich durch. 

Wenn "solchen Typen" so etwas wünschst, stellst Dich mit den Kinderschändern auf eine Stufe.

Wie die das können? Indem sie keine Nähe zulassen, sondern das ganze als notwendige Arbeit betrachten, die es nun einmal ist.

Genauso ist das mit anderen Tätigkeiten, die neben sozialem Umgang auch eine gewisse Härte erfordern, wie fast alle medizinischen Berufe, wo einem Kunden oder Patienten öfter eine Nachricht überbringen musst über den Tod, entweder seinen eigenen oder den eines Angehörigen.

Wenn solche Notwendigkeiten zu nahe an Dich heranlässt, wirst früher oder später daran verzweifeln, also musst Distanz wahren.

Man müsste ihnen das natürlich nicht wünschen, das mal zu aller erst. Das Kind und die Ehefrau haben doch nichts damit zu tun und der Verteidiger hat auch nichts schlimmes gemacht.

Der Verteidiger hilft dem Angeklagten sich den Gesetzen entsprechend vor Gericht zu behaupten.

Würde es keine Verteidiger geben, dann würden vermutlich viel mehr Unschuldige bestraft werden, nur weil sie keine Erfahrung haben, wie sie sich vor Gericht ausdrücken müssen.

Somit macht der Verteidiger seinen Job, ob der Angeklagte schuldig oder unschuldig ist. Ich finde deshalb sollte man den Verteidiger nicht als "böse" ansehen.

Liebe/r boneclinks.

Sie trennen einfach Privat von Geschäft. Ausserdem sind manche Verteidiger Pflichtverteidiger und müssen verteidigen, zumindest tun diese es, einfach um Geld zu verdienen und ihre Familie damit zu ernähren. Andere wiederum lehnen eine solche Verteidigung rigoros ab.

Weiterhin gilt bis zur letztinstanlichen Rechtsprechung die Unschuldvermutung, so dass der Anwalt sich damit besänftigen kann, bis eben zum Ende dieser. Aber auch darüber hinaus, wenn sich später herausstellt, dass diejenige Person unschuldig war. 

Wie lebt es sich damit dann? 

Es hat sich sehr oft herausgestellt, dass keine Vergewaltigung vorgelegen, sondern aus welchen Gründen auch immer, eine Vergewaltigung vorgetäuscht wurde. Dies zu berücksichtigen, ist nun einmal der Anwalt auch verpflichtet.

Ob nun jeder Anwalt damit am Ende tatsächlich leben k a n n, ist eine nur von diesem zu beantwortende Frage.

Ob er mit Mord, Totschlag, Kindesmissbrauch, Fahrerflucht, wenn irgendwer dabei starb, perversen Straftaten oder oder, oder,  vielleicht mit einer Unschuld seines Mandanten, den dieser nur ungenügend verteidigte, Leben kann, wahrscheinlich auch soll, wird nur vom Anwalt beantwortet werden.

ist vielleicht eine Antwort für Dich, die gleichzeitig zum Nachdenken aufruft. 

Du erkennst vielleicht daran, mit welchen Problemen ein Anwalt, über Deine Frage hinaus, zu kämpfen verpflichtet ist.

Liebe Grüße

Typen geschändet wird, den sie gerade aus dem Knast rausboxen wollen

Genau das ist nicht die Aufgabe eines Verteidigers.

Er trägt wesentlich dazu bei, dass Recht gesprochen wird indem er versucht, die Beweisführung der Anklage in Frage zu stellen oder zu widerlegen.

Auch dem besten Verteidiger gelingt es nicht, bei eindeutiger Sachlage am Strafmaß etwas wesentlich zu ändern.

Das liegt nicht zuletzt daran, weil Gesetze das Maß festlegen und ein Richter gar nicht anders kann, als diesem Rahmen zu folgen.

Ich denke mal es liegt daran, dass auch Beschuldigte in einem Strafverfahren Rechte haben. Zum Beispiel das Recht auf Verteidigung. Es könnte auch sein, dass ansonsten ein Unschuldiger verurteilt wird oder das Strafmaß zu hoch gesetzt wird. Es sollte ja für Tat und Schuld angemessen sein. Auch wenn diese Berufsgruppe oft nicht auf sehr viel Gegenliebe stößt, heißt es nicht automatisch, dass sie die begangene Tat gut heißen.

