Wie können Soldaten Gnadenlos töten und gleichzeitig in der Lage sein bestimmte Personen aufrichtig zu Lieben?

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11 Antworten

Durch die Trennung in "Uns" und "Die". Das wird in unserer Welt überall gemacht. Da gibt es Nationen, Wirtschaftsräume, Geschlechter, Sexualitäten, Handelszonen, Kontinente, Hautfarben, Religionen und, und, und. Durch alle diese Unterscheidungen und Trennungen gibt es ein "Wir" als Menscheit wenn überhaupt nur förmlich, behaupte ich.

Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie diese Unterschiede Kriege und Leid verursachen, Konflikte anheizen und Menschen dazu bringen, die abscheulichsten Taten zu begehen.

Beispiel: Ein Vater liebt seine ganze Familie. Er erfährt, dass sein Sohn homosexuell ist. Er tötet seinen Sohn.

Wie kann ein Vater seinen eigenen Sohn, sein eigenes Kind, töten, welches er vor dem Coming Out noch liebte ?
Seine Vorstellung von dem, was "Homosexualität" ist, könnte ihn dazu verleiten, sein kulturelles Umfeld könnte es als Schande und Beschmutzung der Ehre sehen.

Im Krieg ist es nicht anders. Den Soldaten wird ein Bild von "Gut" und "Böse" eingebläut, an dem sie sich festhalten und welches es ihnen ermöglicht, ohne Gnade Gegner zu töten. Ein Beispiel sind die Gräueltaten des IS. Ich war fassunglos, als ich Beschreibungen von Geißelnahmen und Exekutionen gelesen habe. Wie kann ein menschliches Wesen so etwas einem anderen menschlichen Wesen antun ? Psychologie ist sehr mächtig und kann benutzt werden, um Menschen gezielt so zu manipulieren, dass sie "das Böse", das kein Mensch mehr ist, bekämpfen können, gleichzeitig aber "das Gute", wie das Vaterland und ihre Familie, lieben können. Das ist eine unvorstellbare Machinerie an Illusionen, die auch jetzt überall allgegenwärtig ist, in den unterschiedlichsten Formen, nicht nur auf "Gut und "Böse" bezogen, beispielsweise auch, was Schönheitsideale angeht.

Prinzipiell gibt es eine Grundhemmung im Menschen zu töten; die sehen
wir auch im Krieg. Vielen Soldaten empfinden diese Hemmung und schießen absichtlich daneben. Damit Krieg als Form des Massentötens funktioniert, muss man den Menschen als Feind, als Nicht-Menschen etikettieren. Es geht darum: Wer überlebt – du oder ich? Hier kommt es plötzlich zu einer Gruppensolidarität, die das Subjekt freisetzt und seine Tötungshemmung aufhebt.

http://www.tagesspiegel.de/wissen/gewalt-ueberfaellt-den-menschen/3849336.html

Ich wage jetzt mal zu behaupten, dass ganz allgemein nicht alle Soldaten immer sofort auf den Abzug drücken. Auch unter Soldaten gibt es etwas wie moralische Bedenken. Und ich bin überzeugt davon, dass es welche gibt die eben nicht schiessen. Man muss aber auch sehr wohl unterscheiden woher die jeweiligen Soldaten stammen. Ihre Herkunft, ihre Kultur, ihre Ausbildung usw. wird sehr viel dazu beitragen wie sie sich verhalten. Und natürlich spielt auch Indoktrination und Hass eine sehr große Rolle. 

Es hat etwas mit der menschlichen Psyche zu tuen und der Evulotion. Früher mussten die Urzeitmenschen Tiere töten, um zu überleben. Auch früher in den Kriegen zB im Alten Rom. Außerdem verfügt jeder über ein Verlangen nach Macht und Unterdrückung. Es liegt nicht an der Person, sondern Evulotion und Physe. Trotzdem hat jeder die Fähigkeit zu lieben.

Genauso, wie du das kannst, wenn du jemanden tötest, den du hasst und für die Bedrohung schlechthin hälst. Du hättest ja vielleicht auch geringere Hemmungen so einen Folterer aus einem nordkoreanischen Arbeitslager zu töten und trotzdem wen zu lieben.

Abgesehen davon ist Empathie ziemlich persönlichkeitsbedgingt. Viele empfinden sie nur sehr schwach und manche gar nicht. Die könnten quasi jeden töten, aber dann allerdings auch niemanden wirklich lieben.

Fischa01 14.07.2017, 23:16

Ja aber es ist doch ein unterschied einen feindlichen Soldaten zu töten oder Zivilisten die dir nichts getan haben.

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Sind sie das? Ich denke mir, sie empfinden Liebe zu ihren Kindern, Angehörigen, etc...solange es so läuft, wie sie das wollen.

Sehr "beeindruckend" fand ich mal das Interview von Höss, dem Lagerkommandanten von Auschwitz. Er war ein liebender Vater seiner Kinder. 

Er wurde dann gefragt, warum er sich am Holocaust beteiligt hätte, und er antwortete: "Weil das ein Befehl war."  Und der Interviewer fragte weiter: "Und was denken Sie nun darüber?"
Und Höss antwortete: "Jetzt denke ich da anders drüber. Sie sind ja die Sieger  und jetzt denke ich so wie Sie."

Und dann bohrte der Interviewer nach und fragte: "Hätten Sie auch Ihre eigenen Kinder getötet, wenn es ihnen befohlen worden wäre?"

Höss war sehr verblüfft über diese dumme Frage: "Ja sicher, "antwortete er. "Wenn es doch ein Befehl war. Befehlen muss man gehorchen."

Soviel zum liebenden Vater.

So sind Menschen seit Jahrtausenden. Liegt in der Natur.

Da ist jeder Mensch anders... Doch (auch wenn es ein Vorurteil ist...) würde ich so einem Menschen nicht abkaufen, dass er lieben kann...

Es kommt ganz auf den Menschen drauf an! (Und es gibt immer Ausnahmen...)

Hey, fenau so, wie jeder Massenmörder auch.
Es sind immer noch Menschen mit Gefühlen, Emotionen.
Die schalten sich ja nicht einfach ab, wenn man einen Menschen tötet.

Japan ist ein sowieso Ideologisch fanatischer dipshit core. Gefolgt von alten Riten des Selbstmord sprich (harakiri, seppuku), welche ansich keinen Sinnlosen unterfangen dienen. Nichtsdestotrotz sind Japaner Antihumans

jeder mensch ist ein widersprüchliches wesen

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