Auch Vergewaltiger und Kinderschänder haben Anrecht auf ein faires Verfahren. Dafür sind Verteidiger wichtig. Auch wenn Ich persönlich - und du offensichtluch auch nicht - das nicht tun möchte, ist es nichts Unmoralisches, sondern entscheidend in einem Rechtsstaat.
Was wäre die Alternative? Bestrafung aufgrund des Volkszorns?

Mit Deiner Einstellung bist Du so erbärmlich wie jeder Kinderschänder. Weil Du unser Rechtssystem schändest. Eines der höchsten Güter, das wir haben.

Eigentlich müsste man solchen Verteidigern ja wünschen, dass ihr kleines Mädchen auch von genau so einem Typen geschändet wird,

Du meinst also, es würde der Gerechtigkeit dienen, wenn das Mädchen vom Verteidiger geschändet würde? Wieder stellst Du Dich mit den Kinderschändern auf die gleiche Stufe.

Ein Pfeiler unseres Rechtssystems ist die Unschuldsvermutung. Erst in einem Gerichtsverfahren kann Schuld rechtssicher festgestellt werden. Bis zum Urteil hat jeder als unschuldig zu gelten und das Recht, von einem Anwalt vertreten zu werden.

Anwälte, die solche Täter verteidigen müssen, werden das sicher nicht gerne machen. Aber sie dienen eben nicht nur dem Täter, sondern vor allem dem Rechtsstaat.

Das Ist ihr Job. Dafür bekommen sie Geld. Nach deinem Prinzip gäbe es den Beruf des Verteidigers nicht, weil er ja Menschen vertreten muss, die böse, böse waren....

Es ist was anderes ob jemand ein Auto klaut oder eine Scheibe einschmeißt oder ob er Kinder schändet.

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@boneclinks

Richtig und dafür gibt es auch unterschiedliche Strafen.

Diebstahl -> Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren

Sachbeschädigung -> Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren

Sexueller Missbrauch von Kindern -> Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren.

Aber auch bei schweren Straftaten gibt es in einem Rechtsstaat das Recht auf ein faires Verfahren.

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Naturlich ist das eine schlimmer. Aber Straftat bleibt Straftat. Egal, was jemand gemacht hat, vom Gewissen her dürfte kein Verteidiger jemanden helfen (außer vielleicht beim erstvergehen).

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Nicht jeder muss das. Man kann die Leistung auch ablehnen. Davon abgesehen, ist vor Bezahlung vielen wichtiger.

Die letztendliche Überführung muss durch ein geordnetes Gerichtsverfahren betsätigt werden, um dann ein entsprechendes Urteil fällen zu können....

Das liegt - Gott sei Dank - in unserem Rechtssystem, dass jeder Mench vor Gericht solange als unschuldig zu bewerten ist, bis ihm das Gegenteil bewiesen werden kann...

Stell Dir vor, die Polizeiarbeit war falsch und fehlerhaft, schlampig durchgeführt usw. - der vermeintliche Täter wäre nach Deiner Rechtsauffassung bereits hingerichtet worden (vermute mal, dass Du auch für eine Todesstrafe für diese Form von Täter bist)...

Es ist ja auch häufig so, dass vielen Angeklagten ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt werden. Das bedeutet, der Pflichtverteidiger muss, wenn er seinen Lebensunterhalt nicht verlieren möchte, die Verteidigung aufnehmen...

Wer maßt sich dann an, diesen zu verurteilen?

Sie trennen das dann: Job - Privat...

Man kann den ersten Paragraphen des Grundgesetzes 'Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.' nicht einfach verbiegen, wie man möchte, sondern sie gilt für jeden einzelnen Menschen; auch für Täter...

Wenn Du mit dieser Form des Humanismus nicht zurecht kommst, dann solltest Du Dir über Dein Menschenbild und Weltbild Gedanken machen....

Gruß Fantho

Geld regiert die Welt außerdem raten sie ihnen meistens dazu zu gestehen um die Strafe möglichst klein zu halten -> wie im Fernsehen wird im echten Leben nichts sein.

Mal davon ab, dass man dem Opfer (also bei Vergewaltigung und so, Mord natürlich nicht) die Aussage ersparen kann bei geständigem Täter und das ist für die Opfer auch ein sehr wichtiger Aspekt.

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Du sagst es.  

Sie tun ihren Job.  

Sie machen nur ihre Arbeit. Auch Kriminelle haben ein Recht auf einen (fairen) Prozess. Nicht selten werden auch Leute beschuldigt, die eigentlich unschuldig sind.

Findest du nicht, dass man solchen Leuten einen solchen Verteidiger geben sollte?

